Berliner Compagnie

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Die Berliner Compagnie beim 97. Deutschen Katholikentag 2008 in Osnabrück mit ihrem Stück Das blaue Wunder

Die Berliner Compagnie (BC) ist ein Theater, das sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. 1981 hervorgegangen aus der Friedensbewegung, versteht es sich als alternatives politisches Tourneetheater.

Das Ensemble lebt und arbeitet in Berlin, spielt jedoch seine meist selbst entwickelten Stücke im gesamten deutschsprachigen Raum. Seit ihrer Gründung im Jahre 1982 durch die Schauspieler Gerhard Fries, damals am Staatstheater Kassel engagiert und Jean-Theo Jost (Staatstheater Wiesbaden) sind ihre thematischen Schwerpunkte Friede, Gerechtigkeit, Menschenrechte.

Von Anfang an hat die BC sich auch als „Aktivierungstheater“ verstanden oder, im Sinne Bertolt Brechts, als „Gebrauchstheater“. So sind die Vorstellungen meist mit Aktionen verbunden: mit Demonstrationen, mit Unterschrift- und Plakataktionen, mit Sammlungen, Diskussionen, Festen.

Die BC ist ein Repertoire-Theater und hält Inszenierungen über viele Jahre, so lange, wie sie verlangt werden.

Seit 1982 spielt die BC in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich, der Schweiz, Italien, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Polen und Tschechien; mittlerweile sind es über 2000 Gastspiele. In der Arbeit vieler in der Friedens-, Entwicklungs- und Menschenrechtsarbeit engagierter NROs haben die Stücke der BC mittlerweile einen festen Platz.

Die BC wurde im September 1992 als gemeinnützig anerkannt. Sie ist vom Senat von Berlin mit Bescheinigung vom 26. Oktober 1988 anerkannt als „Theater, das die gleichen Aufgaben erfüllt wie Theater des Bundes, der Länder, der Gemeinden oder der Gemeindeverbände“.

Die BC erhielt (meist mehrfach) Projektförderung vom Berliner Senator für kulturelle Angelegenheiten, von der EU-Kommission (entwicklungspolitische Direktion), vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ, über InWEnt), vom Kath. Fonds Kooperation Eine Welt, von der Stiftung Samenkorn-Gerechtigkeit, GLS Bank, von der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie von der Netzwerk Selbsthilfe e.V. Am 1. September 2009 erhielt die BC den bekannten Aachener Friedenspreis, seither existiert ein Förderverein.

Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1982 hat die Berliner Compagnie 28 Theaterproduktionen erarbeitet und in Berlin sowie auf Tourneen im In- und Ausland gezeigt:

  • 1982: Der Prozess gegen die Neun von Catonsville
  • 1984: Die Kuba-Krise
  • 1985: Auferstehung der Sonne
  • 1986: Oscar Romero
  • 1987: Bertolt Brechts Die Ausnahme und die Regel
  • 1987: SDI – als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst
  • 1989: Jedem das Seine (kein Stück über Südafrika)
  • 1990: Die Aussiedlerin
  • 1991: Das Mandelbaumtor
  • 1992: Wer tötete Chico Mendes?
  • 1993: Kein Asyl
  • 1994: Das Bankgeheimnis
  • 1995: Newroz. Kurdische Tragödie, Deutsche Farce
  • 1997: Beihilfe zum Export
  • 1998: Ken Saro-Wiwa. Blut für Öl
  • 1999: Schöne eine Welt
  • 2001: Hotel Justice
  • 2003: Terra! Terra!
  • 2004: Human Bombing
  • 2005: Kredit für Taslima
  • 2006: Tango Mortal Del Peso
  • 2007: Das blaue Wunder
  • 2008: Die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch
  • 2010: Die Weissen kommen. Ein Theaterstück über Afrika. Über uns.
  • 2011: So heiss gegessen wie gekocht. Klimakatastrophe mit Musik
  • 2013: Anders als du glaubst. Ein Theaterstück über Juden, Muslime, Christen und den Riss durch die Welt
  • 2014: Stille Macht. Eine Lobbyisten-Komödie mit Evergreens & Schmachtfetzen
  • 2015: Bettler auf goldenem Thron. Hoffnung kommt aus Bolivien
  • 2016: Das Bild vom Feind. Vom geheimnisvolle Gleichklang unserer Medien

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]