Basislatte

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Basisapparat zur Ausmessung von Basislatten (im Bild ein hölzerner Maßstab) des Herstellers Gebrüder Brunner in Paris, Baujahre 1876 bis 1878, Deutsches GeoForschungsZentrum

Die Basislatte dient in der Geodäsie zur hochpräzisen Messung von Entfernungen bis zu 20 m. Die mathematische Grundlage der Entfernungsermittlung sind die Winkelfunktionen im rechtwinkligen Dreieck. Dabei bildet die Basislatte mit ihren beiden äußeren Zielmarken die Grundlinie eines gleichschenkligen Dreiecks, an dessen drittem Eckpunkt ein Theodolit aufgestellt wird. Mit diesem wird der Winkel zwischen den beiden Schenkeln durch genaues Anzielen der Zielmarken gemessen.

Die Entfernung ergibt sich durch rechnerische Auflösung des Dreiecks, wobei die Länge der Grundlinie (= Länge der Basislatte) und der gemessene Winkel bekannt sind. Die Höhe des Dreiecks entspricht der gesuchten Distanz.

Basislatten sind in der Regel etwa 2 m lang. Die beiden äußeren Zielmarken sind exakt 1 m von der mittleren Zielmarke entfernt. Der Abstand zwischen den Zielmarken muss äußerst genau sein, damit die Entfernungsbestimmung eine entsprechend hohe Genauigkeit erzielt. Bei besonders präzisen Geräten ist dieser Abstand genauer als +/- 0,1 mm. Dazu sind die Zielmarken dieser Geräte durch mechanische Vorrichtungen vor temperaturbedingten Abstandsveränderungen geschützt. Für die Messung wird die Basislatte horizontal aufgestellt und rechtwinklig zur Messstrecke ausgerichtet. Dazu ist sie mit einer Dosenlibelle und einer optischen Zieleinrichtung ausgestattet.

Durch die Weiterentwicklungen im Bereich der Elektronische Distanzmessung hat die Messung mit der Basislatte seit den 1980ern an Bedeutung verloren, gilt jedoch weiterhin im Nahbereich (z.B. bei der Vermessung von Maschinen, Industrievermessung) als eines der genauesten Verfahren der Längenmessung. Bis zu einer Distanz von 10 m lassen sich Genauigkeiten unter 0,5 mm und im Bereich von 10 bis 20 m Genauigkeiten unter 1 mm erreichen. Bei 100 m Entfernung beträgt die Genauigkeit nur noch 25 mm.

Basislatte "Bala 2m" der VEB Carl Zeis Jena mittels Dreifuß auf Dreibein montiert. Detailansicht der rechten Zielmarke sowie des Mittelstücks mit Zielmarke, Visiereinrichtung, Rändelschraube zur Zerlegung in zwei Teile. Für Messungen bei Nacht können die Zielmarken beleuchtet werden

Messprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zielpunkt B wird die Basislatte horizontiert aufgestellt und so ausgerichtet, dass sie senkrecht zur Vertikalebene durch die Strecke s steht. Die Endmarken L und R der Basislatte werden mit horizontiertem Theodoliten angemessen und ergeben den Horizontalwinkel Gamma.

BalaMessprinzip.png

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Basislatte BALA at Optische Instrumente der ehemaligen Nationalen Volksarmee