Basisanschluss

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Der Basisanschluss ist der Standardanschluss an das digitale ISDN-Telekommunikationsnetz. Übliche Abkürzungen für den Basisanschluss sind: BA, BAs und BRI (engl. basic rate interface). Er wird hauptsächlich von Privatkunden oder kleineren Betrieben genutzt. Ende 2006 gab es in Deutschland 12,65 Mio. Basisanschlüsse, Ende 2015 waren es noch 6,13 Mio. [1] Größere Unternehmen mit hohem gleichzeitigem Telefonaufkommen nutzen stattdessen in der Regel den Primärmultiplexanschluss.

Kanäle und Datenübertragungsraten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Basisanschluss bietet zwei Nutzkanäle (B-Kanäle, von engl. bearer) mit je 64 kbit/s und einen Signalisierungskanal (D-Kanal, von engl. data) mit 16 kbit/s. Die Netto-Datenübertragungsrate beträgt: 2 × 64 kbit/s + 16 kbit/s = 144 kbit/s.[2][3][4]

Teilabschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Basisanschluss besteht aus zwei Teilabschnitten:

Betriebsarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrgeräteanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mehrgeräteanschluss (point to multipoint) ist die in privaten Haushalten die am weitesten verbreitete Betriebsart. An den S0-Bus können mehrere Endgeräte (TE) direkt angeschlossen werden, die (bis auf wenige Ausnahmen) von der Vermittlungsstelle dynamisch bis zu acht Terminal Endpoint Identifier (TEIs) aus dem Wertebereich 64 bis 127 zugewiesen bekommen.[5] Dem Basisanschluss im Mehrgerätebetrieb sind in Deutschland bis zu zehn eigenständige Rufnummern (MSN) fest zugeordnet, üblicherweise drei.

Anlagenanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Anlagenanschluss (point to point) kann lediglich ein Gerät (üblicherweise eine Telefonanlage) angeschlossen werden. Das Endgerät wird an den S0-Bus angeschlossen und erhält den festgelegten TEI-Wert 0. Wegen der unterschiedlichen TEIs können in der Betriebsart Anlagenanschluss keine Geräte betrieben werden, die für die Betriebsart Mehrgeräteanschluss bestimmt sind. Beim Anlagenanschluss wird eine „Rumpfnummer“ vergeben, die der Teilnehmer um Durchwahlen aus einem vorgegebenen Bereich ergänzen kann. Hierbei können auch mehrere Basisanschlüsse mit einer gemeinsamen Rumpfnummer betrieben werden. Dadurch steigt die Kapazität des gemeinsamen Anschlusses und zugleich ist eine effektivere Nutzung möglich, da jeder Basisanschluss jedes Gespräch übertragen kann.

Mehrgeräte-Anlagenanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mehrgeräte-Anlagenanschluss ist eine österreichische Sondervariante, die heute mangels Hardware mit österreichischer Firmware kaum noch angeboten wird. Mit entsprechenden Telefonanlagen können mehrere Telefonnummern einem Basisanschluss zugeordnet werden (zum Beispiel: Privat/Firma) und dennoch zu verschiedenen Mitarbeitern durchgewählt werden. Auch die Möglichkeiten der ersten beiden Varianten sind hier in Summe gegeben, zum Beispiel unterschiedliche Nacht- und Umleitungsschaltungen in Abhängigkeit von der Rufnummer. Der Wegfall dieser Variante wird mit EU-Richtlinien zur Vereinheitlichung der Systeme begründet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesnetzagentur Jahresbericht 2016. 7. März 2017, S. 54; abgerufen am 7. Juni 2017.
  2. ITU-T I.430 Integrated Services Digital Network (ISDN) – Basic Rate User-Network Interface – Layer 1 Specification, Kap. 5
  3. ISDN - Die Technik der Netze, Hüthig Verlag, S. 208
  4. ISDN - Das neue Fernmeldenetz der Deutschen Bundespost Telekom, R.v.Decker's Taschenbuch Telekommunikation, TTK R.v.Decker's Verlag Osnabrück, 4. Auflage, S. 81
  5. ITU-T Q.921 Series Q: Switching And Signalling Digital subscriber Signalling System No. 1 – Data link layer, Kap. 3.3