Altrip

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Altrip
Altrip
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Altrip hervorgehoben
Koordinaten: 49° 26′ N, 8° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Rheinauen
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 10,48 km²
Einwohner: 7568 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 722 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67122
Vorwahl: 06236
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 99
67165 Waldsee
Webpräsenz: www.altrip.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Jacob
Lage der Ortsgemeinde Altrip im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild

Altrip (von lateinisch alta ripa „hohes Ufer“) ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Der nahezu unverändert überkommene Name geht darauf zurück, dass hier im Jahr 369 unter dem römischen Kaiser Valentinian I. das Kastell Alta Ripa gegründet wurde.

Seit dem 1. Juli 2014 gehört Altrip der Verbandsgemeinde Rheinauen an, die vor dem 1. Januar 2016 den Namen Waldsee trug. Da die bis dahin verbandsfreie Gemeinde Altrip am Stichtag 30. Juli 2009 weniger als 10.000 Einwohner hatte, wurde am 19. Dezember 2011 auf der Grundlage der rheinland-pfälzischen Kommunal- und Verwaltungsreform zwischen den beteiligten Gemeinden eine Vereinbarung zur Bildung einer neuen Verbandsgemeinde getroffen. Diese wurde per Gesetz zum 1. Juli 2014 gebildet.[2]

Altrip ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß der Landesplanung als Grundzentrum eingestuft.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage an der Rheinschlinge

Altrip liegt südlich der Großstadt Ludwigshafen am Westufer des Rheins gegenüber dem rechtsrheinischen Mannheim und ist der am weitesten östlich gelegene Ort der Pfalz und des Landes Rheinland-Pfalz. Altrip erstreckt sich auf einem Schwemmlandrücken inmitten der Niederung des Rheins, der in diesem Bereich seinen heutigen Verlauf durch die Rheinbegradigung nach Johann Gottfried Tullas Plänen in den Jahren 1865 bis 1874 erhielt und den Ort in einer Schleife im Süden, Osten und Norden umfließt.

Strand der Blauen Adria
Rhein bei Altrip

Im Norden und Süden treten die abgeschnürten Altrheinarme bis an den Ort heran. Der Westen ist geprägt von einer zum Teil verlandeten Altrheinschlinge, dem Neuhöfer Altrhein, sowie vom Seeensemble der sogenannten Blauen Adria. Entlang des Rheins und seiner Altrheinarme breiten sich Auwälder aus. Die Hälfte der Gemarkungsfläche wird von Gewässern, Ödland und Forst eingenommen.

In einem der heute verlandeten Rheinarme wurde noch vor 200 Jahren Gold gewaschen. Heute beuten Sand- und Kiesbagger den Boden aus. Die Lagerung reicht bis 20 m Tiefe vom Flugsand über Fein- und Grobsand sowie Fein- und Grobkies.

In dem in Tübingen herausgegebenen Cottaischen Morgenblatt für gebildete Stände schildert ein Briefschreiber einen Spaziergang nach Altrip im Jahr 1812:

„Als wir anlandeten, empfingen uns zwei französische Zollbeamte und forderten uns die Pässe ab. Wir hatten keine und versuchten also auf gut Glück ohne Laufzettel nach Altrip zu kommen. Wir erklärten, unsere Absicht wäre nur, den Pfarrer des Ortes zu besuchen, und auf unser Ehrenwort, dass wir nicht weiter gehen wollten, wurden wir mit echt alter französischer Höflichkeit entlassen. Glücklich kamen wir nun in Altrip an. Dieser Ort hat eigentlich seinen Namen von den hohen Ufern des Rheins. Die Römer hatten da eine Kolonie, die sie alta ripa nannten. Sonst war es diesseits des Rheines, heutzutage aber, da der Strom sich ein neues Bett gesucht hatte, liegt es jenseits. Die Einwohner nähren sich von der Fischerei, die hier sehr ergiebig ist, da in dem alten Rhein viele und große Fische sich aufhalten. Ohne besondere Anweisung fällt es schwer, Fische zu bekommen, da die Gemeinde ihre Ausbeute nach Mainz schickt. Hier ist es, wo die Regierung den alten Rhein von neuem trennen ließ: der Damm, der dieses bewerkstelligt, ist wahrhaft groß. Viele tausend Morgen Land werden durch diesen Damm vor Überschwemmung geschützt.“[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altrip liegt in einem Gebiet, dessen Klima durch zahlreiche Gewässer und Wälder beeinflusst wird. Der Vorfrühling beginnt bereits im ersten Märzdrittel. Die Jahrestemperaturen liegen bei 11 °C. Starke Niederschläge im Sommer können Treibhauseffekte bewirken, die Gewässer begünstigen im Spätherbst Nebelfelder.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind von Nord nach Süd Ludwigshafen am Rhein, Neuhofen und Waldsee auf der westlichen sowie Mannheim auf der östlichen Rheinseite.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeittafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ereignis
369 Erwähnung Altrips im Codex Theodosianus
370 Rede des Quintus Aurelius Symmachus über die
Errichtung des Kastells Alta Ripa vor Kaiser Valentinian I.
380 Altriper Legionäre müssen das Christentum annehmen
390 Nennung Altrips in der Notitia dignitatum
um 400 Legionäre räumen das Kastell Alta Ripa
406/407 Zerstörung des Kastells durch Brand
436/437 Ende der Burgundenherrschaft in Altrip
762 König Pippin III. schenkt die Cella Altrepio dem Kloster Prüm in der Eifel
840 Regino wird in Altrip geboren
892 Regino wird Abt des Klosters Prüm

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Zeugnis menschlichen Lebens bei Altrip ist der in einer Kiesgrube gefundene Oberschenkelknochen eines Neandertalers, der vor mehr als 100.000 Jahren lebte. Er hatte einen untersetzten, etwa 1,60 m großen Körper mit kurzen Gliedmaßen, einen niedrigen Schädel und starke Knochenwülste über den Augen. Wenn auch in der Altriper Gemarkung kein eiszeitlicher Werkzeugfund geborgen werden konnte, so wurden in Kiesgruben doch viele tierische Knochenfunde gemacht, u. a. Mammutknochen, Zähne von Wisent und Urpferd, Bruchstücke eines Riesenhirschgeweihs, Hauer eines Urebers und das Unterkieferstück einer Urantilope.

Aus der Jungsteinzeit wurden Werkzeuge gefunden, aus der Bronzezeit ein Bronzegefäß und eine Bronzenadel, während es keine inventarisierten Funde aus der Eisenzeit gibt.

Römerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihealtar für Jupiter und Juno von 239[5]

Kurz vor der Zeitenwende erschienen die Römer in den Gebieten links des Rheins. Später wurde das Kastell Altrip gegründet, weil in antiker Zeit am jenseitigen Rheinufer der Neckar mündete und das linke Rheinufer nach dem Fall des Limes als Grenze des Römischen Reichs ausgebaut wurde.

Altrip wurde als römische Gründung eines Kastells in der Regierungszeit Kaiser Valentinian I. im Jahre 369 erstmals urkundlich erwähnt, und zwar in der Lobrede (lateinisch Panegyricus), die Quintus Aurelius Symmachus zum Neujahr 370 vor dem Kaiser hielt.[6] Er spricht dort von „dem Ufer, dem seine Höhe den Namen gegeben hat“ (lateinisch …ipsa ripa barbariae, cui altitudo nomen inposuit…). Über die Bauvorgänge im Raum Altrip und Neckarau berichtet Ammianus Marcellinus:

„Als er dann bedachte, dass das hohe und sichere Bollwerk – zu dem er selbst vom Entwurf an den Grund gelegt hatte – allmählich durch den mächtigen Andrang der Wellen unterwühlt werden könne – denn der Neckar fließt daran vorbei – beschloss er, die Hauptströmung abzuleiten. Er ließ erfahrene Wasserbaumeister kommen sowie eine gut ausgerüstete Abteilung seiner Truppen und ging an das schwierige Werk. Viele Tage lang wurden nämlich Einbauten, die man aus Eichenholz zusammengefügt und in den Fluss gelassen hatte und neben denen gewaltige Pfähle in den Grund gerammt waren – was oft wiederholt werden musste – durch das aufgestaute Wasser durcheinander geworfen und gingen, von der Gewalt der Strömung fortgerissen, verloren. Trotzdem siegte der erhöhte Eifer des Kaisers und die Mühe seiner disziplinierten Soldaten, die während der Arbeit oft bis zum Kinn im Wasser standen. Endlich wurde, nicht ohne Lebensgefahr einzelner Leute, die Grenzfeste der Unruhe des drängenden Stromes entzogen und steht nun stark und sicher da.“[4]

