Beichlingen (Adelsgeschlecht)

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Der Wappenschild derer von Beichlingen
Der Stammsitz Burg Beichlingen, ab 1519 von der Familie von Werthern erweitert.
Die Krayenburg, von 1516 bis 1567 letzter Wohnsitz der Beichlinger Grafen

Die Herren, Freiherren und Grafen von Beichlingen waren ein thüringisches Adelsgeschlecht, das seinen Stammsitz auf dem Schloss Beichlingen hatte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafen von Beichlingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thietmar von Merseburg erwähnte 1014 erstmals Reinhilde von Beichlingen, eine vermutliche Tochter Hermann Billungs. 1080 wird als Herrin von Beichlingen eine Kunigunde urkundlich erwähnt, die Stammmutter dieses Geschlechtes ist. Die Grafen von Beichlingen hatten große Gebiete an der Hainleite, am Kyffhäuser, im Südharz sowie in der Goldenen Aue im Besitz. Albrecht von Beichlingen († 1371) war Weihbischof in Erfurt. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts verloren die Grafen von Beichlingen an Einfluss. So verkauften sie um 1330 Schloss Heringen.

Im Jahre 1516 kaufte Graf Adam von Beichlingen die Krayenburg. Im Jahre 1519 verkaufte er schuldenhalber die Grafschaft Beichlingen und das Schloss an den Reichs-Erbkammertürhüter Hans von Werthern auf Wiehe und Werther, dessen Familie bis 1945 dort wohnhaft blieb. Als letzten Wohnsitz hatten die Grafen von Beichlingen sodann bis 1567 die Krayenburg und das Schloss Gebesee als sächsische Lehen inne. Da die sieben Söhne des Grafen Adam von Beichlingen kinderlos blieben, erlosch mit dem Tod des Letzten Bartholomäus Friedrich († 1567) das Geschlecht der Grafen von Beichlingen in männlicher Linie.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margarete von Beichlingen, ab 1525 Fürstäbtissin von Essen, auf dem von ihr in Auftrag gegebenen Altarbild

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Auf Rot zwei silberne Querbalken oder viermal von Rot und Weiß geteilt. Auf dem gekrönten Helm mit Rot-Silbernen Decken, ein hoher spitzer, wie der Schild gezeichneter und tingierter Hut, der mit einem Pfauenspiegel besteckt ist oder fünf Spickeln wie den Schild tingiert.

Die Beichlingen aus Kölleda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die lange Tradition der Grafen von Beichlingen knüpfte eine aus Kölleda stammende Familie an, die im 17. Jahrhundert versuchte, ihre Herkunft von diesem Grafengeschlecht abzuleiten. Gottfried Hermann von Beichlingen (1638–1703), der 1671 durch Eheschließung mit Perpetua Margaretha von Lüttichau die Güter Zschorna und Dallwitz erworben hatte, ließ sich 1700 von Kaiser Leopold eine entsprechende Abstammung bestätigen und den Grafenstand „erneuern“. Sein Sohn Wolf Dietrich von Beichlingen war Großkanzler und Oberhofmarschall des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen und gehörte zu den größten Grundbesitzern Kursachsens, unter anderem als Herr der Standesherrschaft Hoyerswerda und des 15 Kilometer südwestlich von Schloss Hoyerswerda gelegenen Gutes Bernsdorf. Mit dem Tod seines Neffen († 1735), des Kapitänleutnants Adolph Siegfried von Beichlingen, erlosch diese Familie im Mannesstamm.

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Rein: Die letzten Grafen von Beichlingen, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, 1854, 1. Bd., S. 381–387.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]