Betriebsimmobilie

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Betriebliche Immobilien bzw. Betriebsimmobilien oder, im internationalen Umfeld, Corporate-Real-Estate (CRE) bezeichnen die Immobilien von Unternehmen, welche nicht zum Zweck der Kapitalanlage, sondern bedingt durch die Nutzung durch das jeweilige Unternehmen errichtet, betrieben und verwertet werden. Die erfolgs- und wertorientierte Beschaffung, Verwaltung und Vermarktung von Betriebsimmobilien wird als Corporate-Real-Estate-Management oder betriebliches Immobilienmanagement bezeichnet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immobilien dienen Unternehmen nicht nur als Investition oder Kapitalanlage zur Erwirtschaftung einer Rendite. Sie können stattdessen in Unternehmen auch wie ein Betriebsmittel betrachtet werden, wenn ihr Zweck lediglich der Erfüllung einer – nicht immobilienwirtschaftlich geprägten – Aufgabe dient. In einem solchen Fall ist das Beschaffen, Betreiben und Verwerten der betreffenden Immobilien kein Kerngeschäftsprozess, sondern ein Unterstützungsprozess im Unternehmen.

Abgrenzung zwischen Anlageimmobilien und Betriebsimmobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht auf Immobilien ausgerichtet sind, werden in der Immobilienwirtschaft als Non-Property-Unternehmen bezeichnet. Deren Portfolio von Immobilien als Bestandteil des Anlagevermögens sind vollständig der Kategorie Betriebsimmobilien zuzuordnen. Dabei handelt es sich um alle Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte sowie Gebäude und bauliche Anlagen, unabhängig ob sich diese im Eigentum des Unternehmens befinden oder nur gemietet bzw. gepachtet sind oder deren Nutzung nur gestattet wurde.

Umgekehrt werden Unternehmen, deren Kerngeschäft auf explizit Immobilien ausgerichtet sind, in der Immobilienwirtschaft als Property-Unternehmen bezeichnet. Deren Portfolio von Immobilien sind vollständig der Kategorie Anlageimmobilien zuzuordnen. Dabei handelt es sich um alle Grundstücke und grundstückgleiche Rechte sowie Gebäude und bauliche Anlagen, unabhängig ob sich diese im Eigentum des Unternehmens befinden oder nur gemietet bzw. gepachtet sind oder deren Nutzung nur gestattet wurde.

Bei Anlageimmobilien steht die Ausrichtung auf einen Wertbeitrag für das Unternehmen im Sinne einer Erwirtschaftung eines Ertrags bzw. einer Rendite aus der Immobilie selbst im Vordergrund. Ein professionelles Corporate-Real-Estate-Management hat zwar ebenfalls einen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Im Vordergrund steht aber hierbei nicht der Ertrag bzw. die Rendite aus der Errichtung, Bewirtschaftung oder der Verwertung der Betriebsimmobilie. Der jeweilige Wertbeitrag leitet sich hingegen aus den Kerngeschäftsprozessen ab. Diese können von Unternehmen zu Unternehmen, von Branche zu Branche sowie von Land zu Land stark variieren. Üblicherweise handelt es sich um Wertbeiträge, die auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen, Effizienz und Effektivität im Umgang mit der Immobilie oder Nutzerzufriedenheit – also der Zufriedenheit des Kerngeschäfts mit dem Unterstützungsprozess – abzielen (für Details siehe hierzu nachstehende Literatur – Glatte, Th.: The Importance of Corporate Real Estate Management in overall Corporate Strategies).

Abgrenzung zwischen betriebsnotwendigen und nicht betriebsnotwendigen Betriebsimmobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsimmobilien werden als Betriebsmittel für die Erfüllung des Kerngeschäftsprozesses benötigt. Sie sind somit ursächlich auch betriebsnotwendig. Unternehmen richten ihre Strategien an den Gegebenheiten des Marktes aus. Diese wiederum unterliegen regelmäßig Veränderungen. Daraus abgeleitet ist es ebenfalls notwendig, dass Unternehmen auch ihr Portfolio an betrieblichen Immobilien an die geänderte Unternehmensstrategie anpassen müssen. Im Zuge dessen müssen nicht nur neue Immobilien beschafft oder errichtet werden. Es werden auch bisher genutzte Immobilien obsolet. Diese werden als nicht betriebsnotwendige Betriebsimmobilien bezeichnet.

Es zeichnet ein professionelles, modernes Corporate-Real-Estate-Management, Betriebsimmobilien bereits bei deren Beschaffung oder Errichtung so auszurichten, dass im Falle eines künftigen Wegfalls der Betriebsnotwendigkeit eine wertoptimierte Verwertung möglich ist. Daher ist bereits bei der Planung der Immobilie auf eine mögliche Drittverwendbarkeit zu achten.

Abgrenzung zwischen Betriebsimmobilien und Unternehmensimmobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensimmobilien im engeren Sinne umfassen Immobilien, welche die bauliche Hülle für Prozesse der Logistik, der Leichtindustrie, der Schwerindustrie aber auch der Forschung und Anwendungstechnik zur Verfügung stellen. Im weiteren Sinne umfasst es alle betrieblich genutzten Immobilien. Im weiteren Sinne sind also Betriebsimmobilien und Unternehmensimmobilien deckungsgleich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]