Blaue Adria (Rheinland-Pfalz)

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Blaue Adria
Strand der Blauen Adria
Strand der Blauen Adria
Geographische Lage Deutschland
Rheinland-Pfalz
Rhein-Pfalz-Kreis
Altrip
Größere Städte in der Nähe Ludwigshafen am Rhein
Daten
Koordinaten 49° 25′ 33″ N, 8° 27′ 44″ OKoordinaten: 49° 25′ 33″ N, 8° 27′ 44″ O
Blaue Adria (Rheinland-Pfalz) (Rheinland-Pfalz)
Blaue Adria (Rheinland-Pfalz)
Höhe über Meeresspiegel 89 m ü. NHN
Fläche 20 haf5
Länge 650 m[1]dep1f6
Breite 350 m[1]dep1f7
Maximale Tiefe 10 mf10

Besonderheiten

Gesamtgröße des Gewässerensembles > 1 km²[1]

Die Blaue Adria auf der Gemarkung der pfälzischen Ortsgemeinde Altrip (Rheinland-Pfalz) ist ein Baggersee, der westlich des Rheins zusammen mit kleineren Wasserflächen neben einer zum Teil verlandeten Altrheinschlinge, dem Neuhöfer Altrhein, beim Abbau von Kies entstanden ist. Zugleich ist Blaue Adria auch der Name des gesamten Naherholungsgebiets, das rund um die Seenlandschaft geschaffen wurde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blaue Adria liegt südöstlich der Großstadt Ludwigshafen in der Mitte zwischen der Wohnbebauung von Altrip im Osten und derjenigen von Neuhofen im Westen; beide Gemeinden sind jeweils 1,5 km entfernt.

Erreichbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erreicht wird die Blaue Adria von Norden her über eine Zufahrt, die von der Verbindungsstraße Ludwigshafen–Altrip in Höhe des Weißen Häusels nach Süden abzweigt, von Süden her über die Straßenverbindung Waldsee–Altrip.

Kenndaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamten Wasserflächen nehmen mehr als 1 km² ein. Der größte der ursprünglichen Baggerseen ist die eigentliche, 20 Hektar große und maximal 10 m tiefe Blaue Adria. Die übrigen Gewässer sind der noch größere Neuhöfer Altrhein sowie die kleineren Schwanen-, Jäger- und Karpfenweiher. Der Schwanenweiher im Norden und der Karpfenweiher im Süden lassen sich auch als Teile der Blauen Adria ansehen, die jeweils nur durch eine schmale Landbrücke von ihr abgetrennt sind. Hinzu kommt das umliegende Landareal mit 35 Hektar, wovon die ausgebauten Strände knapp ein Drittel ausmachen.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mehrteilige Naherholungsgebiet besteht aus den Wasser- und Uferflächen und enthält die ausgewiesenen Naturschutzgebiete 7338-013 Neuhofener Altrhein, 7338-066 Neuhofener Altrhein (nördliche Erweiterung) und 7338-185 Kistnerweiher. Der Baggersee Blaue Adria bildet das Herzstück des Geländes. Dort befinden sich ein Campingplatz, ein frei zugänglicher, im Sommer von der Johanniter-Unfall-Hilfe und der DLRG überwachter Sandstrand sowie Kiosk und WC. Auch am mittleren Badestrand des Neuhöfer Altrheins ist eine DLRG-Rettungswache (DLRG Altrip) stationiert. Auf der Landzunge, die sich in den See erstreckt, und auf der „Liebesinsel“, die über diese Landzunge zu Fuß erreicht werden kann, ist FKK üblich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1950 war das Gebiet der aufgegebenen Baggerweiher ungepflegtes Ödland. Das Naherholungsgebiet wurde in den 1950er Jahren auf Initiative eines Zahnarztes aus Heidelberg geschaffen. Dieser wollte in der Zeit des beginnenden deutschen Wirtschaftswunders auch denjenigen eine Urlaubsmöglichkeit bieten, die noch nicht ins Ausland verreisen konnten. Im Anklang an den damals populär werdenden Adriaurlaub gründete er die Interessengemeinschaft Blaue Adria, die für die Kultivierung der Gewässerränder und die Errichtung einer Infrastruktur sorgte. Eintrittsgelder werden bis heute nicht erhoben, die etwa 2000 Parkplätze sind allerdings gebührenpflichtig.

Anfangs war geplant, von den Bundesstraßen 9 (Karlsruhe–Ludwigshafen) und 44 (Frankfurt–Ludwigshafen), die sich derzeit am Rheingönheimer Kreuz treffen, eine Verbindungsspange als Ludwigshafener Südumgehung etwa 7 km nach Osten zu führen. Dort sollte sie mittels einer neuen Brücke über den Rhein an die Südumgehung der badischen Nachbarstadt Mannheim angebunden werden, um den Autobahnring um die beiden Städte zu schließen. Mit Rücksicht auf das Naherholungsgebiet bei Altrip, dessen nördlichen Bereich die Trasse durchquert hätte, wurde dieses Vorhaben im Jahr 2003 nach jahrzehntelangen Diskussionen „endgültig“ fallen gelassen; der Planfeststellungsbeschluss wurde aufgehoben und das Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen. Auch in den Regionalplan, der bis zum Jahr 2020 gilt, wurde die Reservierung der Trasse nicht aufgenommen. Da in einer Fußnote eine Realisierung in ferner Zukunft als möglich beschrieben wurde, ist der Ausbau des Rheingönheimer Kreuzes theoretisch weiterhin offen.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blaue Adria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. Die Rheinpfalz am Sonntag, Ausgabe Pfalz. Ludwigshafen 13. April 2008.
  3. Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Rhein-Pfalz-Kreis. Ludwigshafen 31. Mai 2011.
  4. Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Rhein-Pfalz-Kreis. Ludwigshafen 5. August 2011.