Beate Schroedl-Baurmeister

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Beate Schroedl-Baurmeister (Porträt), Foto Günter Lintl
Beate Schroedl-Baurmeister, Momentum (Model, 2016) 27×25×10cm, Edelstahl
Beate Schroedl-Baurmeister, Momentum (Model, 2016) 27×25×10 cm, Edelstahl
Eine Skulptur aus der Werkreihe Figurationen, aufgestellt in Wuppertal-Rott

Beate Schroedl-Baurmeister (* 1953) ist eine deutsche Bildhauerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beate Schroedl-Baurmeister wohnte bis zu ihrem Abitur in Bamberg. Von 1972 bis 1978 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, ab 1974 in der Fachklasse Bildhauerei bei Rudolf Hoflehner. Parallel dazu nahm sie ein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart auf. Beides schloss sie 1978 mit dem ersten Staatsexamen ab. Anschließend studierte sie Freie Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin und wurde 1983 Meisterschülerin bei Joachim Schmettau.[1] Ihr Referendariat beendete sie 1985 mit dem zweiten Staatsexamen. Danach arbeitete sie drei Jahre als Stipendiatin in den Senatsateliers Am Käuzchensteig in Berlin-Dahlem. Seit 1988 lebt sie in Wuppertal. Dort unterhält sie ihre Werkstatt und ihr Atelier.

2003 wurde ihr der Lorenzo il Magnifico-Preis auf der 4. Biennale für zeitgenössische Kunst in Florenz verliehen.[2] Sie hat die Skulptur Schwung geschaffen, die seit 2003 jährlich den Preisträgern des Wuppertaler Wirtschaftspreises als Auszeichnung überreicht wird.[3][4][5]

Beate Schroedl-Baurmeister beteiligte sich an Ausstellungen im In- und Ausland, an Biennalen und Triennalen in der Schweiz (Bad Ragaz), England (Hannah Peschar Sculpture Garden), Italien (Florenz)[6], Rumänien (Bukarest) und Österreich (Klagenfurt).

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für Beate Schroedl-Baurmeister ist, dass sie in Werkgruppen arbeitet. Dabei widmet sie sich zwei übergreifenden Themen: dem Menschen und der Natur. Bekannt ist sie für ihre abstrakten, teils sechs Meter hohen Edelstahl-Skulpturen. Als Material entdeckte sie schon früh den Stahl für sich. Mit Baustahl entwickelte sie Vorarbeiten für die späteren Plastiken, bis sie im Edelstahl ihr eigentliches Gestaltungsmittel fand.

Zu Beginn ihrer künstlerischen Arbeit standen Figuren und Köpfe im Mittelpunkt, wobei sie überwiegend in Gips und Keramik[7] gearbeitet hat. Ihre Formensprache wurde zunehmend abstrakter und reduzierter. Sie interpretiert den menschlichen Körper durch Linien und Bögen und konzentriert sich auf Aspekte der Bewegung. Seit 1999 entwickelt sie Werkreihen und Installationen zu Motiven aus der Natur. Sie reduziert Gräser auf ihre formalen Grundstrukturen und überträgt die so gewonnene plastische Idee in die Materialität ihres Werkstoffes Edelstahl. Dabei dienen die Gräser und Halme, die sich scheinbar im Wind biegen, als Metapher der Gesellschaft, die auf neue Herausforderungen reagiert, ohne zu zerbrechen. Ihre Skulpturen stehen stets in Bezug zum Außenraum und in Resonanz mit der Landschaft, so wie die Gräser in Schloss Dyck bei Jüchen.

Seit 2007 konzentriert sie sich auch auf den urbanen Raum, wobei sie Motive aus der Natur in ein städtisches Umfeld einbindet. Der Rhythmus, die Räume und ihre Beziehungen zueinander sowie die Spannung zwischen dem Material und dem realen Raum sind die Fragen, die sie in ihren Skulpturen aufgreift. Dynamik, Schwung und Lebenskraft sind der Impuls.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: 1. Preis Junge Kunst, Würzburg.
  • 1985: Georg Tappert-Preis, Bundesgartenschau, Berlin.
  • 2003: Lorenzo il Magnifico-Preis, 4. Biennale für zeitgenössische Kunst in Florenz.

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beate Schroedl-Baurmeister, Im Sturm, 610×300×340cm, Edelstahl, während einer Ausstellung in Schloss Dyck, Jüchen
Beate Schroedl-Baurmeister, Im Sturm, 610×300×340 cm, Edelstahl, während einer Ausstellung in Schloss Dyck, Jüchen

