Blauscheitelmotmot

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Blauscheitelmotmot
Blauscheitelmotmot

Blauscheitelmotmot

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Familie: Sägeracken (Momotidae)
Gattung: Momotus
Art: Blauscheitelmotmot
Wissenschaftlicher Name
Momotus momota
(Linnaeus, 1766)

Der bis zu 47 Zentimeter lange und 150 Gramm schwere Blauscheitelmotmot (Momotus momota), auch Motmot oder Diadem-Sägeracke genannt, ist ein Vertreter der Familie der Rackenvögel.

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blue-Crowned Motmot (5295145687).jpg

Die Vögel haben ein braunes Brustgefieder, die Stirn und der Schwanz der Vögel sind bläulich grün gefärbt. Der Schnabel, die Beine und die Augenpartie sind schwarz. Die Flügel sind dunkelgrün. Der gezackte Schnabelrand erleichtert den Vögeln das Festhalten ihrer Beutetiere. Die drei Zentimeter langen und sehr locker sitzenden Schwanzfedern sind bis auf die Spitze kahl. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht voneinander.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Blauscheitelmotmot kommt in den Regenwäldern, Gebirgen, aber auch in Plantagen von Mittelamerika, dem nördlichen Südamerika und den Inseln Trinidad und Tobago vor.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die standorttreuen Vögel leben ganzjährig paarweise zusammen. Als Ansitzjäger lauern sie tagsüber einzeln oder als Paar, fast bewegungslos, bis auf wippende Schwanzbewegungen von hohen einzeln hervorstehen Ästen, ihrer Beute auf. Nach der Jagd kehren sie sofort wieder auf ihren Ansitz zurück, um die Beute in einem Stück zu verschlingen. Der Blauscheitelmotmot ernährt sich hauptsächlich von Insekten, deren Larven, anderen kleinen Tiere wie Eidechsen, die er am Boden oder im Laub findet, verschmäht aber auch Früchte nicht. Der „huuthuut“-Ruf der Vögel ist sehr laut und tief und wird in langer Folge wiederholt.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Paarungszeit geben die Männchen einen lauten "ho"-Laut von sich. Das Nest wird von beiden Partnern als eine bis zu einem Meter lange Röhre mit mehreren Verzweigungen in sandige Flussufer oder andere Steilwände gegraben. Die Bauzeit für das Nest beträgt 3–4, manchmal auch bis zu 10 Wochen. In das am Ende in einer Kammer liegende Nest legt das Weibchen 3–4 weiße, glänzende Eier hinein. Die Brutdauer beträgt 21 Tage. Beide Elternteile übernehmen das Brutgeschäft und die Versorgung der Jungvögel. Im Alter von 4 Wochen verlassen die nun flugfähigen Jungvögel das Nest.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und nur vereinzelter lokaler Bestandsabnahme stuft die IUCN diese Art noch als (Least Concern) nicht gefährdet ein.

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind acht Unterarten bekannt:[1]

  • Momotus momota momota (Linnaeus, 1766)[2] – Die Nominatform kommt im Osten Venezuelas, den Guyanas und dem Norden Brasiliens vor.
  • Momotus momota microstephanus P. L. Sclater, 1858[3] – Diese Unterart kommt im Südosten Kolumbiens, dem Osten Ecuadors und dem Nordwesten Brasiliens vor.
  • Momotus momota ignobilis von Berlepsch, 1889[4] – Diese Subspezies kommt im Osten Perus und dem Westen Brasiliens vor.
  • Momotus momota nattereri P. L. Sclater, 1858[3] – Diese Unterart ist im Nordosten Boliviens verbreitet.
  • Momotus momota simplex Chapman, 1923[5] – Diese Subspezies ist im Westen Brasiliens über das westliche zentrale Brasilien südlich des Amazonas verbreitet.
  • Momotus momota cametensis E. Snethlage[6], 1912 – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist das nördliche zentrale Brasilien.
  • Momotus momota parensis Sharpe, 1892[7] – Diese Unterart kommt im Nordosten Brasiliens vor.
  • Momotus momota marcgravianus Pinto & Camargo, 1961[8] – Das Verbreitungsgebiet dieser Subspezies ist der Osten Brasiliens.
  • Momotus momota pilcomajensis Reichenow, 1919[9] – Diese Unterart kommt im Süden Boliviens, dem Süden Brasiliens und dem Nordwesten Argentiniens vor.

Quellenangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jiří Felix (Hrsg.), Alena Čepická: Tierwelt Amerikas in Farbe. Aus dem Tschechischen von Jaroslav Konšal. Karl Müller Verlag, Erlangen 1989, S. 61.
  • Christopher M. Perrins (Hrsg.): Die große Enzyklopädie der Vögel. Aus dem Englischen von Christine Barthel, Peter H. Barthel. Orbis, München 1996, ISBN 978-3-572-00810-0, S. 202, 204.
  • David Burnie (Hrsg.), Mariele Radmacher-Martens: Tiere: Die große Bild-Enzyklopädie mit über 2.000 Arten. Aus dem Englischen von Gabriele Lehari. Dorling Kindersley, München 2012, ISBN 978-3-8310-2232-8, S. 336.
  • Ann Baggaley (Hrsg.): Lexikon der Tiere. Aus dem Englischen von Michael Kokoscha. Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1434-7, S. 139.
  • Christopher M. Perrins (Hrsg.): Die BLV-Enzyklopädie Vögel der Welt. Aus dem Englischen von Einhard Bezzel. BLV, München/Wien/Zürich 2004, ISBN 978-3-405-16682-3, S. 372 (Titel der englischen Originalausgabe: The New Encyclopedia Of Birds. Oxford University Press, Oxford 2003).
  • Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 12. Auflage. Band 1. Laurentii Salvii, Stockholm 1766 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Philip Lutley Sclater: Review of the species of the Fissirostral Family Momotidal. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 25, Nr. 342, 1857, S. 248–260 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch: Systematisches Verzeichniss der von Herrn Gustav Garlepp in Brasilien und Nord-Peru, im Gebiete des oberen Amazonas, gesammelten Vogelbälge. In: Journal für Ornithologie. Band 37, Nr. 187, 1889, S. 289–321 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Frank Michler Chapman: The distribution of the motmots of the genus Momotus. In: Bulletin of the American Museum of Natural History. Band 48, Nr. 2, 1923, S. 27–59 (online (PDF; 3.451 MB) [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Maria Emilie Snethlage: Neue Vogelarten aus Amazonien. In: Ornithologische Monatsberichte. Band 20, 1912, S. 153–155 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Anton Reichenow: Herr Reichenow beschreibt ferner die folgenden neuen Arten. In: Journal für Ornithologie. Band 67, Nr. 4, 1919, S. 334–335 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Richard Bowdler Sharpe: Catalogue of the Birds in the British Museum. Band 17. Order of the Trustees, London 1892 (online [abgerufen am 16. Februar 2016]).
  • Olivério Mário de Oliveira Pinto, Eurico Alves de Camargo: Resultados ornitológicos de quatro recentes expedições do Departamento de Zoologia ao. Nordeste do Brasil, com a descrição de seis novas subespécies. In: Arquivos de Zoologia do Estado de São Paulo. Band 11, Nr. 9, 1961, S. 193–284.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blauscheitelmotmot (Momotus momota) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Todies, motmots, bee-eaters, hoopoes, wood hoopoes & hornbills
  2. Carl von Linné, S. 152.
  3. a b Philip Lutley Sclater, S. 251.
  4. Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, S. 307.
  5. Frank Michler Chapman, S. 44.
  6. Maria Emilie Snethlage, S. 155.
  7. Richard Bowdler Sharpe, S. 320.
  8. Olivério Mário de Oliveira Pinto u. a., S. 228.
  9. Anton Reichenow, S. 334.