BASF Polyurethanes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BASF Polyurethanes GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1962
Sitz Lemförde, Deutschland
Leitung Christiane Sajdak, Geschäftsführerin
Mitarbeiter 1442 [1] (31. Dezember 2014)
Umsatz 2,3 Mrd. EUR (2014)
Branche Chemieunternehmen
Website www.pu.basf.de
Stammsitz der BASF Polyurethanes GmbH in Lemförde
Standorte der PU-Systemhäuser.
Polyurethan besteht im Wesentlichen aus zwei Rohstofftypen, Isocyanat und Polyol, die aus Rohöl gewonnen werden. Beim Vermischen der beiden Systemkomponenten, die verschiedene Hilfsmittel wie Katalysatoren, Treibmittel oder Stabilisatoren enthalten, entsteht ein reaktionsfähiges Gemisch. Je nach Rezeptur und Mischungsverhältnis kann das Eigenschaftsspektrum des entstehenden Polyurethans exakt reguliert werden.
Thermoplastische Elastomere auf Urethanbasis

Die BASF Polyurethanes GmbH (bis 31. März 2010 Elastogran GmbH) ist ein deutscher Hersteller für Kunststoffe und gehört weltweit zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Herstellung des Spezialkunststoffes Polyurethan (PU).

Der Hauptsitz befindet sich im niedersächsischen Kreis Diepholz in Lemförde. Am Jahresende 2014 beschäftigte das Unternehmen 1.442 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 2,3 Milliarden Euro. Zur BASF Polyurethanes GmbH gehören der Hauptsitz in Lemförde sowie 16 Polyurethan Systemhäuser im europäischen Wirtschaftsraum (EMEA). Das Unternehmen befindet sich seit 1971 zu 100 Prozent im Besitz der BASF und arbeitet seit über 50 Jahren mit PU-Produkten. Zum Produktspektrum gehören PU-Grundprodukte, PU-Systeme sowie PU-Spezialelastomere.[2]

Als BASF-Tochtergesellschaft hat das Unternehmen im globalen Verbund der Muttergesellschaft Zugriff auf internationale Ressourcen in Forschung, Rohstoffversorgung, Vertrieb, Infrastruktur sowie Finanzen und kann gleichzeitig mit den Strukturen eines mittelständischen Unternehmens operieren.

Produktportfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt:

  • PU-Grundprodukte, dazu gehören Produkte für das gesamte PU-Anwendungsspektrum, darunter Polyole, Isocyanate, Katalysatoren und Hilfsstoffe.
  • Zu den PU-Systemen zählen gemäß ihrem Eigenschaftsprofil die Palette der Polyurethan-Systeme, die in verschiedene Systemgruppen wie Hart, Weich, Integral oder Kompakt unterteilt sind. Einige der bekanntesten Produkte sind Elastopor, Elastoflex und Elastolit.
  • Zu den PU-Spezialelastomeren zählen die thermoplastischen und zelligen Spezialelastomere mit den Markennamen Elastollan® und Cellasto®. Elastollan® verfügt über eine besondere Eigenschaftskombination von Elastizität und Widerstandsfähigkeit, gewährleistet über einen weiten Temperaturbereich. Cellasto®-Bauteile werden nach Angaben des Unternehmens von neun von zehn Automobilherstellern für Dämpfungssysteme im Fahrwerk ihrer Automobile verwendet. Sie schlucken als Zusatzfeder, Anschlagpuffer oder Dämpferlager Schwingungen und vermindern Geräusche.

Die wichtigsten Kunden der Produkte sind den Branchen Automobilbau, Möbelproduktion, Baustoffproduktion, Schuhherstellung, der Elektro- und Chemieindustrie sowie dem Sport und Freizeitbereich zuzurechnen.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für Kooperation ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasserbau der Technischen Universität Hamburg-Harburg im Bereich Küstenschutz. Zusammen wurde ein Polyurethan-Kunststoff unter dem Namen Elastocoast® zum Verkleben von Deichdeckwerken aus Schotter entwickelt, der diese auch bei Überflutung schützt. Erste Deckwerke, wie am Sylter Ellenbogen, sind bereits probeweise verklebt. Sie halten der stürmischen See nach Analysen der Wissenschaftler bisher stand.[3][4]

Forschung & Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweite Polyurethan-Forschung der BASF für PU-Systeme und PU-Spezialelastomere wurde 1999 in einem neu errichteten Forschungszentrum in Lemförde mit fast 200 Mitarbeitern im Bereich Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik zusammengefasst. Das Technologiezentrum kooperiert mit anderen auf dem Gebiet der Polyurethane tätigen Unternehmensteilen der BASF-Gruppe in Amerika und Asien.