Der Begriff Altaripa selbst wird erstmals im 438 veröffentlichten Codex Theodosianus genannt als Ort der Verkündung eines Gesetzes am 19. Juni 369.[7]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem Ende des Römischen Reichs und der Zeit der Germanen bestand keine Siedlungskontinuität. Alamannen und später die Franken gründeten neue Siedlungen. Den alten römischen Namen behielten in der Rheinebene nur Rheinzabern, Pfortz und Altrip. Dies könnte bei Altrip damit zu tun haben, dass es eines der Kastelle war, die den rechtsrheinisch wohnenden Alamannen den Weg über den Rhein versperrten, so dass man diesen Namen kannte und weiter überlieferte. Eine alamannische Siedlung ist in Altrip nicht nachzuweisen, die Lage auf einem hochwassersicheren Schwemmrücken und die Verkehrslage lassen aber den Schluss zu, dass der Ort zur Alamannenzeit bewohnt war, aber infolge des kurzen Aufenthaltes der Alamannen von knapp 60 Jahren keine nachhaltigen Spuren erwartet werden können.

In der Merowingerzeit entstand auf der anderen Seite des Rheins der Königshof Neckarau, es ist jedoch nicht bekannt, welche Beziehungen damals zu Altrip bestanden. Dort gab es eine fränkische Siedlung oder Befestigung, ohne dass das Jahr ihrer Gründung angegeben werden kann. Allerdings ist urkundenmäßig belegt, dass in der Karolingerzeit der Königshof Neckarau der Klosterzelle in Altrip zu „ewigem Besitzrecht übertragen“ wurde.

Altrip wurde im Jahr 762 als Klosterzelle von König Pippin der mächtigen Abtei Prüm überschrieben und war wirtschaftlicher Mittelpunkt des umfangreichen Besitzes der Abtei im Bereich des Nahe-, Worms-, Speyer- und Lobdengaus (Ladenburg).

Mit hoher Wahrscheinlichkeit in Altrip wurde im Jahr 840 Regino, der spätere Abt des Klosters Prüm, geboren. Er schrieb die erste in Deutschland verfasste Weltchronik.

Auf die Existenz eines Schlosses in Altrip könnten Quellen aus späterer Zeit hindeuten.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste Wohngebäude im Ort, erbaut 1660

Der reformierte Theologe David Pareus hielt naturwissenschaftliche Beobachtungen aus den Jahren 1584 und 1596 fest, die er selbst anlässlich zweier Besuche von Altrip machte. Beim zweiten Besuch fiel ihm auf, dass der Rhein, der zwölf Jahre zuvor oberhalb von Altrip noch durch zwei mächtige Schlingen – zunächst nach links, dann nach rechts – geflossen war, mittlerweile einen Damm durchbrochen und die beiden Flussschlingen abgeschnitten hatte. Der Fluss strömte nun mit sehr viel größerer Geschwindigkeit unmittelbar östlich am Dorf vorbei. In einer anderen Quelle wurde der Rheindurchbruch von Altrip unglaubhaft früh auf 1509 datiert, was Historiker, die Fehllesung einer Ziffer unterstellend, auf 1609 korrigierten. Aufgrund von Pareus’ Aufzeichnungen scheint aber geklärt, dass nicht eine Ziffer verlesen, sondern die letzten zwei verdreht wurden und der Durchbruch bereits 1590 stattgefunden hat.

