Bolzen (Befestigung)

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überstehendes Ende eines Bolzens,
axial gesichert mit Spannstift in Querloch.

Das Maschinenelement Bolzen ist ein meist kurzes und zylinderförmiges Verbindungselement.

Der Bolzen ähnelt einem Stift, wird aber i. d. R. nicht mit festem, sondern mit losem Sitz (Spiel) in Bohrungen eingesteckt. Zum Vermeiden von Herausfallen und Verlorengehen wird er an beiden Enden mit je einer Querbohrung versehen, durch die je ein Splint (seltener ein Spannstift wie in nebenstehender Abbildung) gesteckt wird. Alternativ kann ein Bolzen an seinem Ende eine umlaufende Nut besitzen, in die ein flacher Sicherungsring eingesetzt wird. Auch werden Bundbolzen verwendet, die an einem Ende einen flachen Kopf haben. Es gibt auch Bundbolzen mit Gewinde am anderen Ende, für eine Mutter, sowie Bolzen mit Gewinde an beiden Enden. Bolzen werden vor allem zur Übertragung von Querkräften (Scherung) benutzt. Zur Übertragung von Längskräften (Zugkraft) kommen von den zylindrisch geformten Verbindungselementen i. d. R. nur typische Schrauben infrage.

Bolzen werden häufig für schnell und oft zu lösende Verbindungen eingesetzt, zum Beispiel im Transportwesen zur Befestigung von Containern, zum Verschließen der Ladeplanken von Lastwagen o. Ä und im Bauwesen für temporär erstellte Bauwerke wie Gerüste, Großzelte, Notbrücken u. Ä. Für weniger oft zu lösende Verbindungen werden Schrauben verwendet. Querkraft-Verbindungen, die nicht wieder gelöst werden müssen, wurden früher häufig durch Niete (meistens Vollniete), heute meistens durch Schweißen hergestellt.

Im Gegensatz zum Stift wird ein Bolzen üblicherweise nicht eingepresst, sondern mit Radialspiel[1] montiert. Er ist in seinem Sitz leicht drehbar, was ihn als Teil eines Drehgelenks geeignet macht (Gelenkbolzen). Dabei ist er allerdings oft mit einem der untereinander drehbaren Teile fest verbunden; Beispiele sind das Türband und die Glieder einer Fahrradkette.

Schrauben ohne Kopf und meistens Gewinde über ihre gesamte Länge werden neben Madenschrauben oft auch als Gewindebolzen bezeichnet. Sie sind aber für die typische Aufgabe eines Bolzens – die Übertragung von Querkräften – nicht geeignet. Das ist nur mit dem gewindelosen Teil eines i. d. R. längeren Schraubenschafts möglich.

Bolzen sind in den Normen EN 22340 (ohne Kopf) und EN 22341 (mit Kopf), sowie in Deutschland in DIN 1445 (mit Kopf und dünnerem Gewindezapfen) erfasst.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Für sogenannte Passbolzen mit geringem Spiel wird die Toleranz h 11 und für die Bohrungen H 8 bis H 11 empfohlen.

Bolzen mit Gewindezapfe, DIN 1445 und Senkbolzen mit Nase werden als festsitzende Lager- und Achsbolzen ...