Brünen (Hamminkeln)

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Brünen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Brünen
Koordinaten: 51° 43′ 32″ N, 6° 40′ 51″ O
Höhe: 36 (35–50) m ü. NHN
Fläche: 46 km²
Einwohner: 4075 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46499
Vorwahl: 02856
Brünen (Nordrhein-Westfalen)
Brünen

Lage von Brünen in Nordrhein-Westfalen

Brünen, evangelische Kirche am Markt, links der Gasthof Majert, dessen Besitzer bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurden
Brünen, evangelische Kirche am Markt, links der Gasthof Majert, dessen Besitzer bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurden
Militärkonvoi der Alliierten durch das im Zuge der Operation Plunder kriegszerstörte Brünen, 29. März 1945

Brünen ist ein Ortsteil der Stadt Hamminkeln im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen. Zu Brünen gehören die Ortschaft Havelich und der Ort Marienthal.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brünen liegt südöstlich von Hamminkeln auf einer Höhe zwischen 35 und 50 m ü. NHN, was in der Region Niederrhein bereits als höhere Lage bezeichnet werden kann. In Ortsnähe treffen sich die Bundesstraße 70, die Landesstraßen 1 und 480 sowie die Kreisstraße 26.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Brünens geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Im 13. Jahrhundert wurde die erste Steinkirche errichtet. Im 18. Jahrhundert werden in Unterabteilungen des Brüner Liegenschaftsregisters die Oberbauerschaft sowie die Dahlhäuser und Steingründer Bauerschaft erwähnt.[2]

Am 1. Januar 1975 wurde Brünen im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen ein Teil der Gemeinde Hamminkeln[3], die 1995 zur Stadt erhoben wurde.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Brünen bedeutet vom Keltischen abgeleitet so viel wie Höhenort. Andere Deutungen sprechen von der Siedlung des Bruno.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 2381[4]
  • 1931: 2485[5]
  • 1961: 2512[3]
  • 1970: 2562[3]
  • 1974: 2846[6]
  • 1975: 2998
  • 1985: 3718
  • 1995: 4241
  • 2005: 4265
  • 2010: 4078
  • 2016: 4075[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen von Brünen zeigt in Silber das Wappenemblem des Fürstbistums Münster, einen roten Balken, darüber liegend das Wappenemblem des Herzogtums Kleve, eine goldene achtstrahlige Lilienhaspel.

Bedeutung: Das Wappen wurde am 12. Mai 1967 angenommen. Der rote Balken stammt aus dem Wappen des Fürstbistums Münster zu dem Brünen bis ins 13. Jahrhundert gehörte. Die Lilienhaspel stammt aus dem Wappen des Herzogtums Kleve zu dem der Ort bis 1806 gehörte.[7]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist das denkmalgeschützte Gut Venninghausen. Auch die Dorfkirche ist immer einen Besuch wert.

Der Brünener Heimatverein "Bürger für Brünen" hat einen Geschichtspfad "Auf den Spuren der Zeit" angelegt, der als Wanderweg an allen Sehenswürdigkeiten des Ortes vorbei führt. Die Sehenswürdigkeiten sind jeweils durch Informationstafeln gekennzeichnet und erläutert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brünen ist durch die Buslinien 72, 62 und 96 der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Der Ort liegt an der Bundesstraße 70. Die Entfernung nach Wesel und Raesfeld beträgt jeweils rund 10 km und zur Stadtmitte Hamminkeln über die Landesstraße 480 6,5 km.

In Brünen gibt es seit 2016 ein Glasfasernetz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Humberghaus: Brünener Bürger jüdischen Glaubens bis 1938. Der Metzger Ernst Humberg flüchtete aus Anlass der Reichspogromnacht mit einem Fahrrad in die nahen Niederlande, bald darauf wanderte er mit Frau und Kleinkind nach Kanada aus. Gedenktafel an der Beekenbrücke[8].[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hamminkeln, Einwohnerzahlen
  2. Geschichte Brünens (Memento vom 30. August 2011 im Internet Archive)
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 297.
  4. Gemeindeverzeichnis 1900, Kreis Rees
  5. Das Amt Schermbeck auf Gen-Wiki
  6. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 52.
  7. Wappenbeschreibung "Heraldry of the World"
  8. heute: die Brücke über den Mühlenbach, der parallel zur Straße "An de Beek" verläuft, Weseler Straße 67, Fa. Hopermann. Ansicht, 7. Juni 2012, Lokalkompass
  9. Für andere ehemalige Juden aus Brünen und Marienthal wurden 2018 Stolpersteine zur Erinnerung verlegt: Josepha Rölfing, Marienthal, An der Klosterkirche 4 und Familie Wertheim, Brünen, Weseler Straße 59. Rheinische Post, Lokalausgabe, 16. Februar 2018. Das USHMM hat umfangreiche Materialien unter "Wertheim-Heilbronn" archiviert, die von der in die USA geflüchteten Brünerin Else Wertheim (1911–1998) stammen. USHMM