Idiophon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Idiophon (von altgriechisch ἴδιος ídios, deutsch ‚eigen‘ und φωνεῖν phōneĭn ‚tönen‘) bedeutet „Selbsttöner“ oder Selbstklinger und bezeichnet ein Musikinstrument, das als Ganzes schwingend zum klang- bzw. tonerzeugenden Medium[1] wird oder schwingungsfähige Teile enthält, die keine gespannten Saiten oder Membranen sind. Idiophone sind insbesondere als Rhythmusinstrumente in allen Kulturen der Welt vertreten, finden aber auch (beispielsweise in Form mehrtöniger Stabspiele) als Melodieinstrumente Verwendung. Idiophone bestehen meist aus Holz (Xylophon), Metall (Metallophon), Stein (Lithophone) oder Glas (Glasharfe).

Die Unterscheidung von Schlaginstrumenten in (selbstklingende) Idiophone und Membranophone, bei denen eine Membran ihre Schwingungen an einen Korpus abgibt, stammt aus der altindischen Musiklehre. Im europäischen Mittelalter wurde eine solche Unterscheidung nicht getroffen. In der Klassifikation der Musikinstrumente von Victor Charles Mahillon 1880 tauchen die Selbstklinger erstmals nach dem indischen Vorbild unter der Bezeichnung autophones auf. 1914 wurde diese nun Idiophone genannte Gruppe als eine der vier Hauptkategorien in die Hornbostel-Sachs-Systematik übernommen.

Unterscheidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Howard Mayer Brown, Frances Palmer: Idiophone. In: Grove Music Online, 2001
  • Gisa Jähnichen, Vincent J. Novara: Idiophones. In: Janet Sturman (Hrsg.): The SAGE International Encyclopedia of Music and Culture. Band 3: G–M, SAGE Publications, London 2019, S. 1127–1146
  • Sibyl Marcuse: A Survey of Musical Instruments. Harper & Row, New York 1975, s.v. Teil 1: Idiophones, S. 3–114

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Idiophon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wieland Ziegenrücker: Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 169.