Betanin

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Dieser Artikel beschreibt den Farbstoff. Zum brasilianischen Fußballspieler siehe Paulo Sérgio Betanin.
Strukturformel
Strukturformel von Betanin
Allgemeines
Name Betanin
Andere Namen
  • Betanoin
  • Betenrot
  • E 162
Summenformel C24H26N2O13
CAS-Nummer 7659-95-2
PubChem 11953901
Eigenschaften
Molare Masse 550,47 g·mol−1
Löslichkeit

sehr gut in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Betanin (auch Betanoin, Betenrot oder umgangssprachlich Beetenrot) ist ein natürlich vorkommender roter Farbstoff, der vor allem in der Roten Rübe (Beta vulgaris), aber auch in den Blüten und Früchten anderer Pflanzen zu finden ist. Betanin zählt zur Gruppe der Betalaine und deren Untergruppe der Betacyane.

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Glycosid Betanin ist ein gut wasserlöslicher Farbstoff, der empfindlich auf Licht und Wärme reagiert. Die Farbe einer Lösung der Verbindung in Wasser hängt vom pH-Wert ab und kann daher als pH-Indikator dienen: Im stark sauren pH bis 2 ist die Lösung violett; bei pH 4 erfolgt ein Farbumschlag nach rot[1]. Im stark basischen Bereich schlägt die Farbe unter Hydrolyse der glycosidischen Bindung in gelblich-braun um. Dabei entstehen das Aglycon Betanidin und Glucose.

Betanin ist unter der Bezeichnung „E 162“ als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen[3] und wird als Lebensmittelfarbe für Fruchtzubereitungen und -gelees, Molkereiprodukte (Joghurt), Saucen, Süßigkeiten (Kaugummi, Speiseeis), Würzmittel (Essig)[4], Marmelade, Frühstücksgetreideprodukte u. a. Lebensmittel verwendet. Betanin hat nahezu kein Potenzial als allergieauslösender Stoff[4].

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Trennung, Kristallisation und Strukturanalyse des Betanins wurde 1957 von Hugo Wyler und André Dreiding berichtet.[5] Frühere Versuche der Strukturaufklärung, unter anderem durch Robert Robinson, waren erfolglos geblieben.[6]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Betanin. In:Lexikon der Biochemie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 1999.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Eintrag zu Betalaine. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. August 2011.
  4. a b Dean D. Metcalfe, Hugh A. Sampson, Ronald A. Simon: Food Allergy: Adverse Reactions to Foods and Food Additives. 4. Auflage, Blackwell Publishing, 2009, ISBN 978-1-4051-5129-0, S. 416.
  5. H. Wyler, A. S. Dreiding: Kristallisiertes Betanin. Vorläufige Mitteilung. In: Helvetica Chimica Acta. Band 40, Nr. 1, 1957, S. 191–192, doi:10.1002/hlca.19570400122.
  6. Das Geheimnis des roten Farbstoffs in Randen und Kakteen (Seite 15)