Burg Sendai

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Burg Sendai
Burg Sendai, Wachturm am Ōte-mon

Burg Sendai, Wachturm am Ōte-mon

Entstehungszeit: 1601–1610
Burgentyp: Hirayamajiro (Hügelburg)
Erhaltungszustand: Teilweise rekonstruiert
Ort: Sendai
Geographische Lage 38° 15′ 8,9″ N, 140° 51′ 22,2″ OKoordinaten: 38° 15′ 8,9″ N, 140° 51′ 22,2″ O
Burg Sendai (Präfektur Miyagi)
Burg Sendai

Die Burg Sendai (jap. 仙台城, Sendai-jō), auch Burg Aoba (青葉城, Aoba-jō), befindet sich in der Stadt Sendai, Präfektur Miyagi. In der Edo-Zeit residierten dort die Date, die mit einem Einkommen von 580.000 Koku zu den großen Tozama-Daimyō gehörten.

Die Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1600, gleich nach der Schlacht von Sekigahara, erhielt Date Masamune von Tokugawa Ieyasu die Erlaubnis, in Sendai eine Burg bauen zu dürfen. Der Bau auf dem Höhenrücken des Aobayama (青葉山) begann im folgenden Jahr und war 1602 im Großen und Ganzen fertiggestellt, so dass Masamune einziehen konnte. Der Ausbau ging in den folgenden Jahren weiter, so dass 1610 die Vergrößerung des inneren Bereiches, des Hommaru, abgeschlossen werden konnte.

Es war jedoch unbequem, den zentralen Teil auf der Anhöhe zu erreichen. Daher beschloss Masamunes Sohn Tadamune (忠宗), am Berg ein Ni-no-maru zu bauen und ab der Fertigstellung 1639 als Residenz zu nutzen.

Der Burgberg wird im Norden und Osten vom Hirose-gawa (広瀬川) umflossen, im Süden schützt ein steiler Abhang. Das Hommaru (本丸) liegt auf etwa 115 m Höhe, nördlich davon das Ni-no