Usingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Usingen
Usingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Usingen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 269 m ü. NHN
Fläche: 55,83 km²
Einwohner: 13.817 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61250
Vorwahl: 06081
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 011
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wilhelmjstraße 1
61250 Usingen
Webpräsenz: www.usingen.de
Bürgermeister: Steffen Wernard (CDU)
Lage der Stadt Usingen im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Usingen ist eine Kleinstadt im Hochtaunuskreis in Hessen. Der Wohn- und Schulstandort war bis 1972 Kreisstadt des damaligen Kreises Usingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen im Taunus

Usingen an der Usa liegt ca. 27 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main, 25 Kilometer südlich von Wetzlar und 37 Kilometer nordöstlich von Wiesbaden im Taunus und somit am Rande des Rhein-Main-Gebietes.

Der Stadtkern liegt etwa auf 300 m Höhe über NN, die höchste Erhebung im Stadtteil Usingen ist der „Hohe Berg“ mit 414 m über NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen grenzt im Norden an die Stadt Butzbach, im Osten an die Gemeinden Ober-Mörlen (beide Wetteraukreis) und Wehrheim, im Süden an die Stadt Neu-Anspach und die Gemeinde Schmitten, sowie im Westen an die Gemeinden Weilrod und Grävenwiesbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen besteht aus den Stadtteilen Usingen, Eschbach, Kransberg, Merzhausen, Michelbach, Wernborn und Wilhelmsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichtliche Spuren im Usinger Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Erforschung und des Wiederaufbaus des Römerkastells Saalburg bei Bad Homburg vor der Höhe seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch die Besiedlungsgeschichte Usingens intensiver erforscht. Seitdem kam es immer wieder zu Einzelfunden oder den Nachweis von Siedlungsresten, welche die Geschichte des Usinger Landes seit der Frühzeit dokumentieren. Nach Gründung der Archäologie-AG Usingens[2] 1994, die durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und das Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt/Main unterstützt wird, konnte die Erforschung der regionalen Siedlungsstruktur verbessert werden. Einige Funde (Kulturgüter) sind im Keller des Usinger Rathauses im Museum für Vor- Und Frühgeschichte zu betrachten.

Der früheste Nachweis menschlicher Tätigkeit im Usinger Raum ist eine Art Basislager der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler, das 1997 bei Naunstadt nachgewiesen werden konnte. Solche Lager dienten den damaligen Nomaden als Ausgangs- und Übernachtungspunkt für die notwendige Nahrungsversorgung. Es ist fraglich, ob sich darüber hinaus größere Siedlungen aus dieser Epoche finden lassen werden. Zwar wird das Usinger Land durch einige Flüsse und Bäche durchzogen, diese sind und waren für eine wirtschaftliche Schifffahrt jedoch zu klein. Deutschland weit wurde jedoch ermittelt, dass in der Zeit von 11.000 bis 5.600 v. Chr. größere Siedlungen zumeist an bedeutenden Flüssen gegründet wurden, die zur Trinkwasserversorgung und für den Handel unabdingbar waren. Erst allmählich breiteten sich die Kulturen dann auch in abgelegene Gebiete aus.

Aus der frühen Jungsteinzeit (ca. 5.000 v. Chr.) konnten zwischen 1993 und 1996 sechs Siedlungsplätze bei Friedrichsthal, Maibach, Wernborn und Usingen nachgewiesen werden. Da sie abseits der Wetterau und des Limburger Beckens und über der üblichen Siedlungshöhe zwischen 260 und 410 m ü. NN liegen, kann das Usinger Becken für diese Zeit als eigene Siedlungskammer betrachtet werden. Bestandteil ist unter anderem ein Graben-/Erdwerk bei Usingen von über zwei Hektar Größe, welches mehrfach ausgebaut wurde.[3]

Ausgrabung und Dokumentation von Pfostenspuren innerhalb des spätbandkeramischen Erdwerks bei Usingen, Herbst 2000
Dokumentation des Spitzgrabens des Erdwerks durch Anlegen mehrerer Längs- und Querprofile. Usingen, Herbst 2000

Solche Funde lassen sich auf die ersten Ackerbauer und Viehzüchter zurückführen und gehören zur Linearbandkeramischen Kultur. Von den nachfolgenden Kulturstufen der Jungsteinzeit (4.900 bis 2.200 v. Chr.) zeugen einige ältere Lesefunde, zumeist Steinbeile und -äxte, die jedoch bislang keine Siedlungsplätze belegen. Funde aus der Umgebung von Anspach, Hasselborn und Wernborn lassen sich der Michelsberger Kultur (4.300 bis 3.500 v. Chr.) zuordnen.

Spuren der frühen Bronzezeit zwischen 2.200 und 1.600 v. Chr. konnten bislang nicht entdeckt werden, jedoch belegen Siedlungs- und Grabfunde der sich anschließenden mittleren Bronzezeit/ Hügelgräberbronzezeit (1.600 bis 1.300 v. Chr.) und der Urnenfelderkultur (1.300 bis 800 v. Chr.) eine wieder auflebende Besiedlung des Usinger Landes. In Wehrheim konnte ein Friedhof der Urnenfelderkultur nachgewiesen werden, dessen offenkundig letzte Reste vor einer Bebauung im Jahre 1997 und 2007 gerettet werden konnten.

Im ganzen Usinger Land sind Hügelgräber aus der vorrömischen Eisenzeit, der Hallstattkultur (ca. 800 bis 450 v. Chr.) zu finden, jedoch kaum Siedlungsplätze aus dieser Zeit, ebenso wenige aus der sich anschließenden Zeit der Kelten, der La-Tène-Zeit (450 v. Chr. bis um Christi Geburt). Im 1. bis 2. Jh. n. Chr. siedelten Germanen nahe dem heutigen Usingen, wie Grabungsfunde verdeutlichen.

Mit der Aufgabe des Limes um 260 n. Chr. endete auch der römische Einfluss im Usinger Raum. Hinsichtlich der darauf folgenden Zeit der Völkerwanderungen ist bemerkenswert, dass eine vermutlich alemannische Höhensiedlung bei Kransberg aufgefunden wurde.

Aus der Zeit des Mittelalters (600 bis 15. Jahrhundert n. Chr.) gibt es zahlreiche Wüstungen (aufgelassene Siedlungen), Burgen und noch bestehende Ortschaften aus mittelalterlicher Gründungszeit samt Baudenkmälern und Eisenverhüttungsplätzen.

Der Ursprung Usingens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen beging 2002 das 1200-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Der Ort wird einige Male unter verschiedenen, ähnlich lautenden Bezeichnungen im Codex Eberhardi des Klosters Fulda von etwa 1160 genannt, wobei ein Bezug zu den Jahren zwischen 754/5 (dem Todesjahr des Bonifatius) und 802 angenommen wird. Die Einträge sind jedoch nicht mit einer Jahreszahl versehen, sondern einfache Aufzählungen von Übertragungen an das Kloster. Zudem enthält der Codex auch etliche (Ver-)Fälschungen, was insgesamt zu Zweifeln an der Genauigkeit der Angaben geführt hat.[4] Ungeachtet dieser inhaltlichen Kritik an den überlieferten Schriftquellen hat das Ergebnis einer Ausgrabung in der Flur „Auf der Beund“ im Jahre 2002 gezeigt, dass sich im Umfeld des heutigen Usingen unter anderem die Überreste eines karolingischen Gebäudes befinden. Archäologische Nachweise über eine frühmittelalterliche Siedlungstätigkeit an der Stelle der heutigen Stadt gibt es allerdings bisher nicht.[5]

Auch ein weiterer Flurname in der Gemarkung von Usingen, „Alte Burg“, gibt Rätsel auf. Konkrete Hinweise hinsichtlich seiner Bedeutung sind bisher nicht gefunden worden; die Bezeichnung kann einen realen Bezug haben oder auch auf einer fehlerhaften Überlieferung beruhen.[6]

Schließlich könnte auch noch Stockheim, ein wüst gefallener Ort westlich von Usingen, von Gewicht für die Entstehung bzw. Entwicklung Usingens gewesen sein. Der Name der Wüstung lässt auf seine Begründung zur Zeit der fränkischen Landnahme oder gar schon in alemannischer Zeit schließen, jedoch sind bisher keine greifbaren Bezugspunkte zu Usingen erkennbar.

Usingen in der Grafschaft Diez[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tauschurkunde Philipps von Schwaben vom 15. Januar 1207 mit anhängendem Siegel

Bisher existieren keine historischen oder archäologischen Befunde über Usingens Geschichte vom frühen 9. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. Erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts, das heißt in einer Tausch-Urkunde vom 15. Januar 1207, wird der Ort wieder erwähnt: Die Brüder Gerhard und Heinrich von Diez erhalten für die Vogtei von Kastel von König Philipp von Schwaben das Patronatsrecht der Kirche und alles Königsgut in Usingen. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Besitzübergabe sind jedoch die Hörigen, die nach dem Besitzrecht dem König eigen sind, ebenso wie die Hälfte derjenigen Hörigen, die der Kirche in Usingen zugehören, deren eine Hälfte ebenfalls Königsgut war. Da im Mittelalter Land und Leute eine Einheit bildeten und nicht getrennt übergeben werden konnten, ist die Urkunde dahingehend zu interpretieren, dass König Philipp nur unbesiedeltes Land übertrug, ihm der wertvollere Teil seines Königsguts also erhalten blieb.

Die Grafen von Diez profitierten jedoch von dem Patronatsrecht, denn damit stand ihnen das Recht zu, den Pfarrer einzusetzen. Somit hatten sie auch indirekten Zugriff auf die Einkünfte der Kirche.[7]

Ein Zweig der Familie derer von Diez nannte sich bereits 1208 nach einer in dem ihr zugesprochenen Gebiet neu errichteten Burg in (Alt-)Weilnau „Grafen von Weilnau“. 1302 teilten ihre Nachkommen ihren Besitz und erbauten in Neuweilnau eine neue Burg.[8]

Usingen als nassauische Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürst Walrad von Nassau-Usingen
Stadtansicht 1864

Nach 1208 schweigen die Quellen zu Usingen erneut für ein Jahrhundert. Erst 1326 wird es wieder direkt urkundlich erwähnt: Graf Gerlach von Nassau erwarb pfandweise von Heinrich von Neuweilnau, einem Nachfahren der Grafen von Diez, unter anderem das als „Dorf“ bezeichnete Usingen. 1346 übernahmen die Söhne Gerlachs, Adolf und Johann die Herrschaft über die Ansiedlung. Neun Jahre später, 1355, erfolgte eine Teilung zwischen den Brüdern und Usingen fiel als Teil von Nassau-Weilburg-Saarbrücken an Graf Johann, unter dem die Umwandlung vom Dorf zur Stadt begann. Es entstand eine befestigte Burg oder Schloss.

Über 500 Jahre unterstand Usingen der nassauischen Oberhoheit.

Die nassauische Burg an der Stelle der heutigen Christian-Wirth-Schule und eine Mauer mit fünf Toren schützten nun das kleine Städtchen, das wohl in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts befestigt worden war und Stadtrechte erhalten hatte. Dies bedeutet allerdings auch, dass sich der Siedlungsschwerpunkt jetzt endgültig aus dem Tal, das heißt von der Flur „Auf der Beund“, nach oben auf die Anhöhe verlagert hatte. Es ist unbekannt, wann und warum dieser Prozess einsetzte.

