Braugold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Braugold Vertriebs GmbH & Co. KG war eine Brauerei in Erfurt. Sie zählte zu den größten Brauereien des Bundeslandes und war zeitweilig Marktführer in Thüringen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbahn mit Braugold-Werbung in Erfurt
Brauereigebäude (2010)
Brauereigelände (2006)

Die Geschichte der Braugold-Brauerei geht auf zwei Brauereien zurück, die sich im 19. Jahrhundert gebildet hatten. Zum einen wurden in den Jahren 1822 und 1827 durch Volkmar Döppleb zwei Biereigenhöfe an der im Stadtzentrum gelegenen Straße Große Arche gekauft. Dies waren Bürgerhäuser, die auf Grund landwirtschaftlichen Besitzes Braurecht, die Biereige, besaßen. Die damit entstandene Brauerei ging später an eine Familie Baumann über, die 1848 auch die Brauerei Schedel kaufte. Die zweite Linie wurde durch Christian Büchner 1823 durch den Kauf der Braustätte Zur Lauenburg begründet. Unter seiner Leitung zog die Brauerei 1888 an den neuen Standort in der Löbervorstadt in der Nähe des Erfurter Stadtparks.

1920 kaufte die Brauerei Baumann die Brauerei Büchner AG und schloss damit beide Linien zusammen. Gleichzeitig erfolgte der Zusammenschluss mit der von Carl Adolf Riebeck gegründeten Leipziger Riebeck Brauerei AG. 1921 wurden in der nunmehrigen Großbrauerei 100.000 Hektoliter Bier produziert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1948 die Brauerei in Volkseigentum überführt. Mit dem Eintrag des Markenzeichens Braugold erhielt die Brauerei 1956 ihren heutigen Namen. Im Jahr 1967 begann die Produktion des heute meist verkauften Bieres Braugold Pilsner Spezial. 1969 wurde durch den Zusammenschluss von neun Brauereien des Bezirkes Erfurt der VEB Getränkekombinat Erfurt gebildet. Die Brauerei Braugold wurde Stammbetrieb und Sitz der Leitung des Kombinats.

Nach der Wende und dem damit verbundenen Ende des Getränkekombinats wurde die Brauerei Braugold 1990 zunächst von der Licher Privatbrauerei übernommen. 1996 erfolgte schließlich die Übernahme durch die Nachfolger des früheren Eigentümers, der Riebeck-Gruppe, zu der zu diesem Zeitpunkt auch die Brauerei in Eisenach sowie die Wernesgrüner Brauerei gehörten. Später übernahm die Getränkegruppe Waldhoff die Braugold-Brauerei.

Im Herbst 2010 wurde die Produktion im Erfurter Betrieb bis auf die Herstellung der Grundwürze für die sieben Biersorten eingestellt, da das weitgehend heruntergewirtschaftete Brauereigebäude eine kostendeckende Produktion nicht mehr zulässt. Der eigentliche Brauvorgang und die Abfüllung erfolgt nunmehr in einer Brauerei in Braunschweig.[2]

Auf dem ehemaligen Brauerei-Gelände sollen altersgerechte Wohnungen zu finden sein, aber auch Unterkünfte für Studenten und eine Gaststättenbrauerei. Derzeit (2013) läuft der Rückbau der Anlagen und der nicht denkmalgeschützten Gebäude.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bericht der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom April 2000
  2. Meldung auf der Homepage der OTZ vom 22. November 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Braugold Erfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 58′ 8″ N, 11° 2′ 4″ O