Bake (Seezeichen)

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Als Baken bezeichnet man heute im Seezeichenwesen feste Seezeichen, die unbefeuert sind oder nach ihrer Bauart oder Größe nicht die Kriterien eines Leuchtturms erfüllen. Meist werden Baken zur räumlichen Orientierung von Verkehrsteilnehmern eingesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wort Bake stammt aus dem Niederdeutschen. Im Mittelalter verstand man unter dem Begriff Bake so viel wie Zeichen (zur Orientierung). So wurden damals auch die ersten ausgelegten schwimmenden Tonnen als Baken bezeichnet.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Beispiel für eine Bake zur Fahrwasserkennzeichnung am Bodensee (Friedrichshafen).
Kugelbake als Wahrzeichen von Cuxhaven
Die Kugelbake trennt Elbe und Nordsee

Die Bake gehört zu den in der Schifffahrt verwendeten Seezeichen. Oft dient sie der Markierung von Fahrwassern. Baken werden in Ufernähe aufgestellt und sind Konstruktionen aus Holz, Stahl oder auch Stein. Oft gibt man ihnen eine auffällige Form (ähnlich einer Pyramide oder einem Turm) und typische Farben sowie ein entsprechendes Toppzeichen an der Spitze.

Mühlenbake von Swinemünde erbaut 1874

Ein Beispiel ist die Mühlenbake: Wahrzeichen Swinemündes auf der 1818 bis 1823 erbauten Westmole. Das Seezeichen wurde 1874 erbaut, die Flügel drehten sich anfänglich noch, sie erzeugten damit das blinkende Leuchtfeuer.[1]

Des Weiteren dienen Stangen und Pricken als feste Seezeichen und gehören zu den Baken wie auch Marken für die Deckpeilung. Demgegenüber sind die schwimmenden Seezeichen für die direkte Markierung der Fahrwasser gedacht. Es sind vor allem Tonnen und gelegentlich noch Feuerschiffe.

Sonderformen[Bearbeiten]

Darüber hinaus gibt es sogenannte Unterwasserortungsbaken, die abgeworfen werden und beim Eintauchen ins Wasser mit einer einzigen Batterieladung ein hochfrequentes Ortungssignal (25 – 50 kHz) von über 160 dB über einen Zeitraum von mehr als dreißig Tagen abgeben können[2], das dann von Voyage Data Recordern aufgezeichnet wird. Signale dieser Art können das Ortungssystem von Meeressäugern beeinträchtigen und schwere physiologische Schäden auslösen.

Eine weitere Sonderform stellen die küstennah aufgestellten Rettungsbaken dar. Sie dienen als Zufluchtsort für Menschen in Seenot.

Schließlich dienen Meilenbaken zum Eichen der Logge im Vorbeifahren. Dabei stehen zwei oder mehr Bakenpaare in bestimmtem Abständen neben dem Fahrwasser. Die Verlängerung einer Linie durch die beiden Baken eines Paares markiert dabei einen bestimmten Punkt im Fahrwasser. Anhand der Passagezeiten dieser Punkte lässt sich die Schiffsgeschwindigkeit bestimmen. Solche Messstrecken gibt es zurzeit (Stand: 2011) noch an Elbe und Weser.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Wiedemann (Hrsg.), Johannes Braun, Hans Joachim Haase; Das deutsche Seezeichenwesen. 1850 - 1990; zwischen Segel- und Container-Schiffsverkehr [In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven]. DSV, Hamburg 1998, ISBN 3-8841-2275-4
  • Arend W. Lang: Geschichte des Seezeichenwesens. Entwicklung, Aufbau und Verwaltung des Seezeichenwesens an der deutschen Nordseeküste bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bundesminister für Verkehr, Bonn 1965.
  • Hans-Joachim Luttermann: Blüsen, Baken, Feuertürme. In: Maritime Miniaturen. Hinstorff, Rostock 1986, ISBN 3-356-00036-5.
  • Georg Quedens: Amrumer Seezeichen. Leuchtfeuer, Bojen und Baken. Quedens, Amrum 2000, ISBN 3-924422-64-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Touristenkarte - Insel Wollin und Umgebung, Warschau 2012
  2. Herstellerseite von Unterwasserortungsbaken

Weblinks[Bearbeiten]