Dialekte in Baden

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Unter dem Begriff badische Dialekte werden die traditionellen im ehemaligen Land Baden verwendeten Dialekte zusammengefasst werden. Es handelt es sich dabei allerdings nicht um eine eigene, dialektologisch in sich kohärente Dialektgruppe, sondern um Dialekte, die verschiedenen Dialektgruppen angehören. Die überdachende Mundartbezeichnung „badisch“ leiten sich vom 1803/06 entstandenen Territorium des Großherzogtums resp. der nachfolgenden Republik Baden ab, die 1945/52 Teil Baden-Württembergs wurden.

Dialektgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baden finden sich die Dialektgruppen Kurpfälzisch, Südfränkisch, Niederalemannisch, Mittelalemannisch, Hochalemannisch, Schwäbisch und Ostfränkisch.

Außer für Kurpfälzisch (die Kurpfälzer sehen sich nicht als Badner, sondern als Kurpfälzer oder Pfälzer) und Ostfränkisch (die Sprecher dieser Dialekte sehen sich wiederum als Franken) wird die Bezeichnung Badisch für jede dieser Dialektgruppen unterschiedslos gebraucht. Lediglich für das Hochalemannische wird ebenso häufig oder noch häufiger die Bezeichnung Alemannisch gebraucht; noch seltener erscheint diese Bezeichnung auch für Niederalemannisch. Das Hochalemannisch in Baden ist eng verwandt mit den schweizerdeutschen Dialekten in den angrenzenden Schweizer Kantonen. Meistens entspricht der Gebrauch der Bezeichnung der jeweiligen Region, man sagt Badisch zu Niederalemannisch im niederalemannischen Gebiet (um Freiburg), zu Südfränkisch im südfränkischen Gebiet (um Karlsruhe).

Die Gegend um Tuttlingen zählt zum schwäbischen Dialektgebiet, die Region um Pforzheim zu einem Gebiet, in dem sich schwäbische und südfränkische Mundartmerkmale mischen. Auf der Baar und am Bodensee nehmen schwäbische Dialektkennzeichen zu. Das Ostfränkische findet sich im Nordosten, um Tauberbischofsheim.

Dokumentation, Erforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Badische Wörterbuch erfasst seit 1914 den Wortschatz der hoch- und niederalemannischen (oberrheinalemannischen) ebenso wie denjenigen der südfränkischen und kurpfälzischen Dialekte in Baden. Daneben gibt es zahlreiche regionale und lokale Wörterbücher.

Im Weiteren existiert eine große Zahl von Ortsgrammatiken, die den Lautstand, aber auch das Formensystem und vereinzelt die Satzlehre beschreiben.[1]

Die alemannischen Dialekte Badens werden zudem vom Südwestdeutschen Sprachatlas, die fränkischen vom Sprachatlas für Nord-Baden-Württemberg dokumentiert.

Der jüngere Sprachwandel wird im Rahmen zweier Projekte untersucht, die an der Universität Freiburg im Breisgau und, im zweiten Fall, auch an der Universität Straßburg angesiedelt sind.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Wiesinger, Elisabeth Raffin: Bibliographie zur Grammmatik der deutschen Dialekte. Laut-, Formen-, Wortbildungs- und Satzlehre 1800 bis 1980. Lang, Bern / Frankfurt am Main 1982. Peter Wiesinger: Bibliographie zur Grammmatik der deutschen Dialekte. Laut-, Formen-, Wortbildungs- und Satzlehre 1981 bis 1985 und Nachträge aus früheren Jahren. Lang, Bern / Frankfurt am Main 1987. – Zum Lautsystem siehe überdies Peter Wiesinger: Phonetisch-phonologische Untersuchungen zur Vokalentwicklung in den deutschen Dialekten. Band 1 und 2. Walter de Gruyter, Berlin 1970 (Studia Linguistica Germanica 2).
  2. „Phonologischer Wandel am Beispiel der alemannischen Dialekte Südwestdeutschlands im 20.Jahrhundert“ und „Auswirkungen der Staatsgrenze auf die Sprachsituation im Oberrheingebiet“.