Bayernkurier

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Bayernkurier: Das Magazin für Orientierung
Beschreibung Parteizeitung
Verlag Verlag Bayernkurier
Erstausgabe 3. Juni 1950
Erscheinungsweise monatlich
Chefredakteur Marc Sauber[1]
Herausgeber Horst Seehofer
Weblink Website des Bayernkurier
ISSN 0340-2673
ZDB 531863-4

Der Bayernkurier ist ein monatlich erscheinendes, konservatives Politik-Magazin, das von der Christlich-Sozialen Union (CSU) herausgegeben wird. Thematische Schwerpunkte des Blattes sind Wirtschaft, Politik und Kultur. Obwohl als Parteizeitung gegründet, ist der Bayernkurier kein reines Parteiblatt, sondern auch für Nicht-CSU-Mitglieder erhältlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bayernkurier erschien zum ersten Mal am 3. Juni 1950. Der Titel nahm Bezug auf den Bayerischen Kurier, die Parteizeitung der Bayerischen Volkspartei der Weimarer Zeit. Gründungsherausgeber und gleichzeitig erster Chefredakteur war Franz Josef Strauß, Generalsekretär und später Vorsitzender der CSU. Zwischen 1957 und 1961 kam Hanns Seidel als weiterer Herausgeber hinzu, nach dessen Tod übernahm Strauß 1964 wieder die alleinige Verantwortung. Derzeitiger Herausgeber ist Horst Seehofer.[2] Obwohl als Parteiblatt konzipiert und gegründet, bemüht sich die Zeitung seit Jahren, das Image des „Kampfblattes“ loszuwerden, und setzt daher inhaltlich stärker auf Hintergrundberichte und einen weniger aggressiven Schreibstil.

Von 2008 bis 2014 war Peter Hausmann Chefredakteur,[3] zuvor von 2001 bis 2008 Peter Schmalz und vorher von 1977 bis 2001 Wilfried Scharnagl. Seit 2015 ist der frühere BR-Moderator Marc Sauber Chefredakteur des Mediums.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 erschien die letzte Ausgabe des Bayernkurier als Wochenzeitung. Seitdem erscheint das Blatt als monatliches Magazin und tagesaktuelles Online-Portal. Der Bayernkurier berichtet in erster Linie aus CSU-Perspektive über aktuelle Themen und Nachrichten. Die Redaktion des Blattes befindet sich in der Mies-van-der-Rohe-Straße in München, in der neuen Parteizentrale der CSU. Die Auflage des Bayernkurier liegt bei 20.000 Print-Exemplaren zuzüglich 30.000 E-Papers. [4]

Spendenskandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 geriet der Bayernkurier in den Blick der Öffentlichkeit, als er eine zentrale Rolle in einem Parteienfinanzierungsskandal der CSU spielte. Die CSU habe, so der Vorwurf, hohe Provisionen an Zeitschriftendrücker[5] gezahlt, um Abonnenten für den Bayernkurier zu werben, und die daraus erzielten Einnahmen anstatt als „Einnahmen aus Druckschriften“ als Parteispenden verbucht. Dies habe es ihr ermöglicht, staatliche Subventionen von 50 Prozent der empfangenen Spenden in Anspruch zu nehmen und so im Laufe der Jahre sechs Millionen Deutsche Mark aus öffentlichen Mitteln unberechtigt zu erhalten.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum, abgerufen am 1. November 2014.
  2. MEDIA- DATEN. Abgerufen am 30. November 2016.
  3. Spitze Feder und scharfer Verstand. Bayernkurier, 31. Oktober 2014, archiviert vom Original am 1. November 2014, abgerufen am 1. November 2014.
  4. Mediadaten Bayernkurier
  5. Hans Michael Kloth, Horand Knaup: Der legalisierte Skandal. In: Der Spiegel. Nr. 2, 2002 (online).
  6. Parteispenden CSU sieht sich als Opfer einer Verleumdung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Januar 2002, ISSN 0174-4909 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]