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Brigitte Schnegg

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Brigitte Schnegg (* 16. September 1953; † 29. März 2014 in Bern) war eine Schweizer Historikerin, Professorin und Leiterin des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZFG) an der Universität Bern.[1]

Leben und Wirken

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Brigitte Schnegg verstand sich als Teil der Frauenbewegung, die sie in Bern prägte und im universitären Umfeld verankerte.[2]

Von 1983 bis 1986 leitete sie die Geschäftsstelle des Vereins Feministische Wissenschaft Schweiz, gemeinsam mit Katharina Belser. Zugleich arbeitete sie als junge Assistentin am Institut für Geschichte der Universität Bern und setzte sich schon früh für die Anerkennung feministischer Geschlechtergeschichte und feministischer Wissenschaft in der Akademie ein.[3] 1983 organisierte sie zusammen mit der Basler Professorin Regina Wecker und anderen Historikerinnen in Bern die erste Schweizerische Tagung für Frauengeschichte (später Schweizerische Historikerinnentagung genannt).[3]

1999 promovierte sie am Historischen Institut der Universität Bern bei Beatrix Mesmer mit der Arbeit „‚Die zweyte Seite auf dem Blatte der Menschheit‘. Geschlechterdiskurse und Geschlechterverhältnisse in der Schweizer Aufklärung.“

Seit seiner Gründung 2001 leitete Schnegg das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG) der Universität Bern, das unter ihrer Führung innerhalb weniger Jahre auf rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwuchs. Es befasst sich mit Geschlechterfragen im Kontext von nachhaltiger Entwicklung.[4]

Schnegg war Mitbegründerin des gesamtschweizerischen Netzwerks zur Etablierung der Geschlechterforschung an den Schweizer Universitäten und hatte ab 2010 das Co-Präsidium der neu lancierten Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (SGGF) inne. In den Jahren 2012 und 2013 nahm sie als Mitglied der Schweizer Delegation an Verhandlungen der UN-Commission on the Status of Women (CSW) in New York teil.[5]

Brigitte Schnegg von Rütte lebte in Bern.[6] Ende März 2014 starb sie an Herzversagen. Sie hinterlässt einen Mann und zwei Töchter.

Brigitte-Schnegg-Preis

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Zu Ehren von Brigitte Schnegg prämiert der Brigitte-Schnegg-Preis herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Geschlechterforschung in der Schweiz, die einen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Veränderungen leisten. Der Preis wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung der SGGF 2017 erstmals verliehen.[7]

Publikationen (Auswahl)

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  • als Co-Herausgeberin mit Bettina Wecker: Frauen. Zur Geschichte weiblicher Arbeits- und Lebensbedingungen in der Schweiz = Femmes. Contributions à l'histoire du travail et des conditions de vie des femmes en Suisse. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 34 (1984), Nr. 3, S. 325–443 (Digitalisat in E-Periodica).
  • als Co-Herausgeberin mit Anne-Lise Head: Armut in der Schweiz (17.–20. Jh.) = La pauvreté en Suisse (17e–20e s.). Chronos-Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-905278-47-2. (Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte; 7).
  • "Die zweyte Seite auf dem Blatte der Menschheit". Geschlechterdiskurse und Geschlechterverhältnisse in der Schweizer Aufklärung. [s.n.], [S.l.] 1999. (Diss. phil.-hist. Bern).
  • mit Gaby Sutter und Sonja Matter: Zwischen Integration und Ausschluss: Fürsorge und Sozialarbeit in der Stadt Bern 1900–1960. Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (IZFG), Bern 2008.
  • als Co-Herausgeberin mit Christa Binswanger u. a.: Gender Scripts: Widerspenstige Aneignungen von Geschlechternormen. Campus Verlag, Frankfurt 2009, ISBN 978-3-593-39014-7. (Politik der Geschlechterverhältnisse; 40).

Einzelnachweise

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  1. Podium | Table ronde Sustainable University Day 2014. Brigitte Schnegg. In: u-change.ch. Akademie der Wissenschaften Schweiz, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. April 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  2. Elisabeth Joris: Eine kämpferische Wissenschaftlerin. In: woz.ch – Die Wochenzeitung. 17. April 2014, abgerufen am 30. April 2020.
  3. 1 2 Andrea Maihofer und Lilian Fankhauser: Brigitte Schnegg - wer war sie? In: Verein Feministische Wissenschaft Schweiz (Hrsg.): FemInfo. Nr. 36, 2014, S. 27.
  4. Über uns. In: izfg.unibe.ch. Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung IZFG, abgerufen am 30. April 2020.
  5. Michèle Amacker und Tanja Rietmann: Zum Gedenken an die Direktorin des IZFG, Prof. Dr. Brigitte Schnegg (1953–2014). In: Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (Hrsg.): genderstudies. Nr. 25, 2014, ISSN 1663-7879, S. 1 ff. (unibe.ch [PDF]).
  6. Trauerfall Schnegg Brigitte. In: todesanzeigenportal.ch. FamAds AG, abgerufen am 30. April 2020.
  7. Brigitte-Schnegg-Preis. In: gendercampus.ch. Gender Campus Redaktion, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2020; abgerufen am 30. April 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.