Nachfolger von Graf Johann wurde sein Sohn Philipp als Landesherr. 1405 erwarb dieser die Pfandherrschaft über Neuweilnau. Damit ging Usingen endgültig in den Besitz der Nassauer über.

Philipp III. von Nassau-Weilburg führte die Reformation in Usingen ein; sie begann am 9. Juni 1527 mit einer Predigt von Philipps Hofprediger Henricus Romanus in der Usinger Kirche. Im Jahr 1528 endeten die katholischen Gottesdienste in der Stadt.

Das Schloss in Usingen wurde 1560 völlig umgebaut und erweitert. 1635 fiel es (und ein großer Teil der Stadt) einem Brand zum Opfer, den spanische Truppen bei der Plünderung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges gelegt hatten.

Ab 1659 residierten in der zum Schloss mit schönem Garten ausgebauten Burg die Grafen und von 1688 bis 1744 die Fürsten von Nassau-Usingen.

Eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte Usingens war Fürst Walrad, der bei der Teilung der nassau-saarbrückischen Länder am 31. März 1659 das Usinger Land erhielt. Er regierte 43 Jahre und war ein geachteter Feldherr, u.a. Generalfeldmarschall der Niederlande unter Wilhelm III. von Oranien. Das heutige Bild der Stadt hat er entscheidend mitgeprägt, da er nach dem Rückgang der Bevölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg und den drei Stadtbränden (vor allem dem Stadtbrand von Usingen 1692) im 17. Jahrhundert Hugenotten ansiedelte und die Neustadt anlegen ließ.

Unter Walrads Sohn und Nachfolger als Fürst Wilhelm Heinrich wurde der Ortsteil Wilhelmsdorf gegründet. Dessen Sohn Fürst Karl verlagerte 1744 seine Residenz von Usingen nach Wiesbaden-Biebrich. Damit endete Usingens Zeit als Residenzstadt. Es blieb jedoch bis 1886 Sitz des Amtes Usingen und danach bis 1972 Kreisstadt. Die geringe Industrieentwicklung der Neuzeit konnte auch durch den Eisenbahnanschluss des Jahres 1895 nicht verstärkt werden.

Usingens weitere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg hinterließ seine Spuren auch in Usingen, je länger der Krieg dauerte. Das Notgeld vom 1. November 1918 ist ein Zeichen für die Ressourcen-Verknappung in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs, als zum Beispiel nicht mehr genug Papier zur Verfügung stand, um staatlicherseits Geld zu drucken. So schritten lokale Behörden in Eigenverantwortung zu Hilfemaßnahmen.

20 Mark Notgeld Stadt Usingen vom 1. November 1918

Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden (1867–1929) eigenmächtig und ohne Einwilligung von Kaiser Wilhelm II. dessen Abdankung bekannt. Daraufhin bildete sich wie überall in Deutschland auch in Usingen ein Arbeiter- und Soldatenrat, der den Übergang vom Kaiserreich zur Republik ohne gewaltsame Maßnahmen vollzog.

In den Folgejahren hatten die Usinger ebenso wie das ganze Deutsche Reich unter den Folgen der Inflation mit ihrem Höhepunkt 1923 und der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu leiden.[9] Der Aufstieg der NSDAP vollzog sich auch hier; 1930 war sie bereits drittstärkste Partei im Kreis. Nach der Machtergreifung wurde der Kreisleiter der NSDAP Dr. Johannes Lommel am 1. Oktober 1933 Landrat des Kreises Usingen, der zwischenzeitlich für kurze Zeit aufgelöst worden war, nun aber neu entstand.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend unbeschadet und wurde am Karsamstag 1945 von den Amerikanern besetzt. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Bewohner durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene erheblich an; sie alle profitierten vom Wirtschaftsaufschwung nach der Währungsreform von 1948. In späteren Jahren änderte sich die Bevölkerungsstruktur der Stadt und ihrer Umgebung durch den Zuzug einer auf das Rhein-Main-Gebiet orientierten, ökonomisch und sozial gesicherten Bevölkerungsgruppe.

Auch nach dem Verlust der Kreisstadtfunktion (aus der Fusion der Kreise Usingen und Obertaunus entstand 1972 der Landkreis Hochtaunus mit der Kreisstadt Bad Homburg) ist Usingen mehr denn je der Mittelpunkt des Usinger Landes.

Ein großer politischer Skandal in der Stadt war die Verhaftung von Bürgermeister Rolf Eggebrecht (CDU) am Buß- und Bettag 1991 wegen Korruptionsverdachts.[10] Im Rahmen der Korruptionsaffäre im Hochtaunuskreis wurden neben dem ersten Kreisbeigeordneten Hans-Joachim Galuschka (CDU) auch die Bürgermeister von Neu-Anspach Heinz Born (SPD) und anderer Taunusorte verurteilt.

