Bagauden

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Bagauden (Bagaudes; eventuell vom keltischen baga [Kampf] abgeleitet und damit als „Kämpfer“ bzw. „Streiter“ zu deuten) wurden im 3. Jahrhundert und in der Spätantike bewaffnete Bauern und Hirten in Gallien und Hispanien genannt, die sich gegen die römische Regierung erhoben. Vieles an den Bagauden, ihrer Herkunft und ihren Motiven ist aufgrund der schwierigen Quellenlage unklar. Vielleicht revoltierten sie gegen die Schollenbindung (die Bindung der Bauern an ein bestimmtes Stück Land) und den steigenden Steuerdruck. Nach Ansicht mancher Althistoriker handelte es sich bei den Bagauden aber eher um lokale Milizen, die in Zeiten einer geschwächten Zentralmacht auf eigene Faust die Verteidigung organisierten und sich dann vom Reich lossagten. Möglicherweise verbergen sich hinter der Bezeichnung Bagauden auch ganz verschiedene Gruppen (wie z. B. verarmte Kolonen, entlaufene Sklaven, Deserteure, sozial Deklassierte) und Phänomene, was zumindest die Widersprüchlichkeit der Quellen erklären könnte.

Erstmals werden Bagauden während der so genannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts (um 286) erwähnt. Sie wurden zu Beginn der Regierungszeit des römischen Kaisers Diokletian bekämpft; als ihre Anführer nennt Aurelius Victor (Caesares 39,17) zwei Männer namens Aelianus und Amandus. Laut einer Lobrede auf Maximian, den Mitkaiser Diokletians, soll dieser die Bagauden gezüchtigt haben: "...die Reiter sein wollten und sich wie feindliche Barbaren verhielten." Sie zogen teils bis in den Norden Spaniens (und zu Beginn des 5. Jahrhunderts gar über die Alpen). Während des 4. Jahrhunderts, als das Imperium Romanum wieder stabilisiert worden war, schweigen die Quellen über Bagauden. Der christliche Chronist Salvian von Marseille bezeichnet im 5. Jahrhundert die Bagauden ebenfalls als Barbaren, die alle jene in ihre Reihen aufnahmen, die der ungerechten und korrupten römischen Ordnung entfliehen wollten. Man vermutet, dass Salvian damit eine Mahnung an die Eliten formulieren wollte, menschlicher mit ihren Untertanen zu verfahren um nicht letztlich von den Barbaren überrannt zu werden. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts wurden sie nach großen Aufständen unter Tibatto und Basilius von regulären weströmischen Truppen und den mit diesen verbündeten Westgoten geschlagen und finden anschließend keine Erwähnung mehr.

Quellensammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Béla Czuth: Die Quellen der Geschichte der Bagauden. Szeged 1965.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]