Berumerfehn

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Berumerfehn
Gemeinde Großheide
Wappen von Berumerfehn
Koordinaten: 53° 33′ 45″ N, 7° 20′ 23″ O
Höhe: 4 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26532

Berumerfehn ist ein Ortsteil der Gemeinde Großheide im Landkreis Aurich in Ostfriesland.

Der Ort bildete bis zur niedersächsischen Gemeindereform mit dem zugehörigen Ortsteil Westermoordorf eine selbständige Gemeinde, damals noch im Landkreis Norden. Am 1. Juli 1972 verschmolz die ehemals selbständige Gemeinde Berumerfehn mit weiteren Gemeinden zur (Einheits-) Gemeinde Großheide.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berumerfehn liegt knapp zehn Kilometer östlich der Stadt Norden in einem früher ausgedehnten Moorgebiet, dem Berumerfehner Moor. Es ist Teil eines ausgedehnten Moorgebietes, das sich früher ungefähr von Aurich bis Hage erstreckte. Heute sind nur noch Teile davon im Ursprungszustand erhalten, weite Flächen wurden zur Torfgewinnung abgegraben.

Das Berumerfehner Moor grenzt an das Ewige Meer, einen Hochmoorsee, der jedoch bereits auf dem Gebiet der Gemeinde Eversmeer im Landkreis Wittmund liegt.

Der Ortskern ist geprägt vom Berumerfehnkanal, der zum einen der Entwässerung der Moorflächen diente, zum anderen aber auch die Verbindung per Boot in die Stadt Norden darstellte.

An den Fehnkanal grenzt ein Forst an, der nach dem Abtorfen des Geländes planmäßig dort angelegt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1794 von der Norder Fehnkompanie gegründet. Dieser Gesellschaft gehörten Bürger aus Norden und aus Hage an, die durch das Abtorfen des Moores die Versorgung mit dem Brennmaterial sicherstellen wollten. Torf war seinerzeit das bevorzugte (weil oft auch einzige) Brennmaterial in weiten Teilen Ostfrieslands. Durch einen Erbpachtvertrag wurde das Abbaurecht gesichert. Auch die Jagd und der Fischfang waren gestattet. Die Kolonisten legten die Wieken selbst an und forsteten später auch den Wald auf.

Der Ort wurde zunächst Norderfehn genannt, da es die erste (und auch einzige) Fehnkolonie war, die von Norder Bürgern gegründet wurde. Später setzte sich der Name Berumerfehn durch, als der Ort nach dem näher gelegenen Berum, Sitz des Amtes Berum, benannt wurde.

Für die Fehnkolonisten wurde im Jahr 1895 die Berumerfehner Kirche gebaut, 1997 ergänzt um ein großes Gemeindezentrum.

Hatte Berumerfehn 1821 noch 256 Einwohner, so stieg die Zahl bis 1939 bereits auf 1278. Kurz vor der Gemeindereform, nämlich im Jahre 1970, hatte die Gemeinde Berumerfehn 1810 Einwohner. Mit einer Fläche von fast 22 Quadratkilometern war sie - nach Norderney - in Bezug auf die Fläche die zweitgrößte Kommune des früheren Landkreises Norden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompaniehaus

Das Kompaniehaus der früheren Fehnkompanie ist heute ein Ausflugslokal. Zudem befinden sich in Berumerfehn ein Galerieholländer und das Wald- und Moormuseum. Der Forst wird zur Erholung genutzt. In gewissem Umfang können auf eingerichteten Wegen auch Ausflüge ins Moor unternommen werden. Auch wenn das Moor sich heute anders darstellt als noch vor mehr als 200 Jahren, so sind dabei dennoch einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen von Tourismus, Landwirtschaft sowie kleineren Handwerks- und Handelsbetrieben gibt es in Berumerfehn kaum Unternehmen. Die meisten Einwohner arbeiten außerhalb, oft in den Städten Norden, Aurich oder Emden.

Berumerfehn wird über Kreisstraßen in alle vier Himmelsrichtungen erschlossen. Die B 72 liegt erst in einigen Kilometern Entfernung. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind diejenigen in Marienhafe (nur Regional-Express) und Norden (auch InterCity).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 264.