Boch (Kaufmannsfamilie)

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Boch, ab 1892 von Boch, ab 1907 auch von Boch-Galhau (für René von Boch und seine direkten Nachkommen) ist der Name einer alten Kaufmannsfamilie aus Audun-le-Tiche (Deutsch-Oth, in Lothringen, Frankreich), die bis heute gemeinsam mit der Familie Villeroy de Galhau die keramischen Werke Villeroy & Boch AG besitzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzernzentrale von Villeroy & Boch in der ehemaligen Abtei Mettlach

Der Stammvater François Boch (1700–1754) gründete im Jahr 1748 die PorzellanmanufakturJean-François Boch et Frères“ in Audun-le-Tiche. 1801 kaufte Jean-François Boch die ehemalige Benediktinerabtei in Mettlach an der Saar. In ihr wurde eine moderne mechanisierte Geschirrfabrik eröffnet. Mit ihr verwirklichte Boch einige seiner Ideen von Maschinen zur Fertigung seiner Waren, was den Beginn einer Massenproduktion markierte. 1836 wurde das Familienunternehmen durch Zusammenlegung mit der 1791 gegründeten Konkurrenzfirma des Nicolas Villeroy in Vaudrevange zu „Villeroy & Boch Keramische Werke“ erweitert. Die Abtei Mettlach wird bis heute als Konzernzentrale von Villeroy & Boch genutzt.

Eugen von Boch (1809–1898), Gesellschafter in 4. Generation und Ehemann der Oktavie Villeroy, wurde am 15. Mai 1892 in Danzig mit Diplom vom 10. August 1892 (Marmorpalais bei Potsdam) als von Boch in den königlich preußischen Adelsstand erhoben. Nachdem Nicolas Adolphe de Galhau, Enkel des Nicolas Villeroy und Ehemann der Sophie Villeroy, bei seinem Tod 1889 sein Erbe, darunter seine Besitzungen in Wallerfangen (Schloss Galhau) sowie den Linslerhof den beiden Unternehmerfamilien Villeroy und Boch (seinen Neffen Emmanuel Villeroy und René von Boch) vererbt hatte, unter der Maßgabe, den Namen Galhau zukünftig im Namen zu führen[1], wurde der Familienname für René von Boch, Sohn des Eugen von Boch und der Oktavie Villeroy, gemäß preußischer Namen- und Wappenvereinigung mit Diplom vom 14. September 1907 in Wilhelmshöhe in von Boch-Galhau umgeändert, während die Familie Villeroy den Namen Villeroy de Galhau annahm. (Aus letzterer Familie stammt François Villeroy de Galhau). Die Änderung des Familiennamens betraf nicht die beiden Brüder von René von Boch, Edmund von Boch (1845–1931) und Alfred von Boch (1860–1943).

Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierre-Joseph Boch (1737–1818)
Jean-François Boch (1782–1858)
Eugen von Boch und seine Frau Oktavie, geb. Villeroy
René von Boch-Galhau (1843–1908)
  • François Boch (1700–1754), Eisengießer, Gründer der Firma „Jean-François Boch et Frères“ (1748) in Lothringen
    • Pierre-Joseph Boch (1737–1818), Sohn des Firmengründers und Inhaber der Firma „Jean-François Boch et Frères

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Villeroy & Boch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Ackermann, Markus Plate, Arist Schlippe, Torsten Groth: Große deutsche Familienunternehmen: Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2011, S. 418, Anmerkung 1
  2. Meldung über Abschluss der Restaurierung der Kapelle auf www.saarland.de, abgerufen am 1. Juli 2013