Attila

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Attila (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ungefähre Ausdehnung des Hunnenreichs unter Attila und abhängige Stämme.

Attila († 453) war von 434 (als Mitherrscher zusammen mit seinem Bruder Bleda) bzw. 444/45 (als Alleinherrscher) bis zu seinem Tod „König“ bzw. rex des Kriegerverbandes der Hunnen. Zentrum von Attilas Machtbereich war das heutige Ungarn, wo die Hunnen Mitte des 5. Jahrhunderts ein kurzlebiges Reich errichteten.

Leben[Bearbeiten]

Weg zur Alleinherrschaft[Bearbeiten]

Über Attilas frühe Jahre ist kaum etwas bekannt. Sein Vater hieß Mundzuk (bzw. Mundzuc oder Mundiuch)[1] und war zusammen mit seinen Brüdern ein Führer der Hunnen im Balkanraum.

Attila vollendete zusammen mit seinem Bruder Bleda die von ihrem Onkel Ruga (Rugila) begonnene weitgehende Einigung der (westlichen) Hunnen, wenngleich Attila nie über alle Hunnen herrschte. Der große Kriegerverband, über den er seit etwa 434 zusammen mit Bleda herrschte, umfasste zudem höchst verschiedene germanische und sogar kleinere iranische Gruppen. 435 schlossen die Brüder mit den Römern den Vertrag von Margus, der die Hunnen begünstigte.

Attila tötete 444/45 seinen Bruder Bleda[2] und errichtete sein Hauptlager in der heutigen ungarischen Tiefebene an der Theiß, am Drehpunkt zwischen dem Oströmischen Reich und dem Weströmischen Reich, wo er in einem prächtigen Holzpalast residierte.

Verhältnis zu Westrom[Bearbeiten]

Zu Westrom unterhielt Attila zunächst gute Kontakte. Grund dafür war vor allem die Politik des weströmischen magister militum (Heermeister) Flavius Aëtius, der in seiner Jugend im Austausch für Attila als Geisel bei den Hunnen lebte und ebenso wie Attila seine zeitweiligen Gastgeber nur zu gut kannte. Aëtius war 433 mit Hilfe von Rugas Hunnen an die Macht gekommen und hatte mit Hilfe hunnischer Krieger um 436 auch das Burgundenreich von Worms vernichtet. Letzteres wird als der historische Kern der Nibelungensage betrachtet; bei den damals am Rhein kämpfenden Hunnen handelt es sich jedoch wohl um eigens von den Römern angeworbene Söldner (foederati), nicht um Attilas Hunnen (siehe auch Völkerwanderung).[3] Wenngleich Aëtius formal im Auftrag des weströmischen Kaisers Valentinian III. amtierte, verfügte der Heermeister über die wahre Macht.[4]

Die Römer überließen den Hunnen eventuell Teile Pannoniens; dies wird aus einer Passage bei Priskos abgeleitet[5] und oft in das Jahr 433 datiert, wobei die Einzelheiten unklar sind und auch die Abtretung in der Forschung teilweise bestritten wird.[6] In den folgenden Jahren unterhielt Aëtius jedenfalls gute Beziehungen zu den Hunnen. Trotz wiederholter Raubzüge sah Attila in einer langfristigen, geregelten Beziehung zu Rom wohl einen wichtigen Faktor zur Stabilisierung und Versorgung seines nur lose aufgebauten Verbandes, der, wie gesagt, keineswegs nur aus Hunnen bestand. Er beschäftigte unter anderem den Römer Flavius Orestes als Berater. Dieser bekam später einen Sohn, Romulus Augustulus, den er 475 zum letzten weströmischen Kaiser – nach traditioneller Zählung – ausrufen ließ.

