Brutalität in Stein

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Filmdaten
OriginaltitelBrutalität in Stein
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1961
Länge12 Minuten
Stab
RegieAlexander Kluge
Peter Schamoni
DrehbuchAlexander Kluge
Peter Schamoni
ProduktionAlexander Kluge
Peter Schamoni
Dieter Lemmel
MusikHans Posegga
KameraWolf Wirth
Rob Houwer
SchnittHeidi Genée

Brutalität in Stein ist ein deutscher Kurzdokumentarfilm von Alexander Kluge und Peter Schamoni aus dem Jahr 1961.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film zeigt architektonische Details des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg. In oftmals statischen Einstellungen werden die „Uniformität“, die Schmucklosigkeit und gleichzeitig die Dominanz von Ecken und Kanten betont. Parallel werden verschiedene Tondokumente eingespielt, darunter Heil-Rufe, das Geräusch von marschierenden Massen, Hitler-Reden sowie Auszüge aus den Erinnerungen von Rudolf Höß, der von Mai 1940 bis November 1943 Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz war. Neben den Bildern des Reichsparteitagsgeländes werden Skizzen Hitlers vom fertigen Gelände gezeigt sowie NS-Modelle deutscher zukünftiger Städte, darunter der Hauptstadt Berlin als zukünftige „Welthauptstadt Germania“. Der Film endet mit Einstellungen von Trümmern des Geländes in Nürnberg.

Intention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film will den Zusammenhang zwischen Architektur – insbesondere der Partei- und Prestigebauten – und Ideologie des Nationalsozialismus verdeutlichen. Die Hinterlassenschaften der NS-Architektur (Bauwerke, Ruinen, Modelle, Baupläne, Skizzen), so die These des Films, kann die Ideologie der Nationalsozialisten und die Erinnerung an die NS-Zeit überhaupt lebendig werden lassen und dem Betrachter „vom Geiste Ihrer Erbauer“ (Zitat aus dem Film) zeugen.[1]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brutalität in Stein wurde 1960 in Nürnberg gedreht und erlebte am 8. Februar 1961 auf dem IFF in Oberhausen seine Premiere. Erzähler des Films sind Hans Clarin und Christian Marschall.

Der Kurzfilm erschien im Rahmen der Gesamtschau von Werken Alexander Kluges 2007 auf DVD. Michael Kloft übernahm den Kurzfilmtitel 2002 für seine Spiegel-TV-Dokumentation Brutalität in Stein – Die Bauten der Nazis gestern und heute.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Selten ist ein politisches Thema so unmittelbar in Bildsymbolik übersetzt worden wie in diesem außerordentlichen Werk Schamonis“, schrieb Die Welt 1961.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem IFF Oberhausen erhielt Brutalität in Stein 1961 den Preis der Stadt Oberhausen. Zudem wurde er Anfang der 1960er-Jahre in Prag prämiert.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brutalität in Stein. In: Hilmar Hoffmann (Hrsg.): Peter Schamoni. Filmstücke/Film Pieces. Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart 2003, S. 102–103.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Müller-Klug: »Brutalität in Stein« - Der Zusammenhang von Architektur und Ideologie des Nationalsozialismus in einem Film von Alexander Kluge und Peter Schamoni. Clio Berlin Blog, 25. November 2015, abgerufen am 25. November 2015.
  2. Hans Sahl: Deutsche Kurzfilme im New Yorker Goethehaus. In: Die Welt, 1. Dezember 1961.
  3. Kurze Prozesse. In: Der Spiegel, Nr. 49, 1962, S. 118.