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Bei der Kommunalwahl 2001 wurde Usingen hessenweit durch eine Panne bekannt. Die Liste der CDU (der bislang stärksten politischen Kraft in Usingen) wurde aufgrund eines formalen Fehlers (die Wahlliste wurde verspätet eingereicht) nicht zur Kommunalwahl zugelassen. In der Folge erhielt die FDP so viele Stimmen, dass deren Liste nicht ausreichte, bis zum Ende der Wahlperiode alle gewonnenen Plätze zu besetzen. Bürgermeister Matthias Drexelius (CDU) musste daher fünf Jahre ohne einen einzigen Parteifreund im Parlament arbeiten. Bei der folgenden Kommunalwahl erreichte die CDU eine absolute Mehrheit der Mandate.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zunächst am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis die Gemeinden Michelbach, Wernborn und der Ortsteil Kransberg der Gemeinde Kransberg nach Usingen eingegliedert.[11] Am 1. August 1972 wurden auf Grundlage eines Landesgesetzes die Gemeinden Eschbach, Merzhausen und Wilhelmsdorf nach Usingen eingegliedert.[12][13]

Für das Gebiet der Kernstadt Usingen und der sechs früheren Gemeinden wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke sind nicht besonders definiert und folgen daher den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr vor 1618 1642 1698 1736 1746 1801 1980 2007 2014
Einwohner knapp 1000 ca. 200 ca. 540 ca. 860 1.168 1.720 5.166[14] (*) 13.332 (*) 13.817 (*)

(*) seit der Gebietsreform mit Ortsteilen

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Zahl der Einwohner in Usingen stark gestiegen. Waren es direkt nach dem Krieg vor allem Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten und politische Flüchtlinge aus der SBZ/DDR, die die Einwohnerzahl erhöhten, so folgten ihnen ab Ende der 1950er Jahre zunehmend Pendler, die im Rhein-Main-Gebiet arbeiteten und in Usingen wohnten. Die Stadt wurde durch mehrere große Neubaugebiete erweitert.

Besonders hervorzuheben ist das Baugebiet Weingarten, für das 1965 der Bebauungsplan aufgestellt wurde. Auf 200.000 m² entstanden hauptsächliche Villen und Einfamilienhäuser mit großen Grundstücken von 500 bis 1000 m², aber auch eine Reihe von Mehrfamilienhäusern. Heute ist der „Kümmel-Hügel“ bevorzugte Wohnlage der Stadt. Er wurde nach der Generalunternehmerin für die Erschließung und Bebauung, der Immobilienmaklerin Elsbeth Kümmel, benannt.

In den 1990er Jahren wurde am Südrand der Stadt das Baugebiet Schleichenbach I ausgewiesen, dem mit Aufstellungsbeschluss vom 29. März 2003 Schleichenbach II folgte. Auf 17,4 ha wurden 203 Bauplätze ausgewiesen.

Jüdische Gemeinde Usingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits um 1600 lebten einzelne jüdische Familien in Usingen. Im Jahre 1602 wird Isak Nehem aus Usingen genannt. 1651 und 1742 wird auf Judenordnungen in Usingen Bezug genommen. Fürst Karl erließ 1732 eine Nassau-Usingische Judenordnung.

1801 wurden 31 jüdische Einwohner gezählt, 1905 waren es 89 (was einem Anteil an der Bevölkerung von 4,7 % entsprach). Neben den Usinger Juden gehörten auch die in Eschbach und Grävenwiesbach, später (nach 1920) auch die in Anspach mit Rod am Berg und Schmitten, lebenden jüdischen Personen zur jüdischen Gemeinde Usingen. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Weilburg und später zum Rabbinatsbezirk Bad Ems-Weilburg. Eine Reihe von Gewerbetrieben und Handelsgeschäften in Usingen wurden durch Juden betrieben.

Die jüdische Gemeinde betrieb eine Synagoge, eine jüdische Schule, eine Mikwe sowie den jüdischen Friedhof. Aufgrund der Judenverfolgung und -ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus endete die jüdische Gemeinde Usingens 1938/1940.

Synagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 20′ 6″ N, 8° 32′ 6″ O

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts diente ein Betraum in einem der jüdischen Wohnhäuser als Synagoge. 1877 war die Synagoge baufällig. In den Jahren 1885/86 baute die jüdische Gemeinde eine ehemalige Scheune in eine Synagoge um. Das Gotteshaus in der Klaubergasse 8 verfügte über 40 Plätze für Männer und 18 für Frauen. Daneben bestanden in Anspach und Rod am Berg jeweils eigene Beträume.

Im September 1938 wurden die Fenster der Synagoge eingeschlagen und die Inneneinrichtung verwüstet. Das Gebäude wurde am 5. November 1938 durch den letzten Gemeindevorsteher Julius Hirsch an einen Privatmann verkauft, der das Gebäude in ein Wohnhaus umbaute. Seit September 1991 erinnert eine Gedenktafel mit der Inschrift: „In diesem Gebäude befand sich vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1938 die Synagoge der Usinger Juden“ an die ehemalige Synagoge.[15]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 20′ 16″ N, 8° 30′ 55″ O

Bis 1885 wurden die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde auf dem jüdischen Friedhof in Grävenwiesbach bestattet. 1884/85 wurde ein jüdischer Friedhof in Usingen angelegt. Das Grundstück, das die Zivilgemeinde der jüdischen Gemeinde kostenlos zur Verfügung stellte, liegt nahe dem heutigen Schützenhaus und nahe dem Hattsteinweiher. Der Friedhof wurde am 23. Januar 1885 eingeweiht. Am gleichen Tag wurde mit David Simon aus Eschbach der erste Tote bestattet. Insgesamt sind 59 Personen hier beerdigt. Die letzte Beisetzung erfolgte am 16. Dezember 1937. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die meisten Grabsteine beschädigt oder zerstört. Die verbliebenen stehen auf dem Friedhof, auf dem ein Gedenkstein aufgestellt wurde, der die Inschrift trägt: „Friede dieser Ruhestätte und Ehre dem Gedächtnis der Toten“. Die Friedhofsfläche umfasst 24,81 ar. Die Pflege des Friedhofs wird durch die Zivilgemeinde vorgenommen.[16]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[18][19]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,0 15 39,2 14 52,9 20 [20]
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,5 10 26,2 10 22,1 8 36,2 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,2 4 18,5 7 8,7 3 11,8 4
FWG Freie Wählergemeinschaft 13,2 5 11,0 4 6,1 2
FDP Freie Demokratische Partei 7,1 3 5,1 2 5,0 2 34,6 13
BEU Bürger für Ehrliches Usingen 5,1 2 17,4 7
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,9 47,1 48,2 47,1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für sechs Jahre direkt gewählt. Bei einer Stichwahl am 2. Mai 2010 setzte sich Steffen Wernard (damals parteilos, jetzt CDU-Mitglied) mit 53,25 Prozent gegen die SPD-Kandidatin Birgit Hahn durch. Er löste Matthias Drexelius (CDU) ab, der seit 1998 amtierte und 2010 zum Ersten Beigeordneten des Planungsverbands Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main gewählt wurde. Am 6. März 2016 setze sich Steffen Wernard (CDU) mit 59,7 Prozent erneut gegen die SPD-Kandidatin Birgit Hahn im ersten Wahlgang durch.[21]

