Brünieren

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 50938
Bereich Beschichten von Bauteilen
Titel Brünieren von Bauteilen aus Eisenwerkstoffen - Anforderungen und Prüfverfahren
Letzte Ausgabe 2018-01
ISO 11408
brünierter Rundstab aus Stahl
Anlage zum Brünieren

Brünieren (von französisch brunir ‚bräunen‘[1]) dient der Bildung einer schwachen Schutzschicht (Edelrost) auf meist eisenhaltigen Oberflächen, um Korrosion zu vermindern. Durch Eintauchen der Werkstücke in saure bzw. alkalische Lösungen (z. B. Natronlauge) oder Salzschmelzen bilden sich schwarze Mischoxidschichten aus Eisen(II,III)-oxid (Fe2O3 und Fe3O4). Die Brünierung ist keine Beschichtung.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die geringe Dicke der Konversionsschicht von etwa 1 µm bleiben die brünierten Werkstücke weitestgehend maßhaltig. Wegen der Porosität der Brünierschicht ist der Korrosionsschutz nur gering; er kann durch Beölen oder Befetten aber deutlich verbessert werden. Die Schichten sind weitgehend biege- und abriebfest sowie bis etwa 300 °C temperaturbeständig. Eine Brünierung wirkt auch als Haftgrund für Oberflächenbeschichtungen wie z. B. Lacke.

Das Einsatzgebiet liegt im Maschinen- und Werkzeugbau. Eine spezielle Anwendung ist das Brünieren von Handfeuerwaffen.

Das Verfahren ist in Deutschland in der DIN 50938 genormt. Dort unterscheidet man auch zwischen Ein-, Zwei- und Dreibadbrünieren.

Neben dem Schutz dient die Brünierung oft auch zur visuellen Aufwertung von Gegenständen, beispielsweise, um ein „antikes“ Aussehen zu erzeugen, wie bei Möbelbeschlägen und Schrauben aus Messing. Hierfür kann das Brünieren mit Essigessenz (Essigsäure) erfolgen.

Schwarzfärben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine immer noch bei eisernem Kochgeschirr und bei Schmiedeprodukten verwendete Methode zur Verminderung der Anfälligkeit gegen Korrosion ist das Abbrennen von Leinöl auf der Eisenoberfläche, das auch als Einbrennen oder Schwarzbrennen bezeichnet wird. Dazu wird das Metall zwischen glühenden Kohlen erhitzt und dann mit Leinöl abgeschreckt. Alternativ kann auch das Öl zuerst aufgetragen und der Gegenstand dann erhitzt werden. Gewöhnlich sind mehrere Durchgänge erforderlich, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Die Temperatur soll etwa 400 °C bis 700 °C (dunkelrot) betragen. Das Öl raucht dann beim Auftragen sichtbar ab.

Ähnliche Verfahren unter Verwendung von Leinöl sind der Firnisbrand von Kupfer und Kupferlegierungen und das Patinieren von Aluminium bei Temperaturen von bis zu 400° C.

Nicht zu verwechseln sind diese Verfahren des Einbrennens jedoch mit dem Einbrennen von Druckfarben und Lacken bei Temperaturen von unter 200° C

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansgeorg Hofmann, Jürgen Spindler: Verfahren der Oberflächentechnik. Grundlagen – Vorbehandlung – Beschichtung – Oberflächenreaktionen – Prüfung. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, München u. a. 2004, ISBN 3-446-22228-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. brünieren in duden.de, abgerufen am 10. Juli 2014.