Bloody Mary

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Bloody Mary mit Zutaten. Anstelle des hier abgebildeten aromatisierten Wodkas (Absolut Peppar) wird klassisch mit gewöhnlichem Wodka gemixt.

Bloody Mary ist ein klassischer Cocktail aus Wodka, Tomatensaft und Gewürzen. Der Longdrink gehört zur Gruppe der Corpse Reviver beziehungsweise „Pick-me-ups“, den so genannten „Katergetränken“.

Geschichte und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Entstehung des Drinks und seines Namens sind nicht ganz klar, es kursieren mehrere mögliche Varianten. Als Urheber gilt häufig der Hollywood-Schauspieler George Jessel, der 1927 nach einer durchzechten Nacht in einer Bar in Florida eine verbliebene Flasche Wodka mit Tomatensaft, Worcestershiresauce und Zitrone gemischt habe, um den Kater aller Anwesenden zu dämpfen. Kurz darauf sei eine Freundin namens Mary Brown Warburton erschienen und habe ihr weißes Kleid mit dem neuen Drink bekleckert, worauf sie ausrief "Now you can call me bloody Mary, George!". Den Ausruf nahm Jessel als Namen für den Drink auf, was später noch zu einer Auseinandersetzung mit Warburtons Freund, dem Comedian Ted Healy führte, der Jessel daraufhin zu erschießen versuchte.[1]

Der berühmte Bartender Fernand Petoit nahm ebenfalls die Erfindung der Bloody Mary in Anspruch. Seine Enkelin glaubte,[2] er habe den Drink bereits 1921 in der Harry’s New York Bar in Paris von Fernand Petoit gemixt, zu dieser Zeit habe er aus gleichen Teilen Wodka und Tomatensaft bestanden. In dieser Bar in Paris soll Petoit den Drink unter anderem auch Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald serviert haben.[3]

Petoit selbst hat diese Version nicht öffentlich berichtet. Er gestand Jessel durchaus einen Anteil an der Erfindung zu, bestritt aber, das dessen Rezept bereits so ausgefeilt war, es habe eigentlich nur aus Wodka und Tomatensaft bestanden. "George Jessel said he created it, but it was really nothing but vodka and tomato juice when I took it over." sagte er 1964 in einem Interview mit The New Yorker. Auf Petiot ginge danach die heute klassische Würzung mit Worcestersauce, Tabasco, Salz und Pfeffer zurück, die er seit 1934 in der King Cole Bar des St. Regis Hotels zubereitete.[4]

Es gibt darüber hinaus verschiedene Vermutungen zum Ursprung des Namens:

  • Die Bloody Mary soll nach der englischen Königin Maria I. Tudor benannt worden sein. Diese hatte aufgrund ihrer blutigen Protestantenverfolgung im 16. Jahrhundert diesen Beinamen von ihrer Nachfolgerin auf dem Thron, Elisabeth I., erhalten.
  • Petoits Enkelin Carol Bradley hingegen sagt, dass der Name des Drinks nichts mit der erwähnten englischen Königin zu tun hat, sondern von einem Kunden stammt, der eine schöne Erinnerung an eine Kellnerin namens „Mary“ hatte, die an einer Bar in Chicago gearbeitet hat, die „Bucket of Blood“ hieß.[5]
  • Petoit selber soll dies ebenfalls gesagt haben, dass einer der „Jungs“ (einer seiner Kunden) den Namen vorschlug, da ebendieser Drink ihn an den Bucket of Blood Club in Chicago erinnere und an ein Mädchen namens Mary, die dort arbeitete.

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bloody Mary besteht im Wesentlichen aus Wodka und Tomatensaft, wobei das Mischungsverhältnis variieren kann. Die International Bartenders Association sieht in ihrem Rezept zwei Teile Tomatensaft auf einen Teil Wodka vor. Abgerundet wird er je nach Geschmack mit Salz (bevorzugt Selleriesalz), Pfeffer, Zitrone, Tabascosauce und/oder Worcestershiresauce. Das Originalrezept nach Petoit[6] hat einen physiologischen Brennwert von etwa 515 kJ (= 123 kcal) [7] und die Rezeptvariante der International Bartender's Association (IBA)[8] einen Brennwert von etwa 502 kJ (= 120 kcal)[9].

Als Garnitur kann man beispielsweise eine an den Glasrand gesteckte Zitronenscheibe verwenden, häufiger wird ein Stück Selleriestaude auf den Glasrand gelegt, welches einerseits zum Umrühren dient, andererseits dazu da ist, beim Trinken etwas zum Knabbern zu haben.

Die alkoholfreie Variante wird auch als Virgin Bloody Mary (Jungfräuliche Bloody Mary) oder einfach nur als Virgin Mary bezeichnet.

Wird die Bloody Mary statt als Longdrink als Kurzer serviert, nennt man den Drink teilweise auch Mexikaner.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bloody Mary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Bloody Mary Rezept – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brian Bartels: The Bloody Mary: The Lore and Legend of a Cocktail Classic, with Recipes for Brunch and Beyond, 2017, ISBN 1607749998, S. 21
  2. diffordsguide.com: Fernand Petiot - Bartender, Zugriff am 11. Juli 2018
  3. http://in.reuters.com/article/2008/12/01/idINIndia-36812420081201
  4. alcoholprofessor.com: Classic Cocktails in History: the Bloody Mary | The Alcohol Professor, Zugriff am 11. Juli 2018
  5. http://in.reuters.com/article/2008/12/01/idINIndia-36812420081201
  6. The Museum of the American Cocktail. Pocket Recipe Guide, Robert Hess & Anistatia Miller, 2. Auflage 2007, Mixellany, Lexington
  7. Bloody Mary Cocktailrezept nach Petitot mit Kalorien und Kostenangaben
  8. Offizielle Cocktails der International Bartenders Association (Memento vom 9. November 2011 im Internet Archive)
  9. Bloody Mary Cocktailrezept nach IBA mit Kalorien und Kostenangaben