Bahnstrecke Ellrich–Zorge

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Ellrich West–Zorge (Südharz)
Denkmal der Kleinbahn in Zorge
Denkmal der Kleinbahn in Zorge
Kursbuchstrecke: 200 d (1945)
Streckenlänge: 7,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Nordhausen
Bahnhof, Station
0,0 Ellrich West
   
nach Northeim
   
1,3 Ellrich Stadt
   
Landesgrenze Thüringen–Niedersachsen
   
3,6 Königstuhl
   
5,1 Unterzorge
   
7,3 Zorge (Südharz)

Die Bahnstrecke Ellrich–Zorge (auch als Zorger Willem bezeichnet) verband 38 Jahre lang Zorge mit Ellrich an der Südharzstrecke. Erbaut wurde die Strecke zunächst von der Kleinbahn AG Ellrich-Zorge. Die normalspurige Kleinbahn wurde im Jahre 1945 durch die Zonengrenze durchschnitten, während der Bahnhof Ellrich in der Provinz Sachsen lag, die der sowjetischen Zone zugeschlagen wurde, kam Zorge zum niedersächsischen Landkreis Blankenburg später zum Landkreis Osterode und 2016 zum Landkreis Göttingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damit das erforderliche Kapital für den Eisenbahnbau zusammenkam, beteiligten sich auf preußischer Seite der Staat, die Provinz Sachsen, der Landkreis Grafschaft Hohnstein in Nordhausen und die Stadt Ellrich an der Kleinbahn AG Ellrich-Zorge, die am 14. Mai 1906 gegründet wurde. In Braunschweig waren ebenfalls der Staat, der Kreis Blankenburg und die Gemeinden Zorge und Hohegeiß beteiligt. Außerdem übernahmen die Harzer Werke zu Rübeland und Zorge Aktien.

Ende 1942 änderte die Kleinbahn-AG ihren Namen in Eisenbahn-AG Ellrich–Zorge.

1949 wurde die Gesellschaft in der DDR enteignet. Im Westen blieb die Gesellschaft bestehen, die Verwaltung erfolgte treuhänderisch durch die Oberfinanzdirektion Hannover. 1975 wurde das Restvermögen ausgezahlt und die Gesellschaft gelöscht.[1]


Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Oktober 1906 begannen die Bauarbeiten. Nach nur 10 Monaten konnte die nur 7,3 km lange Strecke fertiggestellt werden. Danach nahm die Kleinbahn am 11. August 1907 den Betrieb auf, den die Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes Sachsen in Merseburg führte. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb eingestellt. Durch die Teilung der Strecke aufgrund der Zonengrenze konnte der Verkehr nach 1945 nicht wieder aufgenommen werden. Lediglich der Güterverkehr zwischen den Bahnhöfen Ellrich und Ellrich Stadt blieb übrig, der nunmehr durch die Deutsche Reichsbahn durchgeführt wurde. Auch dieser Restabschnitt wurde nach der Wende in der DDR stillgelegt und die Strecke abgebaut.

Im Westen wurden Güterwagen für die Eisengießerei Zorge mit Culemeyer-Straßenrollern zugestellt. 1965 bis 1967 wurde das Gleis Unterzorge–Zorge abgebaut.

Der Versuch, die alte Trasse für eine Museumsbahn zu reaktivieren, schlug fehl.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolf: Niedersachsen 3 - Südlich des Mittellandkanals. In: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 11. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4, S. 248–252.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. * Gerd Wolf: Niedersachsen 3 - Südlich des Mittellandkanals. In: Deutsche Klein-und Privatbahnen. Band 11. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4, S. 250.