(Unvollständige) Liste Usinger Bürgermeister:

  • Johann Christian Philippi (1802–1858)
  • Adolf Philippi (1840–1923), Amtszeit 1884–1908
  • Ernst Ludwig Lißmann (1920er Jahre)
  • Robert Manck, 1960er Jahre bis zum 23. Juni 1973
  • Herrmann Krönung (SPD), 1973–1978
  • Rolf Eggebrecht (CDU), Amtszeit 1978–1992
  • Eva-Maria Tempelhahn (SPD), Amtszeit 1993–1998
  • Matthias Drexelius (CDU), Amtszeit 1998–2010
  • Steffen Wernard (CDU), Amtsantritt: 7. Juni 2010

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Städtepartnerschaften mit

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usinger Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Usinger Schloss
Christian-Wirth-Schule im Usinger Schloss

Das Usinger Schloss ist ein preußischer Klinkerbau, der nach einem im Großbrand im Jahr 1873 errichtet wurde, welcher das alte Schloss zerstörte. Im Gebäude ist die Christian-Wirth-Schule untergebracht, die an den Usinger Schlossgarten angrenzt. Der Schlossplatz trennt die Unterstadt im Süden von der Oberstadt im Norden.

Oberhalb der Schule befindet sich der Schlosspark, dessen Gelände in Nord-Süd-Richtung in Terrassen angelegt ist. Die erste (südlichste) Terrasse trägt den Neubau der Mensa, danach folgt eine weitere Terrasse, die als Sportfeld genutzt wird und oberhalb dieser befindet sich der eigentliche Schlosspark. Auf der rechten Seite wird er durch Grünflächen bestimmt, die von Baumreihen gesäumt sind. Weithin sichtbar ist das Kriegerdenkmal der Stadt Usingen. Das massive, übermannshohe Werk des Bildhauers Carl Wilhelm Bierbrauer, wurde am 1. Juni 1924 eingeweiht.[22] 1922 schrieb der Magistrat von Usingen einen Wettbewerb zu Gestaltung des Mahnmals aus, den Bierbrauer mit seiner martialischen Darstellung gewann. Von unten betrachtet wird das Denkmal von zwei Darstellungen berittener Kämpfer eingerahmt. Die sich aufbäumenden Pferde schweben über geschlagenen Fußsoldaten. Auf der Rückseite ist eine Darstellung eines sterbenden Kriegers angebracht.

Der linke Teil des Parks hat den Charakter eines lichten Waldes. 1716 wurde eine Bepflanzung mit Eiben vorgenommen, die heute noch den Park prägen. Auf der Unterseite dieses Parkteils befindet sich das Denkmal der Fürsten von Nassau-Usingen. Fürst Waldrad in der Mitte wird von seinen Nachfahren Karl und Karl Wilhelm eingerahmt. Zentrum dieses Parkteils ist ein ovales Becken, das derzeit leer steht. Oberhalb des Beckens am Ausgang Richtung Amtsgericht und Friedhof sind Rabatten mit Sitzgelegenheiten eingerichtet.

Evangelische Laurentiuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Laurentiuskirche befindet sich am Rand der Altstadt Usingens oberhalb eines nach Südwesten steil abfallenden Hangs, der mit mächtigen Stützmauern bewehrt ist. Ihre Entstehungsgeschichte ist ungeklärt; es hat sich gezeigt, dass die angenommene urkundliche Ersterwähnung von 1190 unzutreffend ist und sich auf eine Kirche gleichen Namens in Oechsen, einer Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen, bezieht.[23]

Es bestehen auch keine Erkenntnisse darüber, ob sich direkt unter der Kirche Spuren eines älteren Bauwerks befinden. Ob der Flurname „Alter Kirchhof“ im Tal südwestlich der heutigen Kirche auf einen solchen Vorgängerbau hinweisen könnte, ist ebenfalls offen. Dort wurden angeblich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Grundmauern einer kleinen Kirche freigelegt,[24] worüber jedoch keine Unterlagen vorhanden sind. Die Angabe ist deshalb zweifelhaft, ebenso wie die Einordnung dieser Kirche ins 11. Jahrhundert.

Ab dem 13. Jahrhundert existieren schriftliche Hinweise auf das Gotteshaus, das am Ende des 15. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit umfassend renoviert und mit einem Turm versehen wurde. Davon kündet die im unteren Eckstein eingravierte Jahreszahl 1490, wobei die „4“ als nach unten offene „8“ geschrieben ist. Der Turm selbst war als Wehrturm konzipiert und in die alte Stadtbefestigung einbezogen; dem Türmer oblag offensichtlich das Amt des Glöckners wie des Feuerwächters.

