Lothringen

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Dieser Artikel befasst sich mit der französischen Region Lothringen. Für weitere Bedeutungen siehe Lothringen (Begriffsklärung).
Lothringen
Flagge der Region Lothringen Wappen der Region Lothringen
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz Metz
Präsident des Regionalrats Jean-Pierre Masseret[1] PS
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2012
 – Dichte

2.349.816 Einwohner
99,8 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

23.547 km²
3,7 %

Départements 4
Arrondissements 19
Kantone 157
Gemeinden 2.338
ISO 3166-2-Code FR-M

Lothringen (französisch Lorraine [lɔˈʀɛn]) ist eine Region im Nordosten Frankreichs. Sie besteht aus den Départements Meurthe-et-Moselle, Meuse, Moselle und Vosges. Lothringen hat eine Fläche von 23.547 km² und 2.349.816 Einwohner (Stand 1. Januar 2012). Hauptstadt der Region ist Metz. Der Name der Region bezieht sich auf das historische Herzogtum Lothringen. Im innerdeutschen Sprachgebrauch bezeichnet der historische Begriff Lothringen teilweise nur den 1871–1918 zum Deutschen Reich gehörenden Bezirk Lothringen beziehungsweise das 1940–1945 existierende CdZ-Gebiet Lothringen, die beide das heutige Departement Moselle umfassten.

Geographie[Bearbeiten]

Die Region Lothringen liegt im Nordosten Frankreichs an den Oberläufen von Maas (frz. Meuse), Mosel (Moselle), Saar (Sarre) und Saône. Sie bildet den östlichen Ausläufer des Pariser Beckens. Die Ostgrenze wird von den Vogesen gebildet. Der höchste Punkt ist der Hohneck mit 1364 Metern Höhe.

Lothringen grenzt im Norden an die belgische Provinz Luxemburg, das Großherzogtum Luxemburg sowie die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Mit diesen angrenzenden Gebieten bildet Lothringen eine europäische Großregion sowie rund um das Dreiländereck die Europaregion Saar-Lor-Lux. Im Osten grenzt Lothringen an das Elsass und im Süden an die Franche-Comté. Westlich schließt die Region Champagne-Ardenne an.

Lothringen ist die einzige französische Region, die an drei andere Staaten grenzt: Belgien, Luxemburg und Deutschland.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen des Herzogtums Lothringen Scheibler, um 1470
Wappen des Herzogtums Lothringen Ströhl, 1890

Das lothringische Wappen zeigt in Gold einen roten Schrägrechtsbalken, der mit drei silbernen Alérion (gestümmelten Adlern) belegt ist. Es geht auf das Wappen des mittelalterlichen Herzogtums Lothringen zurück. Der Schrägbalken mit den Adlern tritt um das Jahr 1195 in den Siegeln Herzog Simons II. auf. Die Adlerstümmelung kam erst im 15. Jahrhundert hinzu.

Lothringer Kreuz[Bearbeiten]

Das Lothringer Kreuz (Croix de Lorraine) war das Zeichen des jüngeren Hauses Anjou, das von 1431 bis 1473 in Lothringen herrschte. Bekannt wurde es vor allem als Symbol des freien Frankreich und der französischen Exil-Regierung unter Charles de Gaulle sowie ihrer militärischen Verbände. 1972 wurde das Lothringer Kreuz als Motiv für die Gedenkstätte für Charles de Gaulle in Colombey-les-Deux-Églises (Haute-Marne) gewählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Römische Provinz Belgica (1. Jh. v. Chr. bis 5. Jh. n. Chr.)[Bearbeiten]