1865 wurde im Rahmen der Rheinbegradigung ein Durchstich unmittelbar östlich des Ortes vorgenommen. Damit änderte man den ursprünglichen Plan, den Rhein westlich des Ortes fließen zu lassen, und Altrip blieb Teil der bayerischen Pfalz. Das „Altriper Eck“ ist auf dem Grabstein Johann Gottfried Tullas abgebildet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurden um Altrip herum einige Flakstellungen eingerichtet, um das nahegelegene Großkraftwerk Mannheim vor alliierten Luftangriffen zu schützen. Durch Bombenangriffe wurden im Verlauf des Krieges in Altrip 101 Wohn- und Wirtschaftsgebäude total, 100 schwer und 659 leicht beschädigt, 573-mal gab es Luftalarm. An 38 Tagen war die Dorfgemarkung von Luftangriffen betroffen, wobei 35 Menschen getötet und 58 verletzt wurden.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Angabe zur Bevölkerungszahl liegt von 1585 vor; damals bewohnten etwa 130 Einwohner die heutige Ludwigstraße und die Römerstraße. Bis 1617 stieg die Zahl rasch auf 215 an, blieb dann aber lange Zeit weitgehend konstant: 1721 waren es etwa 250, 1806 260 Einwohner. Grund dafür ist die beengte Lage des Ortes, die nur relativ wenige vom Hochwasser ungefährdete Bauplätze bot. Bis 1840 hatte sich durch Wegfall feudaler Einschränkungen und damit Zuzug vieler Einwanderer die Bevölkerungszahl auf 550 etwa verdoppelt. Diese fanden Wohnraum durch Hofteilungen und Neuaufteilung der Grundstücke innerhalb der bisherigen Siedlungsgrenzen.

Mit der Rheinbegradigung und damit der Eindämmung der Hochwassergefahr änderte sich die Raumsituation grundlegend, eine Ausdehnung der Siedlungsfläche war jetzt möglich. Bis zum Ersten Weltkrieg wohnten etwa 2500 Personen in Altrip. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich diese Zahl durch Anlage neuer Baugebiete noch einmal beträchtlich, sodass es jetzt ungefähr 8000 Einwohner sind.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Altrip, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][3]

Jahr Einwohner
1815 326
1835 533
1871 919
1905 1.966
1939 3.607
1950 3.683
Jahr Einwohner
1961 4.482
1970 5.341
1987 5.873
1997 7.479
2005 7.868
2014 7.568

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altrip besteht aus 24 gewählten Ratsmitgliedern die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[9]

Wahl SPD CDU GRÜNE LINKE FWG DVU WGR Gesamt
2014 8 7 4 4 1 24
2009 7 8 4 0 4 1 24
2004 6 6 8 0 4 24
  • FWG = Freie Wählergruppe Altrip e. V.
  • DVU 2009 = die Partei Deutsche Volksunion, 2014 = die Wählergruppe Deutsche Volksunion Rhein-Pfalz e. V.
  • WGR 2004 = Zwei Wählergruppen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Urkunden von Altrip kommen seit dem Jahr 1585 sechs Familien immer wieder vor; ihre Namen existieren auch heute noch im Ort. Es sind dies die Namen Hook/Hoock, Hornig, Hört(h), Lemmert, Schweickert und Schneider, die auch in der Liste der Bürgermeister häufig vertreten sind.

Jahre Name, Partei (Amtsbezeichnung) Jahre Name, Partei (Amtsbezeichnung)
1705–1724 Sebastian Metzger (Schultheiß) 1868–1884 Johann Philipp Hook
1724–1732 Hanß Peter Baumann (Schultheiß) 1885–1895 Philipp Hook I.
1732–1765 Jakob Hennemann (Schultheiß) 1895–1904 Jakob Hook Vll.
1765–1775 Johann Peter Baumann (Schultheiß) 1904–1909 Adam Hört II.
1775–1797 Bartholomäus (Barthel) Schweikert 1909–1914 Michael Baumann
1798–1807 Jacob Lemmert (Maire) 1914–1920 Ignatz Baumann
1808–1813 Nikolaus Hook (Maire) 1920–1924 Adam Schneider IV.
1813–1815 Andreas Mattheus Transier (Kriegsrechner) 1925–1930 Adam Jacob
1816–1824 Michel Hook 1930–1945 Carl Baumann
1824–1831 Abraham Knauber 1945–1946 Fridolin Braun
1831–1834 Philipp Hörth 1946–1952 Adam Jacob
1834–1838 Philipp Friedrich Hook 1952–1957 Philipp Hermann Hook
1838–1845 Jacob Hornig 1957–1967 Emil Lebherz
1846–1858 Philipp Hook 1967–1979 Michael Marx (SPD)
1859–1865 Jacob Hornig IV. 1979–2004 Willi Kotter (SPD)
1865–1868 Mathäus Hoock seit 2004 Jürgen Jacob
Partnergemeinden

