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Betty Bossi

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Betty Bossi Logo 2018

Betty Bossi ist der Name einer Kunstfigur, die ab 1956 dafür genutzt wurde, mit Kochrezepten den Umsatz von verschiedenen Lebensmittelprodukten zu steigern. Heute ist Betty Bossi auch ein Markenzeichen und ein Label der Coop für Convenience Food und weitere Produkte.

Die Werbetexterin Emmi Creola-Maag, angestellt bei der Agentur Lintas, erfand die Kunstfigur Betty Bossi für die Unilever-Tochterfirma Astra. Dabei liess sie sich von der fiktiven Kochfigur Betty Crocker inspirieren. Den Nachnamen entnahm sie dem Genfer Telefonbuch.[1] Betty Bossi sollte mit Kochrezepten in der Schweiz für die vermehrte Verwendung von Margarine und Öl der Marken Astra und Sais werben. Am 1. April 1956 erschien die erste Betty Bossi Post in deutscher und französischer Sprache, 1966 wurde sie zur abonnierbaren Zeitschrift. 1973 erschien das erste Betty-Bossi-Kochbuch, ein Backbuch. 1977 wurde innerhalb der Unilever-Gruppe die Betty Bossi Verlag AG gegründet. Mittlerweile wurden die Zeitschrift und der Kochbuchverlag zur Marke.

Ab 1979 stellte Betty Bossi ihren Abonnentinnen und Abonnenten besondere Angebote bereit: nützliche Küchen- und Haushaltsgeräte, die den Alltag erleichtern und dazu beitragen sollten, wertvolle Zeit zu sparen. Im Jahr 1986 eröffnete Betty Bossi eine Kochschule, wobei sieben Kurse zur Wahl standen.[2]

Unilever verkaufte Betty Bossi 1995 an Ringier AG. Ab November 2001 gehörte die Marke je zur Hälfte dem Medienunternehmen Ringier und dem Grossverteiler Coop. Seither verkauft Coop verschiedene Frischconvenience-Produkte unter dem Betty-Bossi-Label.

Im Jahr 2001 folgte die von Betty Bossi produzierte Fernsehsendung al dente, die bis 2010 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde. Heute ist Betty Bossi auch im World Wide Web mit Crossover-Küche präsent. Der Nettoerlös des Unternehmens betrug 2019 81 Mio. Franken[3].

Am 21. Dezember 2012 übernahm Coop vom Medienhaus Ringier den 50-Prozent-Anteil an der Betty Bossi AG.[4] Seit Juni 2021 ist Betty Bossi eine Division der Coop Genossenschaft, die Aktiengesellschaft wurde aufgelöst.

Im am 20. November 2025 Premiere feiernden Film Hallo Betty wurde die von Sarah Spale gespielte Figur von Emmi Creola inspiriert.[5][6]

  • Markus Lischer: Betty Bossi. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • H. U. Michel: Firmengeschichte Sais/Astra. Sais, Zürich 1991 (Festschrift anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums von Sais Zürich im Jahre 1991 und von Astra Steffisburg im Jahre 1992).

Einzelnachweise

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  1. Emmi Creola-Maag (1912-2006) - Sinerzyt - SRF. Abgerufen am 15. Januar 2024.
  2. Geschichte von Betty Bossi. Abgerufen am 20. November 2025.
  3. Dölf Barben: Betty Bossy - die unsterbliche Influencerin. SWI swissinfo.ch, 14. Februar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
  4. Coop übernimmt die Betty Bossi AG zu 100 Prozent (Memento des Originals vom 14. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.coop.ch
  5. Drehstart der SRF-Koproduktion «Hallo Betty», SRF Medienmitteilung 23. Januar 2025
  6. Hallo Betty, swissfilms.ch

Koordinaten: 47° 21′ 39,1″ N, 8° 31′ 45,7″ O; CH1903: 682397 / 246131