Barbara Ungepflegt

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Barbara Ungepflegt (2019)

Barbara Ungepflegt (eigentlich Barbara Kremser; * 1975 in Wien) ist eine österreichische Performance-, Video- und Installationskünstlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben ihrem Beruf als Hort- und Kindergartenerzieherin studierte Ungepflegt Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Pädagogik an der Universität Wien (Erasmusaufenthalt in Pisa). Sie ist Mitbegründerin und Leiterin des Universitätslehrgangs für angewandte Dramaturgie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.[1] Seit 2018 ist sie PH.D. Researcher an der Kunstuniversität Linz, betreut von Robert Pfaller. 2019 erhielt sie den Dissident Goddesses Temple Price für ihre Installation „Büro Zimmer Frei“.[2][3] 2020/21 war sie Fellow am Internationalen Forschungsinstitut Kulturwissenschaften (IFK).[4]

Ungepflegt ist Herausgeberin des Magazins Immerhin / After All.[5]

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 präsentiert Ungepflegt ihre Kunst in Form von Performances, Videos und Installationen,[5] vorrangig im öffentlichen Raum, wie auch in Kunstinstitutionen und auf internationalen Symposien und Festivals.[1] Ihren Künstlernamen legte sie sich auf einem Chirurgenkongress zu, wo sie sich den Ärzten mit „angenehm, Ungepflegt“ vorstellte, was im Smalltalk für Irritation sorgte.[6]

Im September 2017 bezog Ungepflegt eine Bushaltestelle am Wallensteinplatz im Rahmen ihrer Performance „Airpnp – Air pause and peep“.[7] Das Werk thematisiert, wie Plattformen wie Airbnb und soziale Medien privaten Raum zunehmend zu einem öffentlichen machen.[8] Zugleich kritisiert die Künstlerin, wie öffentlicher Raum kapitalisiert und eingeschränkt wird, beispielsweise durch Verstrebungen auf Parkbänken, die Personen daran hindern sollen, auf ihnen zu schlafen.[9][10] Ungepflegt lebte für zwei Wochen in der eigens angefertigten Replik einer Bushaltestelle, die mit Bett, Stühlen und Tisch sowie einer kleinen Küche ausgestattet war.[11][4]

Mit Angelobung der Österreichischen Bundesregierung im November 2017 (Koalition ÖVP-FPÖ) ernannte Ungepflegt sich selbst zur „Bundesministerin für Heimatschmutz und internationale Affären“ und tritt seither in dieser Funktion immer wieder öffentlich auf. 2019 errichtete sie das Ministerialgebäude des Bundesministeriums für Heimatschmutz und internationale Affären in einer eigens dafür adaptierten Litfaßsäule am Keplerplatz in Wien, von der aus sie für 80 Tage Sprechstunden und weitere Feierlichkeiten abhielt.[12][13][14]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimat in einfacher Sprache (2021), Kooperation mit Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark[15][16]
  • Bundesministerium für Heimatschmutz und internationale Affären (2019), performative Installation im öffentlichen Raum, Wien
  • Zimmer 215 (2019), performative Installation, Kunstuniversität Linz[17]
  • Glaube, Siedlung, Hoffnung (2018), performative Installation, Wien[18]
  • Airpnp – Air pause and peep (2017), performative Installation Wien, Kooperation brut Wien
  • Büro Zimmer Frei (2016), Installation, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien[18]
  • Meines (2015), Performance, Kooperation brut Wien[19]
  • „Endlich“ Ein Konditoreibesuch (2014), Best of Styria Festival, Wien[20]
  • Misswahl (2013), Kooperation brut Wien[21]
  • Notstand Überlebensführungen (2011), performative Installation, im Rahmen der forum festwochen der Wiener Festwochen[22][23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b brut Wien: Barbara Ungepflegt. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  2. Barbara Kremser | Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM). Abgerufen am 10. Juni 2021.
  3. Exhibition at the occasion of the symposium | THE DISSIDENT GODDESSES´ NETWORK. 20. November 2019, abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  4. a b KulturRegion Stuttgart: Gerlingen – Barbara Ungepflegt – KulturRegion Stuttgart. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  5. a b Fellow – Barbara Kremser (Barbara Ungepflegt) – IFK. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  6. Michael Merschmeier, Der Theaterverlag: Das TheaterMagazin – Einzelansicht. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  7. Künstlerin wohnt in Bushaltestelle. 14. September 2017, abgerufen am 10. Juni 2021.
  8. Zuhause in der Haltestelle. In: Augustin – Die erste österreichische Boulevardzeitung. 24. Oktober 2017, abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  9. annamaria.bauer: Künstlerin zieht 14 Tage lang in eine Bushaltestelle. 25. August 2017, abgerufen am 10. Juni 2021.
  10. Camp am Wallensteinplatz: Künstlerin wohnt in Bushaltestelle. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  11. PEEPST DU NOCH ODER WOHNST DU SCHON? – Porträt von Barbara Ungepflegt im Falter 37/17. Abgerufen am 10. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  12. Künstlerin Barbara Ungepflegt – 80 Tage in der Litfaßsäule für den „Heimatschmutz“. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  13. DIRTY LIVES BETTER. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  14. Martin Pesl: Performance – Dreckiges in sauberen Zeiten. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  15. Detail | Dramatikerinnenfestival 2021. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  16. Barbara Ungepflegt – Veranstaltung | Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  17. Zimmer 215. In: Kunstuniversität Linz. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  18. a b Ditta Rudle: Barbara Ungepflegt: „Glaube, Siedlung, Hoffnung“. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  19. Alexandra Schuster: MEINES von Barbara Ungepflegt im brut wien. In: European Cultural News. 21. März 2015, abgerufen am 21. Juni 2021 (deutsch).
  20. theaterland.at – 2014 – festivals – bestoffstyria graz – barbara ungepflegt. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  21. Barbara Ungepflegt – MISSWAHL 2013 (Performance/Party). Abgerufen am 10. Juni 2021.
  22. Barbara Ungepflegt: Notstand Überlebensstrategien. Abgerufen am 10. Juni 2021 (deutsch).
  23. Sophiensæle: Barbara Ungepflegt: NOTSTAND. 19. August 2019, abgerufen am 10. Juni 2021.