Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein drittmittelfinanzierter Thinktank, der sich mit den weltweiten demographischen Veränderungen befasst. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Öffentlichkeit und für den politischen Entscheidungsprozess aufzubereiten sowie Konzepte zur Lösung demographischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten.

Das Institut wurde im August 2000 mit von der Falk- und Marlene-Reichenbach-Stiftung bereitgestelltem Startkapital gegründet und ist wegen der Förderung von Wissenschaft und Forschung als gemeinnützige Stiftung anerkannt. Das Institut ist laut Satzung und Förderkodex parteipolitisch unabhängig und konfessionell nicht gebunden. Es erhält keine öffentliche institutionelle Förderung und finanziert sich über Projektzuwendungen, Spenden und Forschungsaufträge. Förderer und Auftraggeber sind u.a. das BMFSFJ, die Europäische Kommission, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der GfK Nürnberg e.V., die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die KfW Entwicklungsbank, die Körber-Stiftung, das Ministerium des Inneren Brandenburg die Robert Bosch Stiftung, die Erste Stiftung, die Weltbank und die Software AG Stiftung.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiter ist der Chemiker Reiner Klingholz, der früher Zeit- und Geo-Wissen-Redakteur war. Das Institut hat neben dem Stiftungsrat auch einen Wissenschaftlichen Beirat.

Arbeits- und Themenschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut veröffentlicht Studien, Diskussionspapiere und Gutachten und erstellt Hintergrundpapiere. Es betreibt ein Online-Handbuch zum Thema Demografie und Entwicklung und versendet unregelmäßig einen Newsletter. Die Publikationen drehen sich um die Beschreibung des demografischen Wandels sowie dessen Auswirkungen. Themenschwerpunkte sind etwa

  • Auswirkungen der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum; Darstellung von Möglichkeiten, wie sich die technische und soziale Infrastruktur in besonders stark schrumpfenden Regionen anpassen kann oder muss.
  • Entwicklungspotenziale und demografische Entwicklung in Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum; Erarbeitung von Strategien, mit denen Partner in der Entwicklungszusammenarbeit dafür sorgen können, dass sich diese Länder demografisch, sozioökonomisch und ökologisch verträglich weiterentwickeln.
  • Zuwanderung und Integration.

Ziel der Stiftung ist nach eigenen Angaben, die öffentliche Wahrnehmung der weltweiten demografischen Veränderungen und der damit verbundenen Herausforderungen zu verbessern und damit zur Bewältigung des demografischen Wandels beizutragen.[2] Ein weiteres Ziel ist, statistische Daten und existierende Forschungsergebnisse aufzubereiten und für die breite Öffentlichkeit verständlich darzustellen.[3] Veröffentlichungen des Instituts werden häufig in den Medien genannt und zitiert und Mitarbeiter treten als Experten auf,[4] insbesondere zu den Themen Entwicklung des ländlichen Raums[5][6][7] sowie Zuwanderung[8][9][10][11] und zu allgemeinen Demografiethemen wie Geburtenentwicklung und Bevölkerungsentwicklung[12][13].

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vollständige Liste steht auf der Website des Instituts.

  • Innovation aus Tradition. Was land- und forstwirtschaftliche Familienbetriebe für die Stabilität und Entwicklung des ländlichen Raums leisten können (2017)
  • Globale Ansprüche, lokale Wirklichkeit. Wie unterschiedlich deutsche Kommunen eine nachhaltige Entwicklung umsetzen (2017)
  • Von Kirchtürmen und Netzwerken. Wie engagierte Bürger das Emsland voranbringen (2017)
  • Hohes Alter, aber nicht für alle. Wie sich die soziale Spaltung auf die Lebenserwartung auswirkt (2017)
  • Was tun, wenn das Wachstum schwindet? Warum auf Staat, Bürger und Wirtschaft eine neue Normalität zukommen könnte (2017)
  • Europas demografische Zukunft. Wie sich die Regionen nach einem Jahrzehnt der Krisen entwickeln (2017)
  • A Long Lifespan, but Not for All. How social divisions affect life expectancy (2017)
  • Europe's Demographic Future. Where the Regions Are Heading after a Decade of Crises (2017)
  • Viele Ziele, wenig Plan. Warum Kommunen und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nicht zusammenfinden. Eine Streitschrift (2017)
  • Frauen im Ruhestand. Immer noch schlechter gestellt (2017)
  • Is economic growth over? Why state, citizen and business may be facing a new normal (2017)
  • Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas (2017)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Förderung auf der Website des Berlin-Instituts. Abgerufen am 19. April 2015.
  2. Die ersten zehn Jahre. Herausgegeben vom Berlin-Institut. Abgerufen am 19. April 2015.
  3. Strategisches Profil des Berlin-Instituts. Abgerufen am 19. April 2015.
  4. Presseschau des Berlin-Instituts. Abgerufen am 19. April 2015.
  5. Die Schrumpfkur. In: Der Spiegel, 28. März 2015.
  6. Ageing but supple. In: Economist vom 14. März 2015. Abgerufen am 19. April 2015.
  7. Dörfer sollen besser schrumpfen. In: ZEIT Online. Abgerufen am 19. April 2015.
  8. Statement von Stephan Sievert in ZDF Berlin direkt. Abgerufen am 19. April 2015.
  9. Deutschland braucht qualifizierte Einwanderer. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 1. Februar 2015.
  10. Die letzten Meter der Reise. In: FAZ Online am 29. November 2014. Abgerufen am 19. April 2015.
  11. Faktencheck Integration mit Franziska Woellert. In: RBB Abendschau am 18. März 2015.
  12. Warum Deutschland schrumpft und Frankreich wächst/ Interview mit Tanja Kiziak. In: SR3 Kulturradio am 23. Februar 2015
  13. Mutter mit 29: Das erste Baby kommt immer später. In: Hamburger Abendblatt am 9. Dezember 2014. Abgerufen am 19. April 2015.