Boomwhacker

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Verschiedene Boomwhacker

Boomwhacker sind Musikinstrumente aus der Gruppe der Schlagidiophone. Sie bestehen aus unterschiedlich langen Kunststoffröhren. Diese sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Beim Schlagen des Boomwhackers auf verschiedenartige Gegenständen ergeben sich unterschiedlich klingende Töne.

Funktionsweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eine Gruppe mit einem sortierten diatonischen Satz Boomwhacker

Boomwhacker erzeugen Töne, wenn man sie gegeneinander, auf den Boden, den Körper oder eine andere Oberfläche schlägt. Boomwhackers für verschiedene Tonhöhen sind verschieden lang und bestehen aus verschiedenfarbigem Kunststoff (wobei gleiche Töne in verschiedenen Oktavlagen in der Regel die gleiche Farbe erhalten), so dass man sie leichter zuordnen kann. Man kann auch mit Schlägeln auf in einer Halterung fixierten Boomwhacker wie auf einem Xylophon spielen. Durch Druck auf die Außenseite lässt sich die Tonhöhe variieren. Eine Oktavierung nach unten kann durch die sogenannte Oktavatorkappe erreicht werden.

Boomwhacker existieren derzeit nur im Tonraum der C-Dur-Tonleiter und sind zumeist im pentatonischen und diatonischen Satz erhältlich. Um andere Tonarten spielen oder begleiten zu können, ist ein chromatisches Ergänzungsset erforderlich.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boomwhacker werden oft von Performancekünstlern wie zum Beispiel der Blue Man Group eingesetzt. Musiklehrer nutzen sie, um grundlegende Konzepte von Rhythmus, Harmonie und Melodie zu vermitteln. Sie sind geeignet, um in größeren Gruppen gemeinsam zu musizieren. So kann der Lehrer alle Schüler oder der Künstler sein Publikum einbinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erfinder Craig Ramsell aus Sedona im US-Bundesstaat Arizona hatte Mitte der 1990er Jahre die Idee zu diesem Musikinstrument, als er Pappröhren zerkleinerte, um sie in einen Recycling-Container zu füllen. Er bemerkte das musikalische Potenzial, experimentierte mit verschiedenen Größen und Materialien und entwickelte daraus eine Geschäftsidee. Zu dieser Zeit nutzten viele Künstler recycelte Materialien für Percussions-Darbietungen. Für musikpädagogische Zwecke sind die fertig produzierten Boomwhackers besser geeignet als improvisierte Instrumente aus recycelten Materialien, da die musikalische Darbietung sich einfacher reproduzieren lässt.

In der musikalischen Früherziehung haben sich Boomwhacker derart etabliert, dass einige Softwarehersteller Funktionen zum automatischen Generieren farbiger Noten in ihre Notensatzprogramme integriert haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonleiter in C-Dur mit farbigen Boomwhacker-Symbolen, geschrieben in PriMus 1.1
  • Klaus Gramß: Boomwhackers im Klassengroove. Helbling Verlag, Innsbruck/Esslingen/Bern-Belp 2004, ISBN 978-3-85061-291-3.
  • Klaus Gramß: Boomwhacker elementar 1. Helbling Verlag, Innsbruck/Esslingen/Bern-Belp 2007, ISBN 978-3-85061-364-4.
  • Andreas von Hoff: Klassenmusizieren mit Boomwhackers. LeuWa-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-940533-23-4.
  • Martin J. Junker: Tubular Music – Übungs- und Vortragsstücke für Boomwhacker-Ensemble. Fidula-Verlag, Boppard am Rhein 2003, ISMN 979-0-2003-5205-4 (Suche im DNB-Portal).
  • Sandra Möller, Helmut Eisel: Moderner Musikunterricht mit Boomwhackers. Auer-Verlag, Donauwörth 2007, ISBN 978-3-403-04772-8.
  • Elmar Rinderer: Boom Boom Whack. Helbling Verlag, Innsbruck/Esslingen/Bern-Belp 2016, ISBN 978-3-99035-323-3.
  • Esther Sperber: Elementares Musizieren mit Boomwhackers. Persen Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-403-23470-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Boomwhackers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien