Buchfinkenland

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Der namensgebende Buchfink
Einer der Buchfinken in Usingen

Buchfinkenland ist ein Name, unter dem verschiedene Gemeinden für sich werben.

Buchfinkenland im Westerwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Buchfinkenland im Westerwald liegt inmitten des Naturparks Nassau. Es wird eingerahmt vom Gelbach im Osten, dem Seelbach im Süden, dem Stelzenbach im Westen und dem Daubach im Norden[1]. Es erstreckt sich über drei Ortsgemeinden im Westerwaldkreis (Deutschland):

Die Namensgebung wird zurückgeführt auf die waldreiche Gegend, die einen hohen Bestand an Singvögeln und insbesondere Buchfinken aufweist. Der in Horbach ansässige Zweigverein des Westerwaldvereins ist nach dem Buchfinkenland benannt.

Buchfinkenland um Usingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen ist auch bekannt als Buchfinkenstadt im Buchfinkenland. Das im Jahr 1938 durch Theo Geisel verfasste Buchfinkenlied beschreibt den Heimatbegriff, das Usinger Land im östlichen Hintertaunus, das Buchfinkenland. Das Lied vermittelt Geborgenheit, menschliche Nähe und Wärme. Durch den „Buchfinkenfall“, die „Buchfinkenmesse“ und den Buchpreis „Usinger Buchfink“ ist der Begriff in das Bewusstsein der Bürger zurückgekehrt. Auch trägt die Grundschule in Eschbach den Namen „Buchfinkenschule“. Seit dem Jubiläumsjahr 2002 der Stadt Usingen verschönern an verschiedenen Stellen in der Stadt bunte Buchfinken das Stadtbild.

Im 19. Jahrhundert war das Usinger Land eine besonders arme Gegend im Herzogtum Nassau. Eine Versetzung von Beamten nach Usingen wurde als Strafversetzung in die „Buchfinkerei“ empfunden und spöttisch beschrieben. In den 1930er Jahren wurde dieser Spottname aufgegriffen und zur Steigerung des Fremdenverkehrs ins Positive gewandelt. 1936 und 1938 wurden „Buchfinkenfeste“ in Usingen gefeiert. Zur Popularität des Namens trugen verschiedene Lieder bei. Bereits in den 1920er Jahren schrieb der Wehrheimer Pfarrer August Thomae (1867–1930) ein Buchfinkenlied. In den 1930er Jahren folgte ein „Buchfinkenschlager“. Das bekannteste und heute noch gesungene Buchfinkenlied wurde 1938 von Theo Geisel geschrieben. Die Herkunft des Namens ist unklar. Im Usinger Land wurde aufgrund der Armut als Nebenerwerb die Singvogeljagd mit Leimruten betrieben. Möglicherweise referenziert der Name auf diese Praxis[2].

Buchfinkenland bei Hünfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um die 4 Hünfelder Stadtteile Rudolphshan, Oberfeld, Oberrombach und Michelsrombach wird als Buchfinkenland bezeichnet. So nennt sich die Spielgemeinschaft der Fußballerinnen der Sportvereine von Rudolphshan und Michelsrombach SG Buchfinkenland.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ich geh wandern.de: Das Buchfinkenland im Wanderatlas Deutschland
  2. Joachim Bierwirth: Das Buchfinkenland – vom Mythos der Armut. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2004, ISBN 3-7973-0862-0, S. 80–86
  3. Website SG Buchfinkenland