Benutzerverzeichnis

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Das Benutzerverzeichnis ist das Stammverzeichnis der Verzeichnisse, in denen üblicherweise die persönlichen Daten und Einstellungen eines Computerbenutzers abgelegt werden. Die Verwendung von Benutzerverzeichnissen ermöglicht in Mehrbenutzersystemen zudem eine Trennung der Daten zwischen den unterschiedlichen Benutzern. Bei einem Systemupdate oder einer Neuinstallation des Betriebssystems ermöglichen Benutzerverzeichnisse auf einer separaten Partition zudem die problemlose Migration der Benutzerdateien.

Die Trennung von Benutzer- und Systemdaten dient in vernetzten Computersystemen auch als Schutzmechanismus. Da Malware nur mit den Rechten des befallenen Benutzers ausgeführt wird, wird durch den Einsatz von Benutzerverzeichnissen die Gefahr gebannt, dass andere Dateien (u. U. Systemdateien und Dateien anderer Benutzer) infiziert oder gelöscht werden, da der Benutzer auf diese Dateien in der Regel keine Schreib- und Löschrechte hat.

Unixoide Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf unixoiden Systemen enthält das Benutzerverzeichnis die Konfigurationsdateien des Benutzers (üblicherweise versteckt, also mit einem Punkt beginnend), alle persönlichen Dateien, sowie vom Benutzer lokal installierte Programme und Bibliotheken. Das Benutzerverzeichnis wird als Teil der Kontodaten des Benutzers spezifiziert (normalerweise in der Datei /etc/passwd). Auf vielen Systemen (Linux-Distributionen eingeschlossen) ist es unter dem Pfad /home/benutzername zu finden, wobei benutzername der Name des jeweiligen Benutzers ist. In NeXTStep, OPENSTEP und Mac OS X werden die Benutzerverzeichnisse unter /Users abgelegt.

Das Benutzerverzeichnis des root-Benutzers ist herkömmlicherweise / (Wurzelverzeichnis). Auf vielen System kommt jedoch auch /root (Linux, BSD) oder /var/root (Mac OS X) zum Einsatz.

Eine zusätzliche UNIX-Namenskonvention ist, dass ~benutzername als Abkürzung für das Benutzerverzeichnis des Benutzers namens benutzername verwendet werden kann, gleich wo sich das Benutzerverzeichnis im Dateisystem befindet. Diese Konvention wurde mit der C-Shell eingeführt und ist der Grund, warum viele Webserver die Homepage eines Benutzers anzeigen, wenn eine URL in der Form http://www.example.org/~benutzername in die Adresszeile eines Webbrowsers eingegeben wird. Eine weitere Konvention erlaubt es Benutzern, ihr eigenes Benutzerverzeichnis immer mit ~ abzukürzen.

Microsoft Windows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In aktuellen Versionen von Microsoft Windows, die auf dem Mehrbenutzersystem der Windows NT-Linie basieren, hat jeder Benutzer sein eigenes Benutzerverzeichnis. Dieses liegt unter C:\Users\benutzername. benutzername ist dabei die Kennung, unter der sich der Benutzer anmeldet. Users wird dabei im Windows Explorer in die jeweilige Sprache des Systems übersetzt angezeigt; auf einem deutschen Windows liest man daher Benutzer.

Vor Windows Vista, also auch bei dem immer noch weit verbreiteten Windows XP, lautet der Pfad in deutschen Versionen C:\Dokumente und Einstellungen\benutzername. Daher existiert bei aktuellen Windows-Versionen standardmäßig ein Link von diesem Pfad zum aktuellen.

Der Pfad zum Benutzerverzeichnis ist auch in der Umgebungsvariablen %USERPROFILE% gespeichert.

Unter den älteren Systemen der Windows-9x-Linie wurden die Benutzerdaten unter C:\Windows\Profiles\benutzername abgelegt.

VMS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Virtual Memory System (VMS) heißt das Benutzerverzeichnis verwirrenderweise Wurzelverzeichnis. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff des Wurzelverzeichnisses unter Unix-Betriebssystemen, bei denen der Begriff die höchste Ebene eines Dateisystems benennt. Diese oberste Ebene wird in VMS Master File Directory genannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]