Bassenheimer Hof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bassenheimer Hof

Der Bassenheimer Hof in Mainz entstand in unmittelbarer Nähe zum Osteiner Hof als städtischer Adelssitz im Jahre 1750[1] nach Plänen des kurfürstlichen Oberbaudirektors Anselm Franz von Ritter zu Grünstein (auch Groenesteyn genannt). Den Auftrag erteilte 1743 der zum Kurfürsten gewählte Johann Friedrich Karl von Ostein (1689–1763). Der Bau sollte als Witwensitz für seine Schwester Maria Antonetta Gräfin von Bassenheim dienen. Seine jüngere Schwester (1710–1788) war seit 1726 mit Rudolf Johann Graf Waldbott von Bassenheim (1686–1731) verheiratet und hatte nach dem plötzlichen Tod des Ehemanns nach fünf Ehejahren 5 Kinder zu erziehen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau reihte sich damit in die Gruppe anderer barocker Adelspalais wie dem Schönborner Hof, dem Erthaler Hof und dem Osteiner Hof rund um den Schillerplatz ein.

Der Architekt war durch sein zeitweiliges Studium in Paris besonders von den Fassaden des Place Vendome und des Hôtel de Torcy von Germain Boffrand, der es 1713 für Jean-Baptiste Colbert, marquis de Torcy als dessen Ruhesitz plante, geprägt. Dieses Palais heißt heute Hôtel de Beauharnais und dient als Residenz des deutschen Botschafters in Paris. Die elegante zurückhaltende Formensprache der klassischen Bauweise der französischen Barockarchitektur wurden auch hier in Mainz zu seinen dominanten Ausdrucksformen.

Die innere Raumaufteilung wie auch der Garten am Hang des Kästrichs und die gesamte Ausstattung aus der Zeit um 1755 sind aufgrund häufiger Umbauten und Kriegsschäden verschwunden.

Schon 1792 besetzte General Adam-Philippe de Custine die Stadt Mainz. Adel und Klerus waren auf der Flucht.

Nach dem Verkauf des Palais 1835 an die Militärbehörden der damaligen Bundesfestung Mainz, wurde der Bassenheimer Hof bis 1889 als Kaserne genutzt. Später sind vielfache unterschiedliche Nutzer, wie ein Wiener Caféhaus oder eine Fahnenstickerei nachweisbar.

In neuerer Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Bassenheimer

Im Zweiten Weltkrieg brannte auch dieses Gebäude 1942 völlig aus, wurde aber auf Betreiben der Besatzungsmacht Frankreich bereits 1947/48 wieder hergestellt.

Einige Zeit war der Bassenheimer Hof Sitz des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, bevor 1960 das Innenministerium von Rheinland-Pfalz hier einzog.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist in gastronomischen Kreisen ein herausragendes Restaurant mit dem Namen Am Bassenheimer Hof direkt daneben, bekannter als das Palais selbst. Das Restaurant befindet sich in einem 1794 erbauten Winzerhof (Winzerhaus Acker 10).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christiane Reves: Bausteine zur Mainzer Stadtgeschichte: Mainzer Kolloquium 2000. Band 55. Franz Steiner Verlag, 2002, ISBN 3-515-08176-3, S. 142.

Koordinaten: 49° 59′ 52″ N, 8° 16′ 4″ O