Das Erscheinungsbild der Kirche hat sich seit 1635 nicht mehr wesentlich verändert, als das Bauwerk abbrannte und von 1651 bis 1658 wieder aufgebaut wurde. Dabei erhielt der Turm seine charakteristische barocke Haube. Er wurde zuletzt 2005/6 komplett saniert.

Hugenottenkirche mit Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugenottenkirche

Eine weitere Feuersbrunst im Jahre 1692 zerstörte die so genannte Usinger Oberstadt. Auf Anordnung des Fürsten Walrad (1635–1702) wurde sie umgehend wieder aufgebaut, wobei das rasterförmige Grundmuster der symmetrischen Straßenzüge wohl vom Hofmaler Johann Emmerich Küntzel entworfen wurde. Das Stadtbild ist heute noch durch die damalige Konzeption und die im Zusammenhang damit entstandenen repräsentativen Bürgerhäuser wie das Liefrink-Haus geprägt.

Das Herz der so genannten „Neustadt“ bildet die um 1700 durch den Baumeister Benedikt Burtscher errichtete Hugenottenkirche mit dem alten Marktplatz. Die Kirche zeigt in ihrem Baustil besondere Gemeinsamkeiten mit dem bekannten Gotteshaus von La Rochelle. Im Jahr 1817 entfiel durch die Vereinigung der lutherischen Protestanten und der reformierten Kirche die religiöse Nutzung des Gebäudes, das daraufhin zu einer Schule umgebaut wurde. Heute ist dort die Usinger Stadtbücherei. In den Obergeschossen befinden sich zahlreiche weitere Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen und Versammlungen, und der Trausaal ist bei Hochzeitspaaren für ihr Ja-Wort sehr begehrt.

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Rathaus Usingen
Rathaus

Gegenüber dem Schloss liegt das Rathaus aus dem Jahr 1687. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus im barocken Stil, das im Jahr 2005 frisch saniert wurde und die Räume des Bürgermeisters sowie das Bürgerbüro der Stadt beinhaltet. Das historisch beeinflusste rote Eichenholzfachwerk prägt die beiden Schauseiten zum Schloss und zur Kirche. Auf dem Dach ist ein Nachbau der alten Wetterfahne mit dem nassauischen Löwen und dem Kleeblatt angebracht, die auch im Stadtwappen erscheinen.

Vom ursprünglichen kleineren gotischen Rathaus an gleicher Stelle ist nur noch der Gewölbekeller erhalten, in dem sich heute die Vor- und Frühgeschichtliche Abteilung des Stadtmuseums befindet.

Prinzenpalais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Prinzenpalais (Usingen)

Das Prinzenpalais in der Obergasse ist das ehemalige Landratsamt des Kreises Usingen.

Bait ul-Huda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bait ul-Huda (Usingen)

Das Bait ul-Huda ist eine Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die über eine Kuppel und ein 14 m hohes Minarett verfügt. Sie wurde 2004 eingeweiht und wird seitdem für religiöse und gemeinschaftliche Zwecke verwendet.

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche

Im evangelischen Usingen bestand erst seit dem 19. Jahrhundert wieder eine kleine katholische Gemeinde. Diese errichtete eine kleine Backsteinkirche am Standort der heutigen katholischen Kirche. Durch die Zuwanderung von katholischen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Gemeinde stark an. Der Pfarrer Adolf Möller betrieb daher in den 1950er Jahren einen Neubau. Dieser wurde Ende der fünfziger Jahre nach den Plänen von Architekt Paul Johannbroer gebaut und im September 1960 auf den Namen des heiligen Laurentius geweiht. Das bestehende Pfarrhaus wurde im Jahre 1968 umgebaut und erweitert.

Wie bei vielen Kirchen der fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts steht der Turm frei. Die Außenwände und die Altarwand sind mit rotem Main-Sandstein verkleidet.

Neben der Kirche befand sich bis Ende der 1980er Jahre das Kino. Das Gebäude, in dem später eine Tanzschule untergebracht war, ist inzwischen abgerissen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschbacher Klippen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschbacher Klippen
Hauptartikel: Eschbacher Klippen

Die Eschbacher Klippen sind eine Gruppe bis zu 12 Meter hoher Felsen im Ortsteil Eschbach.

Hattsteinweiher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Hattsteinweiher

Der Hattsteinweiher bei Usingen ist ein 1,6 ha großer See und der einzige Badesee im Usinger Land.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof um 1900
Bahnhofsgebäude heute
Bahnhof heute

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen verfügt über eine gute Anbindung an das öffentliche Bahnnetz. Die Bahnstrecke, die das Usinger Land seit 1895 mit Frankfurt am Main verbindet, gehört bis Friedrichsdorf dem Verkehrsverband Hochtaunus (VHT). Sie wird seit 1993 von der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) durch ihre Tochter Hessenbahn GmbH als „Taunusbahn“ betrieben. Die Züge fahren halbstündlich, sonntags stündlich nach Bad Homburg; dazu kommen während der Verkehrsspitzenzeiten stündlich durchgehende Züge nach Frankfurt Hauptbahnhof.

Justiz und Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen war Sitz des Amtsgerichtes Usingen, das zum 31. Dezember 2011 geschlossen wurde. Ansässig ist die Hessenklinik Usingen, ein Krankenhaus des Hochtaunuskreises.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen ist seit der Reformationszeit eine Schulstadt: Lateinschule bis 1817, Lehrerseminar 1851 bis 1926, Gymnasium seit 1926 – heute zusammen mit vielen anderen Schulformen. Etwa 4500 Schüler kommen zum großen Teil mit Bus und Bahn nach Usingen, um den Unterricht zu besuchen.