Das überwiegend von keltischen Stämmen besiedelte Gebiet um die Mosel wurde in den Jahren 58 bis 51 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar im Gallischen Krieg erobert und später Teil der römischen Provinz Gallia Belgica. In der Spätantike wurde bei der Verwaltungsreform Kaiser Diokletians im Jahr 395 n. Chr. die Gallia Belgica neugegliedert in die Provinzen Belgica I im Süden und Belgica II im Norden. Die Belgica I (Belgica Prima) entsprach bereits ungefähr dem Gebiet der heutigen Region Lothringen, umfasste zusätzlich aber auch einen Teil des unteren Mosellaufs mit der bedeutenden Metropole Augusta Treverorum (das römische Trier). Wichtige lothringische Städte wie Metz (Divodurum) oder Verdun (Virodunum) haben ihren Ursprung in römischer Zeit. Das Gebiet war von der galloromanischen Kultur geprägt, moselromanische Sprachinseln überlebten sogar die Völkerwanderungszeit bis zum Beginn des Hochmittelalters. Zugleich lebten aber auch germanische Siedler in der Provinz, viele davon Laeten im römischen Militärdienst. In der Übergangszeit von der Spätantike zum Frühmittelalter fiel das Gebiet zunächst in den Herrschaftsbereich der Alamannen und wurde dann im 5. Jahrhundert ein Teil des Fränkischen Reichs.

Lotharingien und Herzogtum Lothringen (843–1766)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lotharii Regnum und Herzogtum Lothringen

Aus einer Dreiteilung des Fränkischen Reichs entstand 843 das Lotharii Regnum, das nach seinem König benannte „Reich des Lothar“ oder Lotharingien. Es lag in der Mitte zwischen dem Ost- und dem Westfränkischen Reich und erstreckte sich ursprünglich als langgestrecktes Territorium vom Mittelmeer bis zur Nordsee. 870 wurde das Gebiet wieder zwischen dem Ost- und Westfränkischen Reich aufgeteilt. Der Name Lotharingien blieb jedoch im Reichsverband erhalten, wobei zunächst zwischen dem von der Mosel durchflossenen Oberlothringen und dem nördlich daran anschließenden Niederlothringen unterschieden wurde. Während Niederlothringen im Mittelalter bald in mehrere Fürstentümer zerfiel, bestand im oberlothringischen Raum das Herzogtum Lothringen fort, das bis 1766 Teil des Heiligen Römischen Reiches war. Lothringen wurde dann zu einer Provinz des Königreichs Frankreich, das bereits im vorangegangenen Jahrhundert das Elsass annektiert hatte. Die 1960 eingerichtete Region Lothringen umfasst das Kerngebiet des historischen Oberlothringen.

Industrialisierung[Bearbeiten]

Um 1850 begann die Industrialisierung in der Region Nancy. 1850 wurde die Bahnstrecke Nancy–Metz eröffnet, 1851/52 die durchgehende Eisenbahnstrecke von Reims über Nancy nach Straßburg und von Metz über Saarbrücken nach Mannheim. Frankreich begann ab 1867 mit dem Bau eines Moselkanals zwischen Frouard und Metz, um Lothringen mit dem französischen Kanalnetz zu verbinden. Eine nutzbare Moselkanalisierung erfolgte aber erst in den Jahren 1958 bis 1979. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann auch der Abbau von Steinkohle der saarländisch-lothringischen Lagerstätte, allerdings in geringerem Ausmaß als in der benachbarten Saarregion. 1858 verkündete Napoleon III. offiziell die Entdeckung des Kohlebeckens in Lothringen, bis 1867 entstanden sieben Schächte.[2]

Teilung Lothringens (1871–1918)[Bearbeiten]

Territoriale Entwicklung der elsässischen und lothringischen Départements seit 1871
Lage des Reichslandes Elsaß-Lothringen im Deutschen Kaiserreich 1871-1918

Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten im Deutsch-Französischen Krieg 1871 wurden die Gebiete mit einer mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung im Nordosten Lothringens als Bezirk Lothringen zusammen mit dem Elsass zum Reichsland Elsaß-Lothringen zusammengeschlossen und dem neu gegründeten Deutschen Reich angegliedert. Der Grenzverlauf in Lothringen schloss dabei französischsprachiges Gebiet in größerem Umfang ein, insbesondere die Stadt Metz und ihr Umland. Das neu geschaffene Reichsland besaß – anders als die übrigen deutschen Gliedstaaten – anfangs keine Eigenständigkeit und war unmittelbar dem Deutschen Kaiser unterstellt. Mit dem Elsass und dem nordöstlichen Teil Lothringens wurden dabei zwei Länder miteinander verbunden, die jeweils eine eigenständige regionale Identität besaßen. Während das Elsass zum alemannischen Kulturraum gehörte, war der deutschsprachige Teil Lothringens Teil des moselfränkischen Kulturraums. Eine anfangs in Betracht gezogene Angliederung Lothringens an die bayerische Pfalz und des Elsass an das Großherzogtum Baden, die dieser kulturräumlichen Nähe Rechnung getragen hätte, wurde jedoch wieder verworfen.