Verhältnis zu Ostrom[Bearbeiten]

Die Römer in Ost und West scheinen die Etablierung des hunnischen Machtbereiches zunächst weitgehend hingenommen zu haben, da man auf diese Weise hoffte, im äußerst unruhigen Vorland des Imperiums Ruhe schaffen zu können. Die Römer profitierten davon, mit Attila über einen Ansprechpartner zu verfügen, der die Kriegergruppen jenseits der Donau kontrollieren konnte: Solange die Beziehungen zu Attila relativ gut blieben, bestand daher auch weniger die Gefahr von feindlichen Raubzügen auf römisches Gebiet. Doch dieses Arrangement setzte voraus, dass die Römer ihren Teil der Abmachung einhielten und Attila angemessen finanziell unterstützten. Daher unternahm dieser mehrere Feldzüge gegen Ostrom, nachdem der dortige Kaiser 444 die Zahlung der Jahrgelder eingestellt hatte.

447 schlug Attila den oströmischen Heermeister Arnegisclus und drang bis zu den Thermopylen vor. Im Herbst desselben Jahres war der Krieg beendet; es war der größte Sieg der Hunnen über das Imperium. Der oströmische Kaiser Theodosius II. musste sich in einem neuen foedus zu erheblichen jährlichen Zahlungen an Attila verpflichten, womit dieser (der überdies 449 vom weströmischen Kaiser zum Heermeister ehrenhalber erhoben wurde) sein Ziel vorerst erreicht hatte. Allerdings standen seine Hunnen dafür nun zumindest formal wieder als foederati in kaiserlichen Diensten.

448/9 verschlechterten sich die Beziehungen jedoch wieder, als Attila erfuhr, dass Ostrom seine Ermordung in Auftrag gegeben hatte; die Planungen waren aber aufgrund von Verrat früh gescheitert. Ein Bericht darüber liegt in einem erhaltenen Fragment des Geschichtswerks des Priskos vor, der an einer oströmischen Gesandtschaft zu Attila teilnahm.[7] 450 stellte Theodosius’ Nachfolger Markian dann die jährlichen Zahlungen an die Hunnen erneut ein. Attila musste sich nach einer neuen Geldquelle umsehen, da der verwüstete Balkan nun kaum mehr Beute hergegeben hätte, während die reichen römischen Orientprovinzen ihm nicht zugänglich waren, was dem Kaiser fraglos bewusst war.

Feldzug nach Gallien[Bearbeiten]

Im Weströmischen Reich war derweil die Schwester Kaiser Valentinians III., Justa Grata Honoria, aufgrund von Machtkämpfen am Hof sowie (vorgeblich) des Bruches eines Keuschheitsgelübdes bestraft und gegen ihren Willen verheiratet worden. Nun bat Honoria Attila über einen Mittelsmann um Hilfe gegen Aëtius und ließ ihm überdies laut Jordanes, der ein Jahrhundert nach den Ereignissen lebte, auch ein Heiratsangebot zukommen.[8] Attilas Zeitgenosse Priskos berichtet ebenfalls von einem Hilferuf Honorias an Attila, nicht aber von einem Heiratsangebot:

„Da meldete nämlich jemand, Attila bereite einen Angriff auf den kaiserlichen Hof in Rom vor, da Honoria, Valentinians Schwester, ihn zu Hilfe gerufen hatte. Denn Honoria, die selbst mit den Abzeichen kaiserlicher Würde ausgestattet worden war, war bei einer heimlichen Affäre mit einem gewissen Eugenius ertappt worden, dem curator domus Augustae, der für seine Schandtat hingerichtet wurde, während sie ihren kaiserlichen Rang verlor und mit Herculanus verheiratet wurde, einem Konsular, der einen so milden Charakter hatte, dass man ihm nicht zutraute, er könne das Kaisertum anstreben oder einen Umsturz planen. Da sie ihre Situation als unerträglich und als schreckliches Unheil empfand, sandte sie den Eunuchen Hyacinthus zu Attila, um diesem Geld anzubieten, damit er ihre Verheiratung räche. Überdies schickte sie als Pfand auch ihren Ring an den Barbaren. Dieser machte sich bereit, gegen das westliche Kaiserreich zu ziehen, und plante, wie er als erstes Aëtius ergreifen könne, da er annahm, sein Ziel nicht erreichen zu können, ohne diesen auszuschalten.“[9]

So seltsam diese Geschichte klingen mag, deren Historizität umstritten ist,[10] und obwohl sicher noch andere Erwägungen eine Rolle gespielt haben: Attila intervenierte und drohte mit Krieg.

