Belianske Tatry

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Koordinaten: 49° 15′ N, 20° 12′ O

Der Westteil der Belianske Tatry

Die Belianske Tatry sind ein Gebirge im Norden der Slowakei.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebirge ist nach der Stadt Spišská Belá (deutsch Zipser Bela) benannt. Es trug in der Vergangenheit unterschiedliche Namen.
Ältere slowakische Bezeichnungen sind Belanské Tatry, Belanské vrchy, Belanské Alpy, Bielske Kvapnikové Alpy, Belanské vápencové Alpy und Ždiarske Tatry.
Die Zipser Deutschen nannten den Höhenzug Beler Kalkalpen, Beler Tatra oder Beler Gebirge, wobei auch die Schreibweise Béler ... (nach der ungarischen Form) angewendet wurde. Alternativ lautete bzw. lautet der erste Teil der Bezeichnung auch Belaer bzw. Bélaer. In den letzten Jahrzehnten ist auch Weiße Tatra häufig verwendet worden, eventuell aufgrund des hellen Gesteins, möglicherweise aber auch in falscher Übersetzung des Wortes Belianske aus dem Slowakischen.
Die im Ungarischen und Polnischen gebräuchlichen Namen lauten Bélai-havasok bzw. Tatry Bielskie.

Lage und Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Belianske Tatry bestehen aus einem ca. 15 km langen Hauptkamm. Insgesamt nimmt das Gebirge eine Fläche von ca. 65 km² ein. Begrenzt wird es

Über die Bergpässe Kopské sedlo (deutsch Großer Sattel/Kopp-Pass, 1749 m) und Sedlo pod Príslopom (deutsch Morgenröther/Zdjarer Pass, 1077 m) besteht Anschluss an die Hohe Tatra beziehungsweise an die Zipser Magura.

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in west-östlicher Richtung verlaufende Hauptkamm fällt nach Süden steil ab, wohingegen nach Norden kurze, in tieferen Lagen bewaldete Seitenkämme abzweigen. Im Gegensatz zur Hohen Tatra dominieren in den Beler Kalkalpen verschiedenartige Kalksteine. Dadurch entstanden hier Karsterscheinungen, insbesondere Höhlen. Auch ist die Flora vielfältiger als in den benachbarten Gebirgen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 14. Jahrhundert sollen die Belianske Tatry als Weidefläche genutzt worden sein[1]. Die zahlreichen Höhlen lockten Schatzsucher an. Ab dem 17. Jahrhundert wurde in bescheidenem Umfang Bergbau (Kupfererz) betrieben.

Tourismus und Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der touristischen Erschließung der nahe gelegenen Hohen Tatra während des 19. Jahrhunderts wurden auch die Belianske Tatry bekannt. Reger Fremdenverkehr setzte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. 1949 wurde das Gebirge Teil des neu gegründeten Tatra-Nationalparks (TANAP). Mehrere markierte Wanderwege führten durch das Gebiet, u. a. über den flachen östlichen Teil des Hauptkammes.
Im Jahre 1978 wurde durch die Nationalparkverwaltung nahezu das gesamte Gebirge wegen des nicht mehr beherrschbaren Besucherandrangs gesperrt. Lediglich am Südhang führten begehbare Wege entlang. 1993 wurde ein Pfad von der Gemeinde Ždiar über den zentral gelegenen Sattel Široké sedlo zum Kopské sedlo wieder freigegeben.
Seit 1997 dient auch die im südöstlichen Teil des Gebirges gelegene Berghütte Chata Plesnivec wieder touristischen Zwecken. Bekannteste Sehenswürdigkeit der Region ist die bei Tatranská Kotlina befindliche Tropfsteinhöhle Belianska jaskyňa (deutsch Beler Tropfsteinhöhle).

Bedeutende Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Havran (deutsch Rabenstein), 2152 m
  • Ždiarska vidla, (deutsch Greiner), 2142 m
  • Hlúpy (deutsch Törrichter Gern), 2061 m
  • Zadné Jatky, 2020 m
  • Bujačí vrch (deutsch Stirnberg), 1947 m
  • Muráň (deutsch Wandberg), 1890 m

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vladimír Adamec/Radek Roubal: Hohe Tatra. Touristenführer. Šport Verlag Bratislava 1980.