Der größere Teil Lothringens verblieb 1871 auf französischer Seite. Um der neuen Grenzziehung Rechnung zu tragen, wurde ein neues Département eingerichtet: Das zum überwiegenden Teil bei Frankreich verbliebene Département Meurthe mit der Hauptstadt Nancy wurde zusammen mit dem westlichen Rest des ehemaligen Départements Moselle zum Département Meurthe-et-Moselle vereinigt.

Die Industrialisierung der Region setzte sich fort und in der Folgezeit entstand eine leistungsfähige Schwerindustrie beiderseits der Grenze im Bereich Metz, Diedenhofen und Nancy. 1893 wurde der Marne-Rhein-Kanal von Reims über Nancy und die Zaberner Steige nach Straßburg eröffnet.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg 1914–1918 war Lothringen eines der Hauptkampfgebiete an der Westfront; hier fand 1914 die Grenzschlacht in Lothringen und 1916 die Schlacht um Verdun statt. Nach der deutschen Niederlage wurde 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag wieder vom Deutschen Reich getrennt und als Département Moselle Frankreich angegliedert. Danach galt die französische Sprache gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lothringen 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach der Kapitulation Frankreichs wurde das Département Moselle als „CdZ-Gebiet Lothringen“ einem Chef der Zivilverwaltung (CdZ), dem NSDAP-Politiker Josef Bürckel, unterstellt und faktisch wie Reichsgebiet behandelt. Die deutsche Sprache wurde als Amts- und Schulsprache wieder vorgeschrieben. Die nichtdeutschsprachige Bevölkerung wurde zu einem beträchtlichen Teil ausgewiesen, bis Oktober 1943 nach zeitgenössischen Angaben etwa 80.000 Personen, was 15 Prozent der Bevölkerung entsprach.[3] Das Gebiet sollte später zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den Reichsgau Westmark bilden. Als Hauptstadt war Saarbrücken geplant, wo der Chef der Zivilverwaltung bereits seinen Sitz hatte. Die förmliche Eingliederung in das Deutsche Reich erfolgte nicht mehr.

1944/1945 wurde Lothringen im Zuge der Schlacht um Lothringen von alliierten Streitkräften zurückerobert und in seiner Gesamtheit wieder Teil Frankreichs. Die französische Sprache wurde wieder alleinige Amts- und Schulsprache – auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

Gründung der Region[Bearbeiten]

Die Region Lothringen entstand 1960 mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissement public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert. Zum 1. Januar 2016 wird die Region Lothringen mit den benachbarten Regionen Champagne-Ardenne und Elsass fusionieren.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Die südlichen, zentralen und westlichen Teile Lothringens gehören von Alters her zum französischen, die nordöstlichen Teile Lothringens zum deutschen Sprachraum. Die französische Sprache, die der deutschlothringischen Bevölkerung im Nordosten Lothringens seinerzeit von Frankreich als Amts- und Schulsprache verordnet wurde, hat die deutsche Sprache (mittelfränkische Dialekte) mittlerweile weitestgehend verdrängt. In einigen (ländlichen) Gebieten werden allerdings noch – vorwiegend von der älteren Generation – die deutschen Mundarten (Lothringisch, Moselfränkisch und Rheinfränkisch) gesprochen.