Diese Grafik zeigt die wahrscheinlichen Marschrouten der Hunnen bei ihrer Invasion Galliens 451.

Aëtius dachte jedoch nicht daran, dem Hunnen nachzugeben, woraufhin Attila 451 in Gallien einfiel. Metz fiel am 7. April, ebenso Reims und Amiens, doch war es Aëtius in der Zwischenzeit gelungen, einen effektiven Widerstand zu organisieren, wobei er sich vor allem auf die in Aquitanien angesiedelten Westgoten verließ: Da Attila sich mit ihrem Erzfeind Geiserich verbündet hatte, traten sie kurz vor der Entscheidungsschlacht auf die Seite des Aëtius. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (die bis heute nicht genau lokalisiert werden konnten, aber meist bei Châlons-en-Champagne vermutet werden) im Herbst 451 wurde Attilas Vielvölkerheer von einem ebenso bunt gemischten Kampfbündnis aus Römern, Westgoten und anderen zurückgeschlagen, aber nicht vernichtet. Attila zog sich zurück, eine Eroberung Galliens war damit gescheitert.

Italienfeldzug[Bearbeiten]

452 fiel Attilas Heer in Italien ein. Aquileia wurde zerstört; die Flüchtlinge in der Lagune legten aber die Keimzelle für das spätere Venedig. Daneben wurden Mailand, Bergamo und andere Städte erobert. Es wird bezweifelt, ob die in den Quellen beschriebene und ausgeschmückte Begegnung mit dem damaligen Papst und Bischof von Rom Leo I. tatsächlich stattgefunden hat beziehungsweise wenn ja, welche Auswirkungen sie gehabt hat.

Die Hunnen stießen in Italien auf verbrannte Erde und hatten mit großen Versorgungsproblemen zu kämpfen. Im Vorjahr war Attilas Militärkraft so weit geschwächt worden, dass an eine Eroberung Roms nicht mehr zu denken war, zumal auch Seuchen im Heer ausbrachen.[11] Damit musste sich Attila erneut zurückziehen, ohne Erfolge und Beute vorweisen zu können, die den Aufwand gerechtfertigt hätten. Zugleich hatten oströmische Truppen hunnisches Siedlungsgebiet angegriffen und dort einen bedeutenden Sieg errungen (Hydatius von Aquae Flaviae, Chronicon ad annum 452).

Attila zog sich in seinen Herrschaftsraum zurück. Seine Herrschaft hatte wohl ihren Höhepunkt überschritten, da Erfolg und Geld ausblieben: Ostrom verweigerte nach wie vor die Jahrgelder, der Balkan war längst ausgeplündert, und die Vorstöße nach Gallien und Italien waren gescheitert. Für einen Herrscher wie Attila, dessen Macht fast ausschließlich auf Erfolg beruhte, war dies fatal.

Tod und Nachwirkung[Bearbeiten]

Attila starb 453 in seiner Hochzeitsnacht mit Ildico. Die Ursache seines Ablebens ist nicht mehr klärbar. Teils ist von einem Blutsturz die Rede, aber der Chronist Johannes Malalas berichtet, Attila sei im Auftrag des Aëtius vergiftet worden. Dies mag ein bloßes Gerücht gewesen sein; allerdings steht fest, dass die Römer, wie bereits erwähnt, 448/49 versucht hatten, Attila ermorden zu lassen.[12] In der Moderne hat man den Blutsturz hingegen oft dem Lebenswandel Attilas zugeschrieben, nämlich als Folge eines langjährigen exzessiven Alkoholmissbrauchs. Gegen diese Annahme spricht allerdings, dass der Augenzeuge Priskos betont, wie maßvoll Attilas Lebenswandel gewesen sei.[13] Die Vorstellung, Attila habe massiv dem Alkohol zugesprochen, ist daher wohl eher als ein Barbarenklischee zu betrachten.

Attilas Reich überdauerte sein Ende nur kurze Zeit. Es kam zu Nachfolgekämpfen, und mehrere unterdrückte Völker brachen aus dem hunnischen Reich aus, welches ohne die Führung Attilas innerhalb eines Jahres in sich zusammenbrach.[14] Attilas Söhne versuchten teils, eigene Herrschaften zu etablieren, was jedoch sämtlich misslang (siehe etwa Ellac, Ernak, Dengizich).

Attila hatte sich stark an die spätantike Mittelmeerwelt angelehnt, wobei er wohl – wie auch die Germanen – die römische Herrschaftspraxis als Vorbild für die Regierung seines weite Räume umfassenden Vielvölkerreiches nahm. An seinem Hof fungierten ausgewählte Vertrauensleute (Logades) in wichtigen Funktionen und stritten um Einfluss; dort wurde, wie aus dem Bericht des Priskos hervorgeht, Gotisch und Latein gesprochen. Das Hunnenreich war jedoch zu lose aufgebaut und zu sehr auf den Herrscher ausgerichtet, zumal Attila als Feldherr zuletzt einige Fehler unterliefen.[15] Mit dem Auseinanderbrechen des Hunnenreiches destabilisierte sich die Lage jenseits der römischen Grenzen erneut, wodurch die schwierige Lage insbesondere Westroms bald weiter verschärft wurde.

Das Hunnenreich Attilas kann als ein Vorbote der darauffolgenden Reiche der Steppenvölker im Mittelalter aufgefasst werden (siehe beispielsweise die Awaren).

Rezeption[Bearbeiten]

Attila (moderne Phantasie-Rekonstruktion). Dies ist ein Beispiel für eine patriotische Inanspruchnahme: Man vergleiche den Brustschild mit der ungarischen Flagge und der sogenannten Arpad-Flagge.
Attila im Kampf in einer Darstellung von Eugène Delacroix
Attilafelsen, überregional bekannter Felsen und Weinlage von Niederrimsingen auf dem Tuniberg.

Spätantike[Bearbeiten]

Attila wird in den spätantiken Quellen meist sehr düster beschrieben, was sicher seinen mit äußerster Brutalität geführten Kriegszügen Rechnung trug, zum anderen dem Umstand, dass die Überlieferung meist Partei für seinen Gegenspieler Aëtius ergreift.[16]

Einen weitgehend zuverlässigen Bericht liefert dagegen ein erhaltener längerer Auszug aus dem Geschichtswerk des Priskos, der 448/49 selbst als oströmischer Gesandter an Attilas Hof gekommen und somit ein wichtiger Augenzeuge war. Er hat Attila aus der Nähe erlebt und einen umfassenden Bericht darüber in seinem (allerdings nur fragmentarisch überlieferten) Geschichtswerk hinterlassen.

Mittelalter[Bearbeiten]

Attila lebte als legendäre Figur weiter, so in der Servatiuslegende, insbesondere aber in der Gestalt des Etzel im Nibelungenlied (bzw. des Atli in der Völsunga-Saga und des Attilius in der Thidrekssaga). Die Legende der hl. Ursula hielt seinen Namen ebenfalls weiter populär. Vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nicht selten mit Attila und seinen Hunnen in Verbindung gebracht. So ist im 14. Jahrhundert der Name „Etzelsburg“ für das Römerkastell Schirenhof bei Schwäbisch Gmünd belegt. Auch heute noch wird ein Teil des Tunibergs in der oberrheinischen Tiefebene bei Niederrimsingen als Attilafelsen bezeichnet.[17] Dort wie auch am unweit im Freiburger Mooswald gelegenen Honigbuck wurde sein Grab vermutet. Die venezianische Insel Monte dell’Oro (Goldberg) sollte Goldschätze bergen, die angeblich von Attila stammten.[18]

Moderne[Bearbeiten]

Tragödie und Oper:

Romane:

