Bellona

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bellona (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bellona (Rembrandt)

Bellona (von lateinisch bellum „Krieg“, alte Form Duellona[1] von frühlateinisch duellum „Krieg“) war in der römischen Religion eine Kriegsgöttin. Sie wurde seit dem Ende der Republik mit der Kriegsgöttin Enyo aus der griechischen Mythologie und der anatolischen Mutter- und Kriegsgöttin Ma gleichgesetzt. Als solche erschien sie dem Sulla in einer Vision und forderte ihn zur rücksichtslosen Vernichtung seiner Feinde auf.[2]

In der späteren römischen Mythologie galt Bellona als Schwester, Tochter oder Ehefrau des Kriegsgottes Mars, manchmal auch als seine Wagenlenkerin oder Muse. Ihre Attribute sind Helm, Lanze, Schwert. Ihr Festtag war der 3. Juni.[3]

In der Kaiserzeit zierte ihr Bild oft den Denarius.

In Rom, auf dem Marsfeld außerhalb der Stadt in der Nähe des Marsaltares, stand seit 296 v. Chr. ein Tempel der Bellona zu Ehren. Appius Claudius Caecus hatte ihn gelobt und errichtet.[4] Seine gens, die Claudier, renovierten den Tempel später immer wieder und sorgten für seinen Erhalt. Innen war er mit Schlachtbildern geschmückt, die Appius Claudius Caecus als Feldherrn zeigten.

Der römische Senat empfing hier fremde Gesandtschaften, Feldherren vor ihrem Triumphzug sowie Personen, welche die Stadt nicht betreten durften. Direkt vor dem Tempel stand die so genannte columna bellica, die jeweils der symbolischen Kriegserklärung durch die Fetialen diente. Von ihr aus wurde eine in Blut getauchte Lanze in eine symbolisch zum Feindesland deklarierte Fläche beim Circus Flaminius geworfen. Erstmals erfolgte das beim Krieg gegen Pyrrhus.[5]

Der Kult der Bellona scheint durch die Raserei der Anhänger (fanatici), die sich mit Doppeläxten selbst Wunden zufügten, sowohl fasziniert[6] als auch abgestoßen zu haben. Man sagte dem Kult sogar Menschenopfer nach, so soll man 48 v. Chr. bei der versehentlichen Zerstörung eines Schreins der Bellona Gefäße mit Menschenfleisch gefunden haben.[7] Immerhin gab es innerhalb der Stadt mindestens einen Tempel mit einem Hain.[8]

Nach ihr benannt ist der Asteroid (28) Bellona.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bellona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Varro, De lingua latina 5,73; Antiquitates rerum humanarum et divinarum fr. 189 Cardauns.
  2. Plutarch, Sulla 9,4.
  3. Ovid, Fasti 6,201–208.
  4. Livius, Ab urbe condita 10,19,17.
  5. Servius, Commentarius in Vergilii Aeneida 9,52.
  6. Tibull, Elegien 1,6,43–54.
  7. Cassius Dio 42,26,2.
  8. CIL VI, 490. 2232. 2233. 2234.