Beechcraft 76 Duchess

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Beechcraft 76 Duchess
Beechcraft 76 Duchess
Typ: zweimotoriges Leichtflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller:

Beechcraft

Erstflug: September 1974[1]
Indienststellung: 1978
Produktionszeit:

1977–1982

Stückzahl: 437[2]

Die Beechcraft 76 Duchess ist ein viersitziges, von zwei Kolbenmotoren angetriebenes Flugzeug des US-amerikanischen Herstellers Beechcraft, das seinen Erstflug im Jahr 1974 absolvierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erstflug des zunächst intern als PD 289 bezeichneten Prototyps fand im September 1974 statt.[3] Im Gegensatz zur Serienmaschine war der Prototyp dabei mit leistungsschwächeren Motoren von je 160 PS ausgerüstet.[4]

Die Entwicklung basierte auf einer Forderung der Beech Aero Center, dem Schulungsnetzwerk des Herstellers, besonders gute Manövrierfähigkeit bei Triebwerksausfall sowie gutmütige Langsamflugeigenschaften zu bieten.[5]

Nach langwieriger Erprobung flog die erste Serienmaschine schließlich am 24. Mai 1977, nun mit Motoren von je 180 PS. Die Beechcraft 76 Duchess erhielt die Musterzulassung der Federal Aviation Administration (FAA) am 24. Januar 1978,[1] gefolgt von der ersten Auslieferung im Mai 1978.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Duchess wurde als freitragender Ganzmetall-Tiefdecker ausgelegt, bei dessen Konstruktion in erheblichem Umfang für Rumpf und Tragflächen die geklebte Sandwichbauweise angewandt wurde. Die Tragflächen erhielten eine V-Stellung von 6,5 Grad; die gepfeilte Seitenflosse ist mit einem T-Leitwerk kombiniert. Das Bugradfahrwerk ist hydraulisch einziehbar; die Landeklappen werden elektrisch betätigt.

In der für vier Personen ausgelegten Kabine stehen vorne Einzelsitze mit verstellbaren Rückenlehnen zur Verfügung, hinten eine Sitzbank. Die Kabine ist auf beiden Seiten mit je einer Tür ausgestattet; ein Gepäckraum für maximal 90 kg ist über eine gesonderte Klappe auf der linken Seite zugänglich.

Zwei gegenläufige, luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotoren Lycoming O-360-A1G6D (bzw. LO-360) mit je 180 PS (134 kW) treiben Hartzell-Verstellpropeller an. In jeder Tragflächenhälfte befindet sich ein Treibstofftank mit Einfüllstutzen. Das Fassungsvermögen beträgt insgesamt 378 Liter (ausfliegbar).

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cockpit einer Beechcraft 76 Duchess

Mit einer Turbolader-Version der Triebwerke, dem Lycoming TO-360 mit ebenfalls je 180 PS, wurde am 31. Januar 1979 die Flugerprobung begonnen. Nach 43 Flügen wurde dieses Programm jedoch eingestellt und die Produktion blieb bei der unveränderten Grundversion.[6]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland waren bis Ende 2015 insgesamt 11 Beech Duchess zugelassen.[7]

Verkaufszahlen / Auslieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978, dem ersten Jahr der Serienproduktion, wurden 72 Stück ausgeliefert. Zwar schnellte die Zahl bereits 1979 auf 213 Stück hoch, sank aber schon 1980 wieder auf 86 und im Jahr 1981 auf 55 Exemplare ab. Die Auslieferungen gingen schließlich auf 11 Stück im letzten Jahr (1982) zurück.[6]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem deutschsprachigen Raum ist bislang nur ein einziger Totalverlust einer Duchess bekannt: Am 28. Juli 1982 kamen beim Absturz der Duchess mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-GINY in einem Wald bei Neusäß im Landkreis Augsburg (Bayern) beide Insassen ums Leben.[8]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daten wurden den unten aufgeführten Quellen entnommen.[5][9][10]

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Passagiere 3
Länge 8,84 m
Spannweite 11,58 m
Höhe 2,89 m
Flügelfläche 16,81 m²
Flügelstreckung 7,973
Nutzlast 381 kg
Leermasse 1116 kg
max. Startmasse 1769 kg
Reisegeschwindigkeit 293 km/h oder 158 kts
Höchstgeschwindigkeit 317 km/h oder 171 kts
Dienstgipfelhöhe 6000 m oder 19.650 ft
Reichweite 1317 km oder 711 NM NM
Triebwerke 2 gegenläufige, luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotoren Lycoming O-360-A1G6D (bzw. LO-306), je 180 PS (134 kW)

Vergleichbare Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A.J. Pelletier: Beech Aircraft and their Predecessors. Putnam, London 1995, ISBN 0-85177-863-1.
  • Peter Alles-Fernandez: Flugzeuge von A bis Z, Band 1. Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1987, ISBN 3-7637-5904-2.
  • William Green: Flugzeuge der Welt, 1979/80. Werner Classen Verlag, Zürich 1979, ISBN 3 7172 0283 9.
  • John W.R. Taylor: Jane's All The World's Aircraft, 1980–81. Jane's Publishing, London 1980, ISBN 0 7106-0705-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beechcraft Duchess – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jane's 1980, S. 268.
  2. Rod Simpson: The General Aviation Handbook, Midland Publishing 2005, ISBN 1-85780-222-5, S. 50.
  3. Alles-Fernandez, S. 187.
  4. a b Green, S. 40.
  5. a b Alles-Fernandez, S. 188.
  6. a b Pelletier, S. 162.
  7. coptercrazy: Beech 76 Duchess (englisch), abgerufen am 27. Januar 2016.
  8. Unfallbericht D-GINY, Aviation Safety Network/Wikibase (englisch), abgerufen am 27. Januar 2016.
  9. Green, S. 41.
  10. Jane's 1980, S. 268–269.
  11. William Green: Observers Book of Aircraft. Frederick Warne Publishing, 1980, ISBN 0-7232-1604-5 (englisch), S. 48.