  • Felix Dahn: Attila (1888), historischer Roman
  • Tilman Röhrig: Die Burgunderin, historischer Roman über eine junge Burgunderin als Sklavin im Reich Attilas
  • Thomas R. P. Mielke: Attila, König der Hunnen (1999), historischer Roman über Attila bis zur Geburt seiner Kinder

Filme:

Computerspiele:

Namensherkunft[Bearbeiten]

Schon früh hat der Name Attila die Etymologie zu zahlreichen Herleitungsversuchen aus verschiedensten Ausgangssprachen veranlasst. Die meisten Forscher stimmen darin überein, dass es sich nicht um einen Geburtsnamen, sondern einen später beigelegten Herrschertitel oder Ehrennamen handelt. Attilas eigentlicher Name ist demnach unbekannt.

Die größte Akzeptanz findet dabei bis heute die These Wilhelm Grimms, dass der Begriff „Attila“ der in der westgotischen Bibelübersetzung des Wulfila gut belegten gotischen Sprache entstammt und den Diminutiv von atta (= Vater) darstellt. Der Name wäre demnach mit „Väterchen“ zu übersetzen. Da Goten und Hunnen nach 375 vielfach Verbindungen miteinander eingingen und auch andere Fälle von Goten mit hunnischen Namen und Hunnen mit gotischen Namen bekannt sind, gilt dieser Erklärungsansatz als plausibel.[19]

Der Name wurde vermutlich von den Römern übernommen und verbreitet. Die im mittelhochdeutschen Nibelungenlied verwendete Namensform Etzel lässt sich lautgesetzlich aus der Vorform Attila herleiten.

Eine andere, vornehmlich von türkischen Turkologen vertretene Hypothese leitet den Namen hingegen aus dem Alttürkischen her (alttürk.: ata = Vater; vgl. auch Atatürk). Dabei kommt neben der obengenannten Deutung als Väterchen auch eine Zusammensetzung aus ata und il (= Land, Gebiet) in Betracht, der zufolge Attila mit Landesvater zu übersetzen wäre. Diese Interpretation ist außerhalb der Türkei jedoch stark umstritten, zumal es sehr unsicher ist, ob die Hunnen überhaupt ein Turkvolk waren; die Hunnen Attilas waren jedenfalls ganz sicher kein ethnisch homogener Verband.[20]

Attila ist heute noch ein populärer Name in Ungarn und in der Türkei. Die Schreibvariante in Ungarn ist Attila, in der Türkei Atilla oder Atila. Im 19. Jahrhundert kam in Ungarn ein Herrenmantel unter dem Namen Atilla in Mode.

Quellensammlungen[Bearbeiten]

  • Colin D. Gordon: The Age of Attila: Fifth-Century Byzantium and the Barbarians. University of Michigan Press, Ann Arbor 1960 (Onlineversion).

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Börm: Westrom. Von Honorius bis Justinian (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 735). Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-023276-1 (aktuelle Darstellung, die Attila als einen von mehreren Warlords wie Aëtius oder Geiserich begreift, die um Macht und Einfluss im Römischen Reich rangen).
  • Matthias Däumer: Attila. In: Peter von Möllendorff, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 127–138 (Übersicht über die Rezeptionsgeschichte).
  • Jörg Fündling: Horden gegen das Abendland? Attila (ca. 400–453). In: Stig Förster, Markus Pöhlmann, Dierk Walter (Hrsg.): Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Portraits. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54983-7, S. 93–109.
  • Christopher Kelly: Attila the Hun. Barbarian Terror and the Fall of the Roman Empire. Bodley Head, London 2008, ISBN 978-0-224-07676-0 (wichtige neuere Überblicksdarstellung).
  • Michael Maas (Hrsg.): The Cambridge Companion to the Age of Attila. Cambridge University Press, Cambridge 2014, ISBN 978-1-107-63388-9 (aktuelle Sammlung von Fachbeiträgen zu zahlreichen Aspekten dieser Zeit).
  • Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Herkunft, Geschichte, Religion, Gesellschaft, Kriegführung, Kunst, Sprache. Deutsch-sprachige Ausgabe besorgt von Robert Göbl. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-43-8 (deutsch zuerst: Wien 1978; Standardwerk zu den Hunnen, aber stellenweise lückenhaft und teils überholt).
  • Timo Stickler: Die Hunnen (= Beck’sche Reihe 2433 C. H. Beck Wissen). Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53633-5 (aktuelle Einführung).
  • Edward A. Thompson: The Huns. Revised and with an afterword by Peter Heather. Blackwell, Oxford 1999, ISBN 0-631-21443-7 (ND der Auflage von 1948 mit neuem Nachwort).
  • Gerhard Wirth: Attila. Das Hunnenreich und Europa (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 467). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1999, ISBN 3-17-014232-1 (die neben Maenchen-Helfen beste deutschsprachige Darstellung zum Thema).
  • Attila und die Hunnen. Begleitbuch zur Ausstellung. Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2114-5 (reich bebilderter Ausstellungskatalog mit wissenschaftlichen, gut lesbaren Beiträgen).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Attila – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Arnold H. M. Jones, John R. Martindale, John R. Morris: The Prosopography of the Later Roman Empire. Band 2: John R. Martindale: A.D. 395–527. Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20159-4, S. 767; Walter Pohl: Hunnen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). Band 15. 2., völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-11-016649-6, S. 246–261, hier S. 250; Timo Stickler: Die Hunnen. München 2007, S. 63.
  2. Zur Problematik der Datierung Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 77.
  3. Vgl. etwa Alexander Demandt: Die Spätantike. 2. Auflage. Beck, München 2007, S. 187f.
  4. Vgl. zu seiner Person Timo Stickler: Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich (= Vestigia. Bd. 54). Beck, München 2002, ISBN 3-406-48853-6.
  5. Priskos, Fragment 11 (Edition Roger Blockley) bzw. Fragment 7 (Edition Pia Carolla).
  6. Überblick bei Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 64–66; Timo Stickler: Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich. München 2002, S. 106 ff.
  7. Priskos, Fragment 11 (Edition Roger Blockley) bzw. Fragment 8 (Edition Pia Carolla).
  8. Jordanes, Getica 224. Maenchen-Helfen hielt die ganze Geschichte für völlig unglaubwürdig und bestenfalls für Hofklatsch: Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 98.
  9. Priskos, Fragment 17 (Edition Roger Blockley) bzw. Fragment 62 (Edition Pia Carolla). Vgl. dazu Henning Börm: Westrom. Stuttgart 2013, S. 81 ff.
  10. Dafür, dass die Geschichte im Kern historisch ist, plädiert etwa Henning Börm: Westrom. Stuttgart 2013, S. 81 ff.
  11. Vgl. Peter Heather: The Fall of the Roman Empire. Macmillan, London u. a. 2005, ISBN 0-333-98914-7, S. 333 ff.
  12. Vgl. den Bericht des Priskos, Fragment 11 (Edition Roger Blockley) bzw. Fragment 8 (Edition Pia Carolla).
  13. Priskos, Fragment 8 (Edition Pia Carolla).
  14. Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 107ff.
  15. Vgl. Edward A. Thompson: The Huns. Oxford 1999, S. 226 ff., der Attilas angebliche Feldherrnkunst relativiert.
  16. Eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Quellen bietet der Artikel zu Attila in: Arnold H. M. Jones, John R. Martindale, John R. Morris: The Prosopography of the Later Roman Empire. Band 2. Cambridge 1980, S. 182f.
  17. Stadtteile - Stadt Breisach. Abgerufen am 25. März 2015.
  18. Ermolao Paoletti: Il fiore di Venezia ossia i quadri, i monumenti, le vedute ed i costumi veneziani. Band 1. Fontana, Venedig 1837, S. 105. Ähnlich Fabio Mutinelli: Lessico veneto. Andreola, Venedig 1851, S. 270.
  19. Vgl. dazu Otto Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 261–263.
  20. Vgl. Timo Stickler: Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich. München 2002, S. 92 mit Anmerkung 469.