Lothringen

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Dieser Artikel befasst sich mit der ehemaligen französischen Region Lothringen. Für weitere Bedeutungen siehe Lothringen (Begriffsklärung).
Lothringen
Ehemalige französische Region (bis 2015)
Flagge der früheren fRegion Lothringen Wappen der früheren Region Lothringen
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Über dieses Bild
Basisdaten
Heute Teil von Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Verwaltungssitz Metz
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2013
 – Dichte

2.345.197 Einwohner
99,6 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

23.547 km²
3,7 %

Départements 4
Arrondissements 19
Kantone 157
Gemeinden 2.338
Früherer ISO 3166-2-Code FR-M

Lothringen (französisch Lorraine [lɔˈʀɛn]) ist eine Landschaft im Nordosten Frankreichs. Von 1960 bis 2015 bestand eine französische Verwaltungsregion mit dem Namen Lothringen, die aus den Départements Meurthe-et-Moselle, Meuse, Moselle und Vosges bestand. Diese Region hatte eine Fläche von 23.547 km² und 2.345.197 Einwohner (Stand 1. Januar 2013). Hauptstadt der Region war Metz. Der Name der Region bezog sich auf das historische Herzogtum Lothringen. Heute ist Lothringen politisch Teil der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine. Im innerdeutschen Sprachgebrauch bezeichnet der historische Begriff Lothringen teilweise nur den von 1871 bis 1918 zum Deutschen Reich gehörenden Bezirk Lothringen beziehungsweise das von 1940 bis 1945 existierende CdZ-Gebiet Lothringen, die beide das heutige Departement Moselle umfassten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothringen liegt im Nordosten Frankreichs an den Oberläufen von Maas (frz. Meuse), Mosel (Moselle), Saar (Sarre) und Saône. Es bildet den östlichen Ausläufer des Pariser Beckens. Die Ostgrenze wird von den Vogesen gebildet. Der höchste Punkt ist der Hohneck mit 1364 Metern Höhe.

Lothringen grenzt im Norden an die belgische Provinz Luxemburg, das Großherzogtum Luxemburg sowie die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Mit diesen angrenzenden Gebieten bildet Lothringen eine europäische Großregion sowie rund um das Dreiländereck die Europaregion Saar-Lor-Lux. Im Osten grenzt Lothringen an das Elsass und im Süden an die Region Bourgogne-Franche-Comté. Westlich schließt sich die Champagne an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Herzogtums Lothringen Scheibler, um 1470
Wappen des Herzogtums Lothringen Ströhl, 1890

Das lothringische Wappen zeigt in Gold einen roten Schrägrechtsbalken, der mit drei silbernen Alérion (gestümmelten Adlern) belegt ist. Es geht auf das Wappen des mittelalterlichen Herzogtums Lothringen zurück. Der Schrägbalken mit den Adlern tritt um das Jahr 1195 in den Siegeln Herzog Simons II. auf. Die Adlerstümmelung kam erst im 15. Jahrhundert hinzu.

Lothringer Kreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lothringer Kreuz (Croix de Lorraine) war das Zeichen des jüngeren Hauses Anjou, das von 1431 bis 1473 in Lothringen herrschte. Bekannt wurde es vor allem als Symbol des freien Frankreich und der französischen Exil-Regierung unter Charles de Gaulle sowie ihrer militärischen Verbände. 1972 wurde das Lothringer Kreuz als Motiv für die Gedenkstätte für Charles de Gaulle in Colombey-les-Deux-Églises (Haute-Marne) gewählt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Provinz Belgica (1. Jh. v. Chr. bis 5. Jh. n. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das überwiegend von keltischen Stämmen besiedelte Gebiet um die Mosel wurde in den Jahren 58 bis 51 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar im Gallischen Krieg erobert und später Teil der römischen Provinz Gallia Belgica. In der Spätantike wurde bei der Verwaltungsreform Kaiser Diokletians im Jahr 395 n. Chr. die Gallia Belgica neugegliedert in die Provinzen Belgica I im Süden und Belgica II im Norden. Die Belgica I (Belgica Prima) entsprach bereits ungefähr dem Gebiet der heutigen Region Lothringen, umfasste zusätzlich aber auch einen Teil des unteren Mosellaufs mit der bedeutenden Metropole Augusta Treverorum (das römische Trier). Wichtige lothringische Städte wie Metz (Divodurum) oder Verdun (Virodunum) haben ihren Ursprung in römischer Zeit. Das Gebiet war von der galloromanischen Kultur geprägt, moselromanische Sprachinseln überlebten sogar die Völkerwanderungszeit bis zum Beginn des Hochmittelalters. Zugleich lebten aber auch germanische Siedler in der Provinz, viele davon Laeten im römischen Militärdienst. In der Übergangszeit von der Spätantike zum Frühmittelalter fiel das Gebiet zunächst in den Herrschaftsbereich der Alamannen und wurde dann im 5. Jahrhundert ein Teil des Fränkischen Reichs.

Lotharingien und Herzogtum Lothringen (843–1766)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lotharii Regnum und Herzogtum Lothringen

Aus einer Dreiteilung des Fränkischen Reichs entstand 843 das Lotharii Regnum, das nach seinem König benannte „Reich des Lothar“ oder Lotharingien. Es lag in der Mitte zwischen dem Ost- und dem Westfränkischen Reich und erstreckte sich ursprünglich als langgestrecktes Territorium vom Mittelmeer bis zur Nordsee. 870 wurde das Gebiet wieder zwischen dem Ost- und Westfränkischen Reich aufgeteilt. Der Name Lotharingien blieb jedoch im Reichsverband erhalten, wobei zunächst zwischen dem von der Mosel durchflossenen Oberlothringen und dem nördlich daran anschließenden Niederlothringen unterschieden wurde. Während Niederlothringen im Mittelalter bald in mehrere Fürstentümer zerfiel, bestand im oberlothringischen Raum das Herzogtum Lothringen fort, das bis 1766 Teil des Heiligen Römischen Reiches war. Lothringen wurde dann zu einer Provinz des Königreichs Frankreich, das bereits im vorangegangenen Jahrhundert das Elsass annektiert hatte. Die 1960 eingerichtete Region Lothringen umfasst das Kerngebiet des historischen Oberlothringen.

Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1850 begann die Industrialisierung in der Region Nancy. 1850 wurde die Bahnstrecke Nancy–Metz eröffnet, 1851/52 die durchgehende Eisenbahnstrecke von Reims über Nancy nach Straßburg und von Metz über Saarbrücken nach Mannheim. Frankreich begann ab 1867 mit dem Bau eines Moselkanals zwischen Frouard und Metz, um Lothringen mit dem französischen Kanalnetz zu verbinden. Eine nutzbare Moselkanalisierung erfolgte aber erst in den Jahren 1858 bis 1879. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann auch der Abbau von Steinkohle der saarländisch-lothringischen Lagerstätte, allerdings in geringerem Ausmaß als in der benachbarten Saarregion. 1858 verkündete Napoleon III. offiziell die Entdeckung des Kohlebeckens in Lothringen, bis 1867 entstanden sieben Schächte.[1]

Teilung Lothringens (1871–1918)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territoriale Entwicklung der elsässischen und lothringischen Départements seit 1871
Wappen des Reichslandes Elsaß-Lothringen am Reichstagsportal als oberster Wappenschild unterhalb der Reichskrone
Lage des Reichslandes Elsaß-Lothringen im Deutschen Kaiserreich 1871–1918

Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten im Deutsch-Französischen Krieg 1871 wurden die Gebiete mit einer mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung im Nordosten Lothringens als Bezirk Lothringen zusammen mit dem Elsass zum Reichsland Elsaß-Lothringen zusammengeschlossen und dem neu gegründeten Deutschen Reich angegliedert. Der Grenzverlauf in Lothringen schloss dabei französischsprachiges Gebiet in größerem Umfang ein, insbesondere die Stadt Metz und ihr Umland. Das neu geschaffene Reichsland besaß – anders als die übrigen deutschen Gliedstaaten – anfangs keine Eigenständigkeit und war unmittelbar dem Deutschen Kaiser unterstellt. Mit dem Elsass und dem nordöstlichen Teil Lothringens wurden dabei zwei Länder miteinander verbunden, die jeweils eine eigenständige regionale Identität besaßen. Während das Elsass zum alemannischen Kulturraum gehörte, war der deutschsprachige Teil Lothringens Teil des moselfränkischen Kulturraums. Eine anfangs in Betracht gezogene Angliederung Lothringens an die bayerische Pfalz und des Elsass an das Großherzogtum Baden, die dieser kulturräumlichen Nähe Rechnung getragen hätte, wurde jedoch wieder verworfen.

Der größere Teil Lothringens verblieb 1871 auf französischer Seite. Um der neuen Grenzziehung Rechnung zu tragen, wurde ein neues Département eingerichtet: Das zum überwiegenden Teil bei Frankreich verbliebene Département Meurthe mit der Hauptstadt Nancy wurde zusammen mit dem westlichen Rest des ehemaligen Départements Moselle zum Département Meurthe-et-Moselle vereinigt.

Die Industrialisierung der Region setzte sich fort und in der Folgezeit entstand eine leistungsfähige Schwerindustrie beiderseits der Grenze im Bereich Metz, Diedenhofen und Nancy. 1893 wurde der Marne-Rhein-Kanal von Reims über Nancy und die Zaberner Steige nach Straßburg eröffnet.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg 1914–1918 war Lothringen eines der Hauptkampfgebiete an der Westfront; hier fand 1914 die Grenzschlacht in Lothringen und 1916 die Schlacht um Verdun statt. Nach der deutschen Niederlage wurde 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag wieder vom Deutschen Reich getrennt und als Département Moselle Frankreich angegliedert. Danach galt die französische Sprache gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lothringen 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach der Kapitulation Frankreichs wurde das Département Moselle als „CdZ-Gebiet Lothringen“ einem Chef der Zivilverwaltung (CdZ), dem NSDAP-Politiker Josef Bürckel, unterstellt und faktisch wie Reichsgebiet behandelt. Die deutsche Sprache wurde als Amts- und Schulsprache wieder vorgeschrieben. Die nichtdeutschsprachige Bevölkerung wurde zu einem beträchtlichen Teil ausgewiesen, bis Oktober 1943 nach zeitgenössischen Angaben etwa 80.000 Personen, was 15 Prozent der Bevölkerung entsprach.[2] Das Gebiet sollte später zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den Reichsgau Westmark bilden. Als Hauptstadt war Saarbrücken geplant, wo der Chef der Zivilverwaltung bereits seinen Sitz hatte. Die förmliche Eingliederung in das Deutsche Reich erfolgte nicht mehr.

1944/1945 wurde Lothringen im Zuge der Schlacht um Lothringen von alliierten Streitkräften zurückerobert und in seiner Gesamtheit wieder Teil Frankreichs. Die französische Sprache wurde wieder alleinige Amts- und Schulsprache – auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

Region (1960–2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsschild zur ehemaligen Region Lothringen am Col de Bussang am 12. März 2016. Zu dieser Zeit hatten die Behörden der ehemaligen Region Elsass schon alle ihre Eingangsschilder demontiert.

Die Region Lothringen entstand 1960 mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissement public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert. Zum 1. Januar 2016 wurde die Region Lothringen mit den benachbarten Regionen Champagne-Ardenne und Elsass zur Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine (Arbeitstitel) fusioniert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die südlichen, zentralen und westlichen Teile Lothringens gehören von Alters her zum französischen, die nordöstlichen Teile Lothringens zum deutschen Sprachraum. Die französische Sprache, die der deutschlothringischen Bevölkerung im Nordosten Lothringens seinerzeit von Frankreich als Amts- und Schulsprache verordnet wurde, hat die deutsche Sprache (mittelfränkische Dialekte) mittlerweile weitestgehend verdrängt. In einigen (ländlichen) Gebieten werden allerdings noch – vorwiegend von der älteren Generation – die deutschen Mundarten (Lothringisch, Moselfränkisch und Rheinfränkisch) gesprochen.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte Lothringens sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Metz 118.634 (2013) Moselle
Nancy 104.072 (2013) Meurthe-et-Moselle
Thionville 41.627 (2013) Moselle
Épinal 32.188 (2013) Vosges
Vandœuvre-lès-Nancy 29.836 (2013) Meurthe-et-Moselle
Montigny-lès-Metz 21.831 (2013) Moselle
Saargemünd 21.572 (2013) Moselle
Forbach 21.596 (2013) Moselle
Saint-Dié-des-Vosges 20.471 (2013) Vosges
Lunéville 19.516 (2013) Meurthe-et-Moselle

Politische Gliederung (1960–2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Lorraine war in vier Départements untergliedert:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondisse- ments Kantone Gemeinden Einwohner Stand: 2013 Fläche
(km²)
Einw./km²
Meurthe-et-Moselle Nancy FR-54 4 44 594 000000000731004.0000000000731.004 5.246 000000000000139.3000000000139,3
Meuse Bar-le-Duc FR-55 3 31 500 000000000192094.0000000000192.094 6.211 000000000000030.900000000030,9
Moselle Metz FR-57 9 51 730 000000001046873.00000000001.046.873 6.216 000000000000168.4000000000168,4
Vosges Épinal FR-88 3 31 514 000000000375226.0000000000375.226 5.874 000000000000063.900000000063,9
Gesamt 19 157 2.338 2.345.197 23.547 99,6

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothringen erbringt 3,4 % des französischen BIP (40,4 Mrd Euro). Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2006 einen Index von 89,0 (EU-27 = 100).[3]

Schwerpunkt der Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor, gefolgt von der Industrie. Die Montanindustrie hat ihre frühere Bedeutung verloren. Vor allem im Gebiet um Thionville und Hayange hat dieser Strukturwandel der letzten Jahrzehnte weg von Stahl und das Verschwinden der Lothringer Bergwerke zu einer hohen Arbeitslosigkeit geführt, die bisher nicht durch Ansiedlung neuer Branchen ausgeglichen werden konnte. Daher ist die Region, die einst ein industrielles Zentrum war, zu einer der wirtschaftlich schwächsten und ärmsten Frankreichs geworden.

Weinbaugebiete befinden sich jeweils an der Mosel in den Landschaften Côtes de Moselle bei Metz und Sierck-les-Bains sowie in der Côtes de Toul bei der gleichnamigen Stadt Toul, außerdem an der Seille und an der oberen Maas.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lothringen gibt es mehrere Hochschulen, darunter drei Universitäten in Nancy und eine in Metz. Diese unterhalten mehrere Außenstellen in kleineren Städten Lothringens. Weiterhin sind mehrere Grandes Écoles in Lothringen ansässig. Insbesondere die im Institut National Polytechnique de Lorraine zusammengefassten Ingenieurhochschulen genießen teilweise einen hervorragenden Ruf in Frankreich.

Sprachunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sprachunterricht an den Schulen Lothringens trägt der Historie und der geographischen Lage an der Sprachgrenze mittlerweile Rechnung. Seit 1976 wird Deutsch im Departement Moselle im Programm voie spécifique mosellane[4] bereits in der Primarschule (École maternelle) gelehrt. Im Angebot steht dafür ein dreistündiger normaler Sprachunterricht oder ein sechs- oder neunstündiger bilingualer Unterricht. In unmittelbarer Grenznähe bieten einzelne Schulen sogar sprachlich hälftigen Unterricht – je 13 Stunden Deutsch und Französisch – an. Die Behörden versuchen hierfür muttersprachliche Deutschlehrer – auch aus dem benachbarten Saarland – einzusetzen.

30 Prozent der Schüler in Lothringen wählen heute Deutsch als erste Fremdsprache. 26 Prozent beginnen spätestens in der Grundschule mit dem Deutschunterricht. Damit hat Deutsch an den Schulen Lothringens eine deutlich stärkere Position gegenüber Englisch im Vergleich zum französischen Durchschnitt. In knapp 100 weiterführenden Schulen (Collèges und Lycées) wird verstärkter oder bilingualer Deutschunterricht angeboten. An ausgewählten Schulen – in der Regel in Grenznähe zu Deutschland – ist es als Krönung des bilingualen Unterrichts möglich mit dem französischen Baccalauréat gleichzeitig das deutsche Abitur zu erwerben.[5]

Partner auf deutscher Seite der weitergehenden Unterrichtsmaßnahmen ist in der Regel das Bundesland Saarland, wo umgekehrt eine – im Vergleich zum Bundesschnitt – deutlich stärkere Förderung der französischen Sprache an den Schulen stattfindet.

Eine Förderung der originären lothringischen deutschen Dialekte findet an den Schulen entgegen den Forderungen entsprechender Vereine und Regionalparteien nicht statt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Metz spielt in der Spielzeit 2014/15 wieder in der Ligue 1, der höchsten Liga im französischen Fußball, nachdem der Klub seit 2008 in der zweitklassigen Ligue 2 und in der Spielzeit 2012/13 zwischenzeitlich in der drittklassigen Championnat de France National gespielt hatte. AS Nancy war seit 2005 in der Ligue 1 vertreten und gewann 2006 die Coupe de la Ligue. In der Saison 2006/07 erreichte diese im UEFA-Cup das Sechzehntelfinale. Seit 2013 spielt die ASNL in der Ligue 2. Ab der Spielzeit 2014/15 ist Metz die klassenhöchste lothringische Mannschaft. Die meisten Vereine im Département Moselle haben ihre Wurzeln in deutschen Vorgängervereinen. Der FC Metz beispielsweise entstand aus einer Fusion von mehreren Metzer Vereinen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dragées aus Verdun
  • Gâteau au chocolate, Schokoladenkuchen
  • La Duchesse aus Bar-le-Duc, kernlose Johannisbeerkonfitüre
  • Macarons aus Nancy und Bolchen, Mandelmakronen
  • Madeleines aus Commercy, ein muschelförmiges Sandgebäck
  • Mirabellen, u. a. als Konfitüre und Eau-de-vie
  • Potée Lorraine, ein deftiger Eintopf mit Kohl, diversen Gemüsen und Würstchen
  • Quiche Lorraine, ein salziger Mürbteigkuchen mit Speck

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claude Gellée, Hafen mit der Villa Medici (1639)

Einer der berühmtesten Lothringer, der französische Politiker und Außenminister Robert Schuman, einer der Wegbereiter der europäischen Einigung, wurde 1886 in Luxemburg geboren und starb 1963 in Scy-Chazelles.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Lothringen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Lorraine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lothringen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Malte Helfer: Der Steinkohlenbergbau in Lothringen (Überblick)
  2. Uwe Mai: "Neustrukturierung des deutschen Volkes. Wissenschaft und soziale Neuordnung im nationalsozialistischen Deutschland 1933–1945" in: Isabell Heinemann, Patrick Wagner (Hg.): "Wissenschaft – Planing – Vertreibung. Neuordnungskonzepte und Umsiedlungspolitik im 20. Jahrhundert", Stuttgart 2006, Seite 87
  3. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB).
  4. http://www.ac-nancy-metz.fr/ia57/ia/inspection/projet/pjtvsm.htm
  5. http://www.saarland.de/35465.htm

Koordinaten: 49° N, 6° O