Bretnig-Hauswalde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage von Bretnig-Hauswalde im Landkreis Bautzen (Stand: Ende 2016)

Bretnig-Hauswalde war bis zur Eingemeindung nach Großröhrsdorf am 1. Januar 2017 eine sächsische Gemeinde, die zur Verwaltungsgemeinschaft Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen gehörte. Die Ortslage befindet sich etwa 30 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Dresden.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bretnig und Hauswalde liegen ca. 11 Kilometer nordwestlich von Bischofswerda und ca. 15 Kilometer südlich von Kamenz. Auf einer Fläche von 14,41 km² hatte die Gemeinde 2914 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015) und bestand aus den beiden Ortsteilen Bretnig und Hauswalde.

Die Gemeinde wurde von Ohorn im Norden, Rammenau im Osten, Frankenthal im Süden und Großröhrsdorf im Westen begrenzt. Am schnellsten erreichte man die Gemeinde über die Autobahn A 4, das Zentrum lag zwei Kilometer von der Abfahrt Ohorn (86) entfernt. Durch Bretnig-Hauswalde flossen die Große Röder und der Hauswalder Bach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1346 wird Hauswalde erstmals urkundlich erwähnt und im Jahr 1350 erstmals in einem Lehnbuch Friedrich des Strengen als Breiteneichech bezeichnet. In einer Lehnurkunde von 1455 wurde ein Vorwerk in Bretnig dem Rittergut Pulsnitz zugeordnet. Im 16. Jahrhundert war Bretnig bereits ein eigenständiges Rittergut. Die Siedlungsanlage entsprach ursprünglich der eines Waldhufendorfes.

Hauswalde und Bretnig gehören historisch zur Oberlausitz.

Im Jahr 1761 erhielt Bretnig ein eigenes Schulhaus in der Ortsmitte, 1852 kamen nach zweijähriger Bauzeit die niedere Schule und 1863 die obere Schule dazu. 1836 wurde die Leinwandfabrik J. G. Petzold & Sohn (Kohlen-Petzold) gegründet. Später kamen die Färberei, eine Dampfmangel und die Kohlenhandlung hinzu. Ab 1891 erschien der „Allgemeine Anzeiger“, ein lokales Blatt für Bretnig, Großröhrsdorf, Hauswalde und Umgebung (Druck und Verlag A. Schurig). Seit dem 25. Januar 1900 ist die Gemeinde an das Großröhrsdorfer Elektrizitätswerk angeschlossen. Am 4. Oktober 1903 wurde das Bretniger Gotteshaus, welches nach Plänen der Architekten Gebrüder Völkel (Großröhrsdorf) und unter der Leitung des Baumeisters Nitzsche (Großröhrsdorf) errichtet worden war, geweiht. Am 23. September 1913 wurde die durch den Ort führende Kraftwagenlinie zwischen Radeberg und Bischofswerda eröffnet. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg mussten die Fahrten von 1915 bis 1920 unterbrochen werden. Von 1920 bis zum 8. Mai 1945 hatte Max Übel das Amt des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters inne.

Im Mai 1945 fielen 49 Personen den Kämpfen zwischen deutschen und polnischen Truppen zum Opfer. 89 Gebäude im Ort wurden völlig zerstört. Betroffen waren vor allem die Ortslagen Klinkenplatz, Niederdorf, Röderweg und Karolinenhöhe. Im Jahr 1950 wurde Hauswalde ein Ortsteil von Bretnig.

1960 wurde die zehnklassige Polytechnische Oberschule eingeführt. Ab 1980 fand der Unterricht dann in einer neuen Schule statt. 1990 beschloss die Gemeindevertretung die neue Ortsbezeichnung Bretnig-Hauswalde.[1] Zum 1. Januar 2017 wurde Bretnig-Hauswalde wegen seiner schwierigen Haushaltslage in die Nachbarstadt Großröhrsdorf eingemeindet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1600 a ca. 200
1743 a 0500
1834 a 1252
1939 a 2999
31. Dezember 2003 b 3228
30. September 2005 b 3221
31. Dezember 2006 b 3189
30. Juni 2008 b 3135
31. Dezember 2009 b 3096
31. Dezember 2011 b 2987
31. Dezember 2012 b 2971
31. Dezember 2013 b 2951
31. Dezember 2015 b 2914

Quellen: a http://www.bretnig-hauswalde.de/ (nur Bretnig) b(online auf: statistik.sachsen.de)

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hauswalde und Bretnig existiert jeweils eine evangelische Kirchgemeinde, ferner gibt es eine Landeskirchliche Gemeinschaft und die katholische Kirchgemeinde „St. Michael“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 53,8 %
 %
40
30
20
10
0
32,7 %
29,4 %
22,7 %
15,2 %
WVS
FHV

2009 wurde Katrin Liebmann (parteilos) als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde wiedergewählt. Der Gemeinderat bestand ebenfalls seit 2009 aus Mitgliedern der Wählervereinigung Freunde des Heimatfördervereines Bretnig-Hauswalde e.V. der Wählervereinigung zur Förderung des Sports, der CDU sowie der SPD.

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilten sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählervereinigung zur Förderung des Sports in der Gemeinde (WVS): 5 Sitze
  • Freunde des Heimatfördervereins Bretnig-Hauswalde (FHV): 5 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe verschiedener Art waren vor allem im Gewerbegebiet Bretnig-Ohorn konzentriert. Die Gesamtfläche betrug ca. 36 Hektar. Seit 1992 hatten sich hier Firmen der Metall-, Bau- und Textilbranche sowie Autohäuser und Großhandelsunternehmen angesiedelt. Auf Bretniger Gemarkung war das Gewerbegebiet flächenmäßig zu 87 % ausgelastet.[4]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gab es einen Kindergarten und eine Grundschule. Nach Fertigstellung des gemeinsamen Schulzentrumstandortes für Mittelschule und Gymnasium in Großröhrsdorf 2012 war die Mittelschule (seit 2013 Oberschule) dorthin umgezogen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bretnig befindet sich die Parkanlage „Hofepark“. Ebenfalls der Erholung dient das Naturbad „Buschmühle“ an der Flurgrenze zu Ohorn.

Etwa ein Drittel des umgebenden ehemaligen Landkreises Kamenz steht unter Landschafts- bzw. Naturschutz und ist durch viele Rad- und Wanderwege erschlossen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein alljährlicher Höhepunkt im Ort ist die Kirmes im September.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindeverwaltung Bretnig-Hauswalde (Hrsg.): Bretnig-Hauswalde in Wort und Bild. Lusatia Verlag, Bautzen 1998, ISBN 3-929091-60-7.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeittafel (zusammengestellt von Hansgeorg Röntzsch, Ortschronist)
  2. Sächsisches Amtsblatt Nr. 51/2016 vom 22. Dezember 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Internetpräsenz der Gemeinde Bretnig-Hauswald

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bretnig-Hauswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bretnig-Hauswalde im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Bretnig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Hauswalde im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen