Bielabach

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Bielabach
Biela
Bielabach in Hallbach

Bielabach in Hallbach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5426854
Lage Deutschland, Sachsen
Flusssystem Elbe
Abfluss über Flöha → Zschopau → Freiberger Mulde → Mulde → Elbe → Nordsee
Quelle am Forsthaus Schönhaide zwischen Pilsdorf und Sayda
50° 43′ 30″ N, 13° 24′ 13″ O
Quellhöhe etwa 660 m ü. NHN[1]
Mündung bei Blumenau (Olbernhau) in die FlöhaKoordinaten: 50° 40′ 22″ N, 13° 17′ 48″ O
50° 40′ 22″ N, 13° 17′ 48″ O
Mündungshöhe etwa 430 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied etwa 230 m
Sohlgefälle etwa 16 ‰
Länge 14,3 km[2]
Einzugsgebiet 33,8 km²[2]
Abfluss MQ
430 l/s
Durchflossene Stauseen Dittmannsdorfer Teich
Kleinstädte Olbernhau

Der Bielabach (auch kurz Biela) ist ein etwa 14 km langer, rechter Nebenfluss der Flöha bei Olbernhau im sächsischen Erzgebirge.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oberlauf wird der Bielabach durch den Dittmannsdorfer Teich aufgestaut.

Der Bach bildet sich aus drei vernässten Quellmulden zwischen Pilsdorf und Sayda. Die mittlere am Forsthaus Schönhaide wird hierbei als Hauptquelle angesehen.[2] Über Ullersdorf – dieses Teilstück wird auch als Ullersdorfer Bach bezeichnet – fließt der Bach Richtung Südwesten nach Dittmannsdorf. Dort wird er durch den Dittmannsdorfer Teich aufgestaut. Der 11 Hektar große Kunstteich wurde zwischen 1826 und 1828 angelegt, um den Bedarf mit Aufschlagwasser im Bergrevier von Brand zu decken. Hierzu besteht unterhalb der Staumauer die Möglichkeit, das Wasser in das Kunstgrabensystem der Revierwasserlaufanstalt Freiberg (obere Wasserversorgung) einzuspeisen.

Der Bach fließt dann in einem breiten Tal weiter nach Schönfeld und Pfaffroda, das sich in einem Nebental den Hang hinauf erstreckt. Mit dem Schönfelder Teich und dem Schlossteich gibt es hier zwei kleinere Standgewässer. Unterhalb von Pfaffroda hat der Bach ein bis zu 100 m tiefes Kerbsohlental eingeschnitten. Besonders auffällig ist das Gleichgewicht zwischen Erosion und Sedimentation, das zu einem mäandrierenden Verlauf des Baches führt.

Bei Hallbach nimmt er von rechts den Hallbacher Dorfbach. Hier nimmt der Bach einen bemerkenswerten Verlauf: wie auch der Bärenbach und andere Bäche am Osthang des Flöhatals macht er kurz vor der Flöha einen deutlichen Knick nach Süden, also entgegen der Neigung der Erzgebirgs-Pultscholle. Die Ursache könnte tektonischer Art sein oder mit den dort vorkommenden Rotliegend-Sedimenten zusammenhängen.[3]

Kurz vor der Mündung teilt die mittlerweile breite Aue des Baches die Olbernhauer Ortsteile Kleinneuschönberg (westlich) und Niederneuschönberg (östlich). Hier kann das Wasser auf drei Wegen in die Flöha gelangen. Ein Hochwasserabschlag ermöglicht es, das Wasser auf kurzem Weg in die Flöha abzuführen. Der natürliche, mittlerweile begradigte Verlauf führt ihn parallel zur Flöha in der breiten Olbernauer Talwanne noch etwa 1,5 km bis nach Blumenau. Nördlich wurde ein Ableitungsgraben angelegt, der Teil des Entwässerungssystems für die Torfstiche bei Reukersdorf war und noch einmal etwa 1,5 km weiter führt. Diese bis zu 4 m mächtigen Torflager wurden noch bis 1979 abgebaut.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sattelbach (rechts)
  • Geiselbach (links)
  • Hallbacher Dorfbach (rechts)

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im sächsischen und böhmischen Erzgebirge häufige Name leitet sich vom obersorbischen „bely, bela“ = weiß ab, was auf die Reinheit des Wassers hinweist.[4]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am unteren Teilstück zwischen Hallbach und Kleinneuschönberg standen mehrere Öl-, Mahl- und Brettmühlen.

Große Teile des Bielabaches sind unter Schutz gestellt. Der aufgestaute Dittmannsdorfer Teich ist Teil des FFH-Gebiets Freiberger Bergwerksteiche.[5] Das teilweise tief eingeschnittene Teilstück ab Pfaffroda ist Teil des FFH-Gebiets Flöhatal.[6] Ein etwa 1,6 km langes und etwa 15 Hektar umfassendes Teilstück zwischen Pfaffroda und Niederlochmühle ist zusätzlich als Landschaftsschutzgebiet Bielatal (c 39) ausgewiesen.[7]

Historisch sind kleine Bestände der Flussperlmuschel belegt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bielatal. In: Um Olbernhau und Seiffen (= Werte unserer Heimat. Band 43). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1985, S. 38f.
  • Pfaffroda. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band. Schumann, Zwickau 1821, S. 224 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bielabach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sachsenatlas
  2. a b c Karte des Wasserhaushaltsportals Sachsen
  3. Alfred Rathsburg: Geomorphologie des Flöhagebietes. In: Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde. Band 15, 1904, S. 507 (Digitalisat)
  4. Paul Knauth: Die Flußnamen des Erzgebirges. Vogts, Freiberg 1935, S. 22.
  5. Dittmannsdorfer Teich als Teilfläche des FFH-Gebiets Freiberger Bergwerksteiche auf Kartendienst des BfN
  6. Bielatal als Teilfläche des FFH-Gebiets Flöhatal auf Kartendienst des BfN
  7. LSG Bielatal auf Kartendienst des BfN