Wappen und Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung des Wappens: Im schwarzen Felde hält ein goldener Löwe mit den Vorderpranken einen auf grünem Grund stehenden geteilten Wappenschild, der oben die Wittelsbacher Rauten und unten einen goldenen Anker in Rot aufweist.

Die Fahne ist von Blau und Gelb und Blau im Verhältnis 3:5:3 gespalten bzw. geteilt, darin das Wappen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altrip unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Petit-Réderching und der thüringischen Stadt Wiehe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserturm

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt neben der Kirche, wo einst das römische Kastell stand, sind in einer kleinen Informationsstätte zwei Portikusspolien, ein Pilaster und das Fragment einer geschuppten Jupitergigantensäule aus dem Kastell aufgestellt und durch Tafeln erläutert.

Ein Wahrzeichen des Ortes ist der Wasserturm in der Ortsmitte. Er wurde am 27. August 1927 eingeweiht, als die Wasserleitung in Betrieb genommen wurde. In den Wasserturm ist die folgende Urkunde eingemauert:

„Im Jahre des Herrn eintausend neunhundert und siebenundzwanzig, als Paul von Hindenburg Präsident des Deutschen Reiches, Dr. Heinrich Held Ministerpräsident von Bayern, Dr. Jakob Matheus Regierungspräsident der Pfalz, Oberregierungsrat Dr. Albert Lederle Vorstand des Bezirksamtes Ludwigshafen am Rhein war – als Adam Jacob erster, Michael Kirsch zweiter und Philipp Hoock IV. dritter Bürgermeister von Altrip war, wurde dieser Wasserturm gebaut.“

Ein weiteres Wahrzeichen ist der Turm der Protestantischen Kirche Altrip:

„Der Kirchturm, positioniert an der Nordostecke des Kirchenschiffes, entstammt dem frühen 13. Jahrhundert, der Spätromanik: unverputztes Bruchsteinmauerwerk; Schallarkarden als Zwillingsfenster mit eingestellten Säulen; achtseitiger, gemauerter Spitzhelm über vier Giebeln. Er ist der einzige vollständig erhaltene romanische Turm im Landkreis.“[10]

Der Kirchturm diente als Orientierungspunkt und Distanzmesser für Rheinschiffer:

„Von Mannheim bis Germersheim benutzten die Rheinschiffer bei der Fahrt zu Berg wie zu Tal die alten Kirch- und Signaltürme von Neckarau, Altrip, Ketsch, Otterstadt, Altlußheim, Rheinhausen, das Eichholzheimer Schloss, den Udenturm und den Dom zu Speyer, den Turm der Burg Germersheim, den Schloßturm zu Udenheim-Philippsburg und die St. Michaelskapelle zu Rußheim. Man hat deshalb diese Türme sehr hoch gebaut und an den steinernen Dachhelmen oder Pyramiden Dachluken angebracht, aus denen man zur Not Feuersignale geben konnte. Selbstverständlich hat man die alte Stelle, wo ein solcher Bau stand, bei jedem Neubau eines Kirchturms beibehalten.“[11]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandbahn des MSC Altrip

Die meisten Mitglieder zählt der TuS Altrip, der für seine erfolgreiche Arbeit im Juniorenfußball bekannt ist. 1970 wurde die Mannschaft, für die damals der spätere Nationalspieler Manfred Kaltz spielte, deutscher Vizemeister bei den A-Junioren.

Bekannt sind die Internationalen Sandbahnrennen des Motorsportclubs Altrip. Der Kanu-Club errang deutsche Meisterschaften und eine Vizeweltmeisterschaft. Die Gewichtheber des AC Altrip gingen in der Saison 2007/2008 in der 1. Gewichtheber-Bundesliga an die Hantel.

Eine der größten Ortsgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft des DLRG-Bezirks Vorderpfalz ist in Altrip beheimatet.

Der Heimat- und Geschichtsverein Altrip kümmert sich um die Erhaltung der historischen Denkmale und hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde unter anderem die Informationsstätte Kastell Alta Ripa geschaffen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Gierfähre Altrip–Mannheim im Februar 1958 kurz nach ihrer Stilllegung
Rheinfähre nach Mannheim

Das Rheingönheimer Kreuz westlich von Altrip, in dem sich die Bundesstraßen 9 (KarlsruheLudwigshafen am Rhein) und 44 (Frankfurt–Ludwigshafen) treffen, ermöglicht linksrheinisch alle großräumigen Anschlüsse. Wegen des nachträglichen Verzichts auf den östlichen Zweig, der nördlich des Wohngebiets an Altrip vorbei über eine neue Rheinbrücke Mannheim erreichen sollte, fehlt die direkte Verbindung dorthin.

So führt von Altrip eine Rheinfähre nach Mannheim. Die erste Fähre, für die Altrip im Jahr 1898 das Fährrecht erhielt, war eine Gierfähre, die, am Längsseil befestigt, durch die Strömung hin oder her bewegt wurde. Diese Fähre störte den Schiffsverkehr und wurde deshalb 1958 durch eine Fähre mit eigenem Motor ersetzt.

Bis in die 1980er Jahre gab es auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins an der Strecke der Rheinbahn zwischen den Bahnhöfen Mannheim-Neckarau und Mannheim-Rheinau Hafen einen Haltepunkt Altrip.

Heute verkehrt von Mannheim-Neckarau die Kleinbuslinie 98, die mit Großraumtaxis betrieben wird, über die Rheinfähre nach Altrip, wo in die Buslinie 570 der Busverkehr Rhein-Neckar nach Ludwigshafen-Rheingönheim umgestiegen werden kann. Zeitweise verkehrt auch die 578 nach Mutterstadt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es vier Kindergärten: den Friedrich-Fröbel-Kindergarten (gemeindlich), den Geschwister-Scholl-Kindergarten (gemeindlich), den Protestantischen Kindergarten und den Kindergarten Regino (katholisch). Die Albert-Schweitzer-Grundschule betreut die Schüler bis zum vierten Schuljahr. Weiterführende Schulen müssen in den Nachbarorten besucht werden, zum Beispiel in Limburgerhof, Ludwigshafen oder Mannheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Philipp Jacob (* 29. März 1886 in Altrip; † 16. Mai 1967 in Hannover)
  • Adam Jacob (* 6. Juni 1887 in Altrip; † 3. April 1981 in Altrip)
  • Perhobstler (* 4. Dezember 1891 in Altrip; † 7. April 1975 in Frankfurt)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altrip – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Landesgesetz über die freiwillige Bildung der neuen Verbandsgemeinde Waldsee vom 22. November 2013.
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  4. a b Theodor Maurer, Dieter Kirsch (Hrsg.): Altrip – Porträt eines Dorfes. Festschrift aus Anlaß seines 1600jährigen Bestehens. Altrip 1970.
  5. CIL 13, 06129.
  6. Otto Seeck (Hrsg.): Q. Aurelii Symmachi quae supersunt. Weidmann, Berlin 1883. Nachdruck (= Monumenta Germaniae Historica). München 1984, ISBN 3-921575-19-2 (online Monumenta Germaniae Historica, Scriptores, 6, 1; S. 324, Zeile 19).
  7. Imperatori Theodosiani Codex – liber undecimus (11.31.4) 4. thelatinlibrary.com, abgerufen am 17. Juni 2015.
  8. Wolfgang Schneider: Vergessener Bunker in Altrip. Tief unten: Ehemaliger Luftschutzbunker liegt im Akazienweg verborgen unter einer Grünanlage. In: Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau. Ludwigshafen 21. Oktober 2009, S. 3.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Dellwig/Mertzenich: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Ludwigshafen. Band 7, S. 32.
  11. Wolfgang Schneider: Aus Altrips Vergangenheit und Gegenwart. In: Heimatjahrbuch des Landkreises Ludwigshafen. Band 15, 1999, S. 104–110.