Schulen in Usingen sind:

  • Christian-Wirth-Schule (Gymnasium)
  • Konrad-Lorenz-Schule (Haupt- und Realschule)
  • Saalburgschule (Berufsschule)
  • Astrid-Lindgren-Schule (Grundschule)
  • Buchfinkenschule (Grundschule im Stadtteil Eschbach)

Konrad-Lorenz-Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste dokumentierte Schule in Usingen war die Lateinschule. Als Gründungsdatum wird 1551 angegeben. Ein Visitationsbericht aus 1555 weist 155 Schüler aus. Das Schulhaus in der Kirchstraße wurde 1634 im dreißigjährigen Krieg durch spanische Truppen niedergebrannt.

1817 wurde im Großherzogtum eine Schulreform durchgeführt. Die Lateinschule wurde in eine von 11 Realschulen Nassaus umgewandelt. Der Unterricht fand in einem Anbau des Schlosses statt. Ab 1865 wurde der Unterricht im Rathaus und ab 1870 in der Hugenottenkirche statt. Seit 1864 durften auch Mädchen die Schule besuchen. Hierdurch bestanden 2 Realschulklassen. Im Jahr 1931 wurde die Realschule aufgelöst,[25]

1951 wurde die Realschule neu gegründet. Ihren heutigen Namen Konrad Lorenz-Schule erhielt sie 1988, als die 1977 eingerichtete Kooperative Gesamtschule wieder in selbstständige Schulen aufgeteilt wurde.[26]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Reformation gegen 1525 wurde in Usingen die „Deutsche Schule“ eingeführt. Ab 1605 wurden auch Mädchen aufgenommen und gegen 1750 ein eigener Mädchenlehrer bestellt. 1699 bis 1823 waren die Jungenklassen im Haus Groos und die Mädchenklassen im Haus Hessler untergebracht. Mit der Einwanderung der Hugenotten bildeten diese 1720 eine eigene Schule mit Sitz in der Hugenottenkirche. 1817 wurden diese Schulen im Rahmen der nassauischen Schulreform als „Elementarschulen“ zusammengefasst. Sie war als Simultanschule organisiert, d. h. stand allen Schülern unabhängig von deren Religionszugehörigkeit offen.

Landwirtschaftliche Schule

Neben der regulären Volksschule bestand in Usingen ab 1870 die Seminarübungsschule, an der die angehenden Lehrer der Lehrerbildungsanstalt praktische Erfahrungen im Unterricht sammeln konnten. Dieses Schulangebot wurde als deutlich attraktiver wahrgenommen als die reguläre Schule. 1914 wurde Usingen in zwei Schulbezirke geteilt, um den Konflikt, wer die Seminarübungsschule besuchen dürfte zu beseitigen. Die Seminarübungsschule wurde 1926 geschlossen.

1965 wurde der Neubau der Grundschule in der Pestalozzistraße bezogen.

Heute gibt es zwei Grundschulen in Usingen, die in den 1990er Jahren errichtete Astrid-Lindgren-Schule in der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße und die Buchfinkenschule im Stadtteil Eschbach.

Landwirtschaftliche Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1988 bestand in Usingen die Landwirtschaftliche Schule.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchfinken in Usingen
Erdfunkstelle
Taunusbad Schwimmhalle
Taunusbad

Buchfinkenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usingen ist auch bekannt als Buchfinkenstadt im Buchfinkenland. Das im Jahr 1938 durch Theo Geisel verfasste Buchfinkenlied beschreibt den Heimatbegriff, das Usinger Land im Hintertaunus, das Buchfinkenland. Das Lied vermittelt Geborgenheit, menschliche Nähe und Wärme. Durch den „Buchfinkenfall“, die „Buchfinkenmesse“ und den Buchpreis „Usinger Buchfink“ ist der Begriff in das Bewusstsein der Bürger zurückgekehrt. Seit dem Jubiläumsjahr 2002 der Stadt Usingen verschönern an verschiedenen Stellen in der Stadt bunte Buchfinken das Stadtbild.

Erdfunkstelle Usingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erdfunkstelle Usingen

Usingen ist Standort einer Erdfunkstelle von Media Broadcast. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf dem Gelände des ehemaligen Feldflugplatzes von Merzhausen, einem Ortsteil von Usingen, eine KW-Station, 1979 folgte die erste große Parabolantenne. Mittlerweile beheimatet die Station mehr als 90 Antennen, darunter drei große, die 19 Meter Durchmesser haben. Die Erdfunkstelle gehört aber nur postalisch zu Usingen: Die Gebäude und Antennen liegen auf Neu-Anspacher Gemarkung, trotzdem hält der Betreiber an der Bezeichnung „Usingen 2“ fest, da sich dieser Name weltweit etabliert hat.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Usingen erscheinen die „Usinger Neue Presse“ (die Hintertaunus-Ausgabe der Taunus-Zeitung, die wiederum eine Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse ist) und der Usinger Anzeiger als tägliche Lokalzeitungen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit über die Grenzen von Usingen bekannt ist der jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende stattfindende Laurentiusmarkt mit der Kreistierschau sowie der jährliche Usinger Flohmarkt Ende Juni.

Schützenverein 1422 e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Usinger Schützenverein ist der viertälteste Deutschlands. Die erste schriftliche Erwähnung der „Usinger Schützengilde“ ist eine Einladung der „Frankfurter Schützengesellen“ zu einem Wettschießen im Jahr 1422. Heute verfügt der Verein über ein 1961 erbautes Schützenhaus und viele aktive Mitglieder.

Taunusbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hallenbad des Hochtaunuskreises unterhalb des Schlossparks bietet ganzjährig Bademöglichkeiten. Zuletzt erfolgte eine Generalsanierung im Jahr 2005. Als Sportbad konzipiert ist es das einzige öffentliche Hallenbad im Usinger Land und wird u. a. für Schulsport, besonders durch die ALS (Astrid-Lindgren-Schule), genutzt.