Städte[Bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte Lothringens sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Metz 119.551 (2012) Moselle
Nancy 105.067 (2012) Meurthe-et-Moselle
Thionville 41.325 (2012) Moselle
Épinal 32.387 (2012) Vosges
Vandœuvre-lès-Nancy 30.569 (2012) Meurthe-et-Moselle
Montigny-lès-Metz 21.990 (2012) Moselle
Sarreguemines 21.605 (2012) Moselle
Forbach 21.475 (2012) Moselle
Saint-Dié-des-Vosges 21.053 (2012) Vosges
Lunéville 19.855 (2012) Meurthe-et-Moselle

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Die Region Lorraine ist in vier Départements untergliedert:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondisse- ments Kantone Gemeinden Einwohner Stand: 2012 Fläche
(km²)
Einw./km²
Meurthe-et-Moselle Nancy FR-54 4 44 594 000000000733266.0000000000733.266 5.246 000000000000139.8000000000139,8
Meuse Bar-le-Duc FR-55 3 31 500 000000000192800.0000000000192.800 6.211 000000000000031.000000000031
Moselle Metz FR-57 9 51 730 000000001046468.00000000001.046.468 6.216 000000000000168.4000000000168,4
Vosges Épinal FR-88 3 31 514 000000000377282.0000000000377.282 5.874 000000000000064.200000000064,2
Gesamt 19 157 2.338 2.349.816 23.547 99,8

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Region Lothringen erbringt 3,4 % des französischen BIP (40,4 Mrd Euro). Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2006 einen Index von 89,0 (EU-27 = 100).[4]

Schwerpunkt der Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor, gefolgt von der Industrie. Die Montanindustrie hat ihre frühere Bedeutung verloren. Vor allem im Gebiet um Thionville und Hayange hat dieser Strukturwandel der letzten Jahrzehnte weg von Stahl und das Verschwinden der Lothringer Bergwerke zu einer hohen Arbeitslosigkeit geführt, die bisher nicht durch Ansiedlung neuer Branchen ausgeglichen werden konnte. Daher ist die Region, die einst ein industrielles Zentrum war, zu einer der wirtschaftlich schwächsten und ärmsten Frankreichs geworden.

Weinbaugebiete befinden sich jeweils an der Mosel in den Landschaften Côtes de Moselle bei Metz und Sierck-les-Bains sowie in der Côtes de Toul bei der gleichnamigen Stadt Toul, außerdem an der Seille und an der oberen Maas.

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

In Lothringen gibt es mehrere Hochschulen, darunter drei Universitäten in Nancy und eine in Metz. Diese unterhalten mehrere Außenstellen in kleineren Städten Lothringens. Weiterhin sind mehrere Grandes Écoles in Lothringen ansässig. Insbesondere die im Institut National Polytechnique de Lorraine zusammengefassten Ingenieurhochschulen genießen teilweise einen hervorragenden Ruf in Frankreich.

Sprachunterricht[Bearbeiten]

Der Sprachunterricht an den Schulen Lothringens trägt der Historie und der geographischen Lage an der Sprachgrenze mittlerweile Rechnung. Seit 1976 wird Deutsch im Departement Moselle im Programm voie spécifique mosellane[5] bereits in der Primarschule (École maternelle) gelehrt. Im Angebot steht dafür ein dreistündiger normaler Sprachunterricht oder ein sechs- oder neunstündiger bilingualer Unterricht. In unmittelbarer Grenznähe bieten einzelne Schulen sogar sprachlich hälftigen Unterricht – je 13 Stunden Deutsch und Französisch – an. Die Behörden versuchen hierfür muttersprachliche Deutschlehrer – auch aus dem benachbarten Saarland – einzusetzen.

30 Prozent der Schüler in Lothringen wählen heute Deutsch als erste Fremdsprache. 26 Prozent beginnen spätestens in der Grundschule mit dem Deutschunterricht. Damit hat Deutsch an den Schulen Lothringens eine deutlich stärkere Position gegenüber Englisch im Vergleich zum französischen Durchschnitt. In knapp 100 weiterführenden Schulen (Collèges und Lycées) wird verstärkter oder bilingualer Deutschunterricht angeboten. An ausgewählten Schulen – in der Regel in Grenznähe zu Deutschland – ist es als Krönung des bilingualen Unterrichts möglich mit dem französischen Baccalauréat gleichzeitig das deutsche Abitur zu erwerben.[6]

Partner auf deutscher Seite der weitergehenden Unterrichtsmaßnahmen ist in der Regel das Bundesland Saarland wo umgekehrt eine – im Vergleich zum Bundesschnitt – deutlich stärkere Förderung der französischen Sprache an den Schulen stattfindet.