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Karl-Hofer-Symposium, Hochschule der Künste, Berlin: Abformance
  • 1983: Haus der Kunst, München: Große Kunstausstellung
  • 1985: Bundesgartenschau, Berlin: Wiesenlabyrinth
  • 1986: Atelier Käuzchensteig, Berlin: Zeichnungen und Skulpturen
  • 1987: Bildhauerwerkstätten Berlin: Stahlfigurationen
  • 1996: Ballhaus Nordpark, Düsseldorf: Tanz
  • 1997: Zeche Zollverein, Schacht XII, Essen: Stahlfigurationen
  • 1997: Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst, Bukarest: Zilele culturii contemporane din Wuppertal in Bucuresti
  • 1998: Von der Heydt-Kunsthalle, Wuppertal-Barmen: Laut-Malerei
  • 1999: Deutsches Werkzeug-Museum, Remscheid: Reservierte Plätze
  • 1999: Deutsches Hugenotten-Museum, Bad Karlshafen: Skulptur und Tanz
  • 2001: Galerie Meissner, Hamburg: Perspektiven 2
  • 2002: St. Nikolai Kathedrale, Stralsund: Zehn Gebete
  • 2002: Schloß Benrath, Düsseldorf: Stahl-Gräser
  • 2003: 4. Biennale für zeitgenössische Kunst, Florenz
  • 2003: Barmenia Versicherungen, Wuppertal: Einblicke und Ausblicke[8]
  • 2004: Royal Free Hospital, London: Portrait zu Ehren von Stanley Shaldon,[9][10]
  • 2005: Stiftung Schloß Dyck, Jüchen: Das Fächeln des Windes im Bambus
  • 2006: Austria Biennale, Klagenfurt: Die Wiese wachsen hören
  • 2006: Deutsches Werkzeug-Museum, Remscheid: Edelstahl
  • 2006: Kloster Kamp, Kamp-Lintfort: Die Wiese wachsen hören
  • 2007: Haus Schulenburg und Museum für Angewandte Kunst, Gera: Gräser im Wind
  • 2009: 4. Schweizerische Triennale der Skulptur, Bad Ragaz und Vaduz
  • 2010: Galerie im Schloß Borbeck, Essen: memento mori
  • 2010: Gallery Hannah Peschar Sculpture Garden, Surry bei London (jährlich ab 2005)
  • 2012: Botanischer Garten, Wuppertal: Schmetterlinge
  • 2013: Galerie Altes Rathaus Musberg, Leinfelden-Echterdingen: Gräser
  • 2016: Stadtsparkasse Wuppertal, Verleihung des Wirtschaftspreises (jährlich seit 2003): Skulptur Schwung

Filme über Beate Schroedl-Baurmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Kathinka Frank: Annährungen – Portrait Beate Schroedl.
  • 2003: Schweißen für Florenz – Beate Schroedl, WDR Lokalzeit 2003 Oktober.
  • 2014: Beate Schroedl-Baurmeister – Portrait, WDR Lokalzeit 24. Mai 2014.
  • 2018: Bettina Braun: Ateliergespräch – Skulpturen aus Edelstahl.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maike Gustorf: Eine wachsende Wiese aus Edelstahl. In: Edelstahl aktuell. Band 3, 2007, S. 11.
  • Florence Biennale, Beate Schroedl. In: Art und Antique. Band 3, 2004, S. 38.
  • Marina Weise-Bonczek: Portrait Beate Schroedl. In: Barmenia-Versicherungen, Hauszeitschrift. Band 3, 2004, S. 34.
  • Beate Schroedl: The origin of chaos. In: Feng Shui Journal. Band 7, 2004, S. 56.
  • Beate Schroedl: Schöpferisches Licht. In: Feng Shui Journal. Band 8, 2004, S. 32.
  • Benjamin Moche: 24-Stunden live. In: Barmenia-Versicherungen, Hauszeitschrift. Band 3, 2003, S. 8.
  • Gustav Weiß: Das Motiv. In: Neue Keramik. Band 9. Berlin 1995, S. 596.
  • kah jagals: Reduktion und Musikalität. In: Bergische Blätter. Band 16, 1993, S. 18.
  • Beate Schroedl: Workshops zu bildhauerischen Themen. In: Gustav Weiß (Hrsg.): Neue Keramik. Band 3. Berlin 1988.
  • Wettbewerb Brunnenanlage. In: Kunst Am Bau Informationsdienst. Band 24, 1987, S. 14.
  • Inge Huber, Karoline Müller (Hrsg.): Zur Physiologie der bildenden Kunst. Künstlerinnen, Multiplikatorinnen, Kunsthistorikerinnen. Berlin 1985.
  • Beate Schroedl: Kunstaktionen im Park. In: Senator für Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.): Bundesgartenschau 1985, Dokumentation. Berlin 1986, S. 28–29.
  • Beate Schroedl: Wiesenlabyrinth. In: Kunst + Unterricht. Zeitschrift für Kunstpädagogik. Band 94, 1985, S. 3.
  • Gustav Weiß: Beate Schroedl Portrait. In: Keramikmagazin. Band 5, 1984, S. 130–131.
  • Beate Schroedl: Abformance. Karl-Hofer-Symposium 1982. In: Colloquium Verlag (Hrsg.): Frau-Raum-Zeit. Berlin 1982, S. 65.
  • Der Bildhauer Joachim Schmettau und seine Klasse in Selbstdarstellungen. In: Die Kunst und das schöne Heim. Band 8, 1982, S. 554–555.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beate Schroedl-Baurmeister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Bildhauer Joachim Schmettau und seine Klasse in Selbstdarstellungen. In: Die Kunst und das schöne Heim. Band 8, 1982, S. 554–555.
  2. stadtnetz-wuppertal.de. Abgerufen am 19. Juni 2017.
  3. Ein „Schwung“ in beständigem Edelstahl. In: Westdeutsche Zeitung. 17. April 2003.
  4. Schwung und die Erschafferin. In: Westdeutsche Zeitung. 8. Oktober 2010.
  5. Wirtschaftspreis geht in die neunte Runde. In: Westdeutsche Zeitung. 13. März 2011.
  6. Florence Biennale, Beate Schroedl. In: Art und Antique. Band 3, 2004, S. 38.
  7. Gustav Weiß: Beate Schroedl Portrait. In: Keramikmagazin. Band 5, 1984, S. 130–131.
  8. Benjamin Moche: 24-Stunden live. In: Barmenia-Versicherungen, Hauszeitschrift. Band 3, 2003, S. 8.
  9. intsocbp.wordpress.com. Abgerufen am 19. Juni 2017.
  10. sfdial.org. Abgerufen am 19. Juni 2017.