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Friedhof Usingen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafen, ab 1688 Fürsten, von Nassau-Usingen (1640–1806)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkplakette für August Hergenhahn

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Usingen haben gewirkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Beckmann (1852–1914), Landrat des Kreises Usingen
  • Robert Manck, langjähriger Bürgermeister, Ernennung am 23. Juni 1973[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Bierwirth et al.: 1200 Jahre Usingen, Beiträge zur Geschichte der ehemaligen Residenz- und Kreisstadt. Magistrat der Stadt Usingen, Usingen 2001, ISBN 3-924103-21-6.
  • Fritz Dienstbach: Usingen im Taunus in früherer Zeit. Ein Heimatbuch (= Usinger Geschichtshefte. Bd. 5, ZDB-ID 2123060-2). Geschichtsverein Usingen, Usingen 1999.
  • Rudi H. Kaethner, Martha Kaethner: Usingen. Menschen und Ereignisse aus der Geschichte einer kleinen deutschen Stadt. Wagner, Usingen 1981, ISBN 3-922600-01-8.
  • Frank-Michael Saltenberger: Usingen … ein „historischer“ Stadtrundgang. 2. Auflage. Magistrat der Stadt Usingen, Usingen 2006.
  • Ernst Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Usingen. (Anhang: Kurze Chronik der Landgemeinden des Kreises Usingen). Druck und Verlag von L. Wagner’s Buchdruckerei, Usingen 1903.
  • Waren „Osungen“ und „Otsingen“ wirklich Usingen? In: Usinger Anzeiger. 11. Mai 2002, ZDB-ID 529821-0.
  • K. Weidemann: Ausgewählte Beispiele zur Siedlungsgeschichte des Frühen und Hohen Mittelalters im Hochtaunus und seinem Vorland. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 21: Hochtaunus, Bad Homburg, Usingen, Königstein, Hofheim. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1972, S. 60–120 (Unveränderter Nachdruck. ebenda 1980, ISBN 3-8053-0136-7).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Usingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geschichtsverein Usingen e.V.
  3. Ein spätbandkeramisches Erdwerk bei Usingen im Taunus, abgerufen am 17. September 2012
  4. Vergl. dazu den unter „Literatur“ angegebenen Artikel im Usinger Anzeiger vom 11. Mai 2002
  5. Die von Lokalhistorikern geäußerte Vermutung, Usingens Bedeutung habe darin bestanden, dass es eine Etappenstation auf einer karolingischen Königsstraße zwischen Frankfurt und Wetzlar gewesen sei, hat sich als nicht haltbar herausgestellt: Weder konnte bisher die Königsstraße nachgewiesen werden noch wird Wetzlar vor dem Ende des 9. Jahrhunderts urkundlich besonders hervorgehoben; erst im Jahre 897 wurde dort eine Salvatorkirche geweiht, die der Stadt größeres Ansehen verlieh.
  6. Friedebert Volk hat darauf hingewiesen, dass es vor 200 Jahren auch eine „Alte Burg“ an der Stadtmauer hinter der Klaubergasse gab. Diese Bezeichnung führt er allerdings auf einen Verteidigungsturm in der Stadtmauer zurück. Vergleiche dazu: Friedebert Volk: Usingen – wie es früher war. In: Geschichtsverein Usingen (Hrsg.): Usinger Geschichtshefte. 6, Usingen 2006 40
  7. Vergleiche dazu: Rüdiger Kurth: König Philipp von Schwaben, die Grafen von Diez und Usingen. Ein neuer Blick auf eine alte Quelle. In: Jahrbuch Hochtaunuskreis 2011. Frankfurt 2010, S. 309–314. Die bei Kaethner (siehe Literatur) S. 16/17 abgedruckte und übersetzte Urkunde hat sich als fehlerbehaftete, unvollständige Wiedergabe erwiesen
  8. Vergleiche dazu Bierwirth et al., S. 7 f. – siehe Literatur
  9. Die folgenden Angaben folgen großenteils den Angaben bei Käthner (siehe Literatur), S. 151 ff
  10. REINER SCHOLZ: Die Zeit: Unter der öffentlichen Hand (30. August 1996)
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 379.
  12. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 In: GVBl. I 1972, 227
  13. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 274
  14. Eldrid Kallenbach: Die Dorfschulen in Nassau-Usingen 1659–1806, 1999, S. 21 (PDF; 1,4 MB)
  15. Geschichte der Synagoge und der jüdischen Gemeinde
  16. Jüdischer Friedhof
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  19. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  20. Auf Grund eines formalen Fehlers (die Wahlliste wurde verspätet eingereicht) wurde die CDU nicht zur Kommunalwahl 2001 zugelassen.
  21. hessenschau.de, Frankfurt, Germany: Ergebnisse Bürgermeisterwahl: Usingen (06.03.16) | hessenschau.de | Archiv: Direktwahlen in Hessen. Abgerufen am 29. Juli 2016 (de-de).
  22. Frank-Michael Saltenberger: Patriotische Glorifizierung. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2006. ISBN 3-7973-0947-3. S. 188–195
  23. E.F.J. Dronke, Codex Diplomaticus Fuldensis (Cassel 1850), Nr. 834a
  24. Weidemann S. 117 – siehe Literatur
  25. Heinrich Nitschke: Von der Lateinschule in Usingen zur CWS (bis 1922). In: Ingrid Berg (Hrsg.): Heimat Hochtaunus. Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 355–358
  26. Homepage der KLS
  27. Angelika Baeumerth: Chronik 1972–2000 Hochtaunuskreis. 2001, S. 14