Eine Förderung der originären lothringischen deutschen Dialekte findet an den Schulen entgegen den Forderungen entsprechender Vereine und Regionalparteien nicht statt.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Der FC Metz spielt in der Spielzeit 2014/15 wieder in der Ligue 1, der höchsten Liga im französischen Fußball, nachdem der Klub seit 2008 in der zweitklassigen Ligue 2 und in der Spielzeit 2012/13 zwischenzeitlich in der drittklassigen Championnat de France National gespielt hatte. AS Nancy war seit 2005 in der Ligue 1 vertreten und gewann 2006 die Coupe de la Ligue. In der Saison 2006/07 erreichte diese im UEFA-Cup das Sechzehntelfinale. Seit 2013 spielt die ASNL in der Ligue 2. Ab der Spielzeit 2014/15 ist Metz die klassenhöchste lothringische Mannschaft. Die meisten Vereine im Département Moselle haben ihre Wurzeln in deutschen Vorgängervereinen. Der FC Metz beispielsweise entstand aus einer Fusion von mehreren Metzer Vereinen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Naturparks[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Dragées aus Verdun
  • Gâteau au chocolate, Schokoladenkuchen
  • La Duchesse aus Bar-le-Duc, kernlose Johannisbeerkonfitüre
  • Macarons aus Nancy und Bolchen, Mandelmakronen
  • Madeleines aus Commercy, ein muschelförmiges Sandgebäck
  • Mirabellen, u. a. als Konfitüre und Eau-de-vie
  • Potée Lorraine, ein deftiger Eintopf mit Kohl, diversen Gemüsen und Würstchen
  • Quiche Lorraine, ein salziger Mürbteigkuchen mit Speck

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Claude Gellée, Hafen mit der Villa Medici (1639)

Einer der berühmtesten Lothringer, der französische Politiker und Außenminister Robert Schuman, einer der Wegbereiter der europäischen Einigung, wurde 1886 in Luxemburg geboren und starb 1963 in Scy-Chazelles.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Wille (Hrsg.): Lebenswirklichkeiten und politische Konstruktionen in Grenzregionen. Das Beispiel der Großregion SaarLorLux. Wirtschaft – Politik – Alltag – Kultur . Bielefeld, transcript, 2015, ISBN 978-3-8376-2927-9.
  • Uwe Anhäuser: Lothringen. Zwischen Vogesen und Champagne, an Maas und Mosel. Dumont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4426-0 (Dumont Kunstreiseführer).
  • Thomas Höpel: Der deutsch-französische Grenzraum: Grenzraum und Nationenbildung im 19. und 20. Jahrhundert, in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2012 Zugriff am: 17. Dezember 2012.
  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7. Aufl. C. H. Beck, München 2007, S. 391f.
  • Michel Parisse (Hrsg.); Hans-Walter Herrmann (Bearb. d. dt. Ausg.): Lothringen – Geschichte eines Grenzlandes. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1984, ISBN 3-921646-54-5 (Übersetzung eines französischen Werkes: Histoire de la Lorraine).
  • Franz Pesendorfer: Lothringen und seine Herzöge. Im Zeichen der drei Adler. Styria, Graz 1994, ISBN 3-222-12273-3.
  • Niels Wilcken: Architektur im Grenzraum, Das öffentliche Bauwesen in Elsaß-Lothringen (1871-1918), (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 38), Saarbrücken 2000.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Lothringen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Lorraine – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma
 Wikivoyage: Lothringen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.lorraine.eu/conseil-regional/institution/president abgerufen am 29. März 2013
  2. Malte Helfer: Der Steinkohlenbergbau in Lothringen (Überblick)
  3. Uwe Mai: "Neustrukturierung des deutschen Volkes. Wissenschaft und soziale Neuordnung im nationalsozialistischen Deutschland 1933–1945" in: Isabell Heinemann, Patrick Wagner (Hg.): "Wissenschaft – Planing – Vertreibung. Neuordnungskonzepte und Umsiedlungspolitik im 20. Jahrhundert", Stuttgart 2006, Seite 87
  4. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB).
  5. http://www.ac-nancy-metz.fr/ia57/ia/inspection/projet/pjtvsm.htm
  6. http://www.saarland.de/35465.htm

48.66.4872222222222Koordinaten: 49° N, 6° O