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen unterstützt die weltweite Initiative der chemischen Industrie "Responsible Care - verantwortliches Handeln" und verpflichtet sich damit zur stetigen Verbesserung auf den Gebieten Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie zur Vermeidung von Umweltbelastungen. Die Ziele gelten als der Sicherung des wirtschaftlichen Unternehmenserfolges gleichgestellt. Hierzu zählen insbesondere die Vermeidung von Emissionen und Abfällen.

BASF Polyurethanes informiert nach eigener Darstellung ihre Kunden, Partner und Nachbarn in geeigneter Weise über die Umweltaspekte von Produkten und Prozessen. Das Umweltmanagementsystem orientiert sich an den Leitsätzen von Responsible Care und erfüllt die Anforderungen der internationalen Norm ISO 14001.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automobil-Anwendungen, wie hier aus den 1970er Jahren, gehören zum Produktprogramm des Unternehmens.

Die heutige BASF Polyurethanes GmbH wurde am 27. April 1962 ursprünglich unter dem Namen "Elastoplast GmbH" in Hannover gegründet, am 25. September 1962 in "Elastogran GmbH zur Herstellung elastischer und plastischer Polymere" umbenannt und nach Lemförde verlegt. Das Unternehmen wurde in der Folge eine Tochtergesellschaft der Elastomer AG aus Chur in der Schweiz und Muttergesellschaft für eine Vielzahl inländischer Beteiligungsgesellschaften.

In den Jahren 1969 und 1971 übernahm die BASF in zwei Schritten die damalige Elastogran-Gruppe, die aus 48 Unternehmen in 11 Ländern bestand. Von 1971 bis 1973 wurde eine neue Organisationsstruktur mit vier Arbeitsgebieten eingeführt. In Anlehnung daran entstand das Unternehmenslogo mit vier ineinander greifenden Winkeln, das heute im BASF Markennamen "PU Solutions Elastogran" weiter verwendet wird. Im Jahr 1985 wurde die GmbH gesellschaftsrechtlich als Holding mit zwei 100%igen Tochtergesellschaften neu gegliedert. 1992 wurden die beiden rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften mit der Elastogran GmbH verschmolzen. Im Jahr 2002 entwickelte sich das Unternehmen zu einer europäischen Unternehmensgruppe weiter. 2010 erfolgte die Umbenennung in BASF Polyurethanes GmbH.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Westfalen-Blatt vom 3. März 2015, Zugriff am 8. Mai 2015
  2. kunststoffe.de - Elastogran: Wettbewerbsfähigkeit verbessert, 3. März 2008.
  3. baulinks.de - Flexible Deckschicht schützt gefährdete Deiche, 9. April 2006.
  4. dradio.de - Sekundenkleber stählt Steinschotter, 16. August 2007.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Meyer: Beginn des Kunststoff-Zeitalters ... auch in Lemförde. In: Ludger von Husen und Horst Meyer (Hrsg.): Flecken Lemförde. Eine 750jährige Gemeinde zwischen Dümmer und Stemweder Berg. Schröderscher Buchverlag, Diepholz 1998, ISBN 3-89728-021-3, S. 241–246.
  • Silvia Kunter und Rainer Schwarz: Elastogran - Kompetenz in Polyurethan. Das Polyurethanherz der BASF schlägt kräftig in Lemförde. In: Ludger von Husen und Horst Meyer (Hrsg.): Flecken Lemförde. Eine 750jährige Gemeinde zwischen Dümmer und Stemweder Berg. Schröderscher Buchverlag, Diepholz 1998, ISBN 3-89728-021-3, S. 247–257.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Presseinformationen BASF Polyurethanes Europe.
  • Fachpresseartikel aus "Kunststoffe", "PU Magazin" und "FAPU".
  • Elastogran ist Polyurethan - Das Unternehmen - Unternehmensbroschüre der Elastogran-Gruppe (2006).
  • Daten und Fakten 2006 - Info-Broschüre der Elastogran (2007).
  • Presseartikel aus "Diepholzer Kreisblatt", "Neue Osnabrücker Zeitung" und "Neue Westfälische".
  • Website BASF Polyurethanes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BASF Polyurethanes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 27′ 34″ N, 8° 23′ 12″ O