Besen (Perkussion)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Besen

Ein Besen, auch Jazzbesen genannt, ist eine spezielle Art des Sticks.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Besen begann in den frühen 1900er-Jahren in New Orleans. In Anlehnung an die Tradition des rhythmischen Besenkehrens der Barbiere und Bürstens der Schuhputzer waren Schlagzeuger auf der Suche nach einem weicheren Sound. Sie experimentierten mit Fliegenklatschen aus feinen Metalldrähten, die den ab etwa 1920 produzierten speziellen Jazzbesen schon sehr ähnlich waren.[1][2]

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besen bestehen aus einem Schaft, der als Griff dient. Dieser besteht aus einem gummiummantelten Metallrohr, Kunststoff oder Holz. Die Drähte des Besens haben verschiedene Stärken und können sowohl aus Metall als auch aus Plastik bestehen. Bei manchen Varianten können sie mit einem Metallstab in das Innere des Schaftes gezogen werden. So kann der Öffnungswinkel der Drahtfächers, und damit deren gegen das Schlagfell wirkende Härte verändert werden.

Klang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besen haben einen weichen, fließenden und leisen Klang, was ideale Verhältnisse sind, um Jazz-Balladen zu spielen. Sie sind sehr flexibel einsetzbar und können in vielen Musikrichtungen eingesetzt werden, wie im Modern Jazz, Country, Dixieland und New Orleans Jazz. Der Klang der Besen gibt der Band eine ebenso gute Rhythmik wie der der Stöcke.

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wisch“- oder „Rühr“technik: Sinn und Zweck ist es, einen sustainen bzw. beständigen, rhythmisch rauschenden Klang zu haben. Eine Hand bewegt sich kreisförmig auf der Snare, während die andere Hand phrasiert, oder zum Beispiel einen durchgehenden Rhythmus wie etwa Swing spielt. Dies variiert in Technik und Rhythmik je nach gewünschter Stilistik. Eine raue Trommelfelloberfläche (Naturfell oder beschichtetes („coated“) Kunststofffell) ist für diesen wischenden Besenklang wichtig.[3]

Mit Besen kann man wie mit Sticks auch schlagend arbeiten, jedoch ist das Klang- und das Schlagverhalten ein völlig anderes.

Die Becken können wahlweise mit dem Schaft (Griff), als auch mit den Drähten gespielt werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Garry Patton: Never Swat a Fly! the origins of brush playing in jazz. 2015, abgerufen am 1. Dezember 2017 (englisch).
  2. Garry Patton: What Swat - A guide to early wire brushes. 2010, abgerufen am 1. Dezember 2017 (englisch).
  3. Clayton Cameron: Brushworks: the new language for playing brushes. Carl Fischer, 2003, ISBN 978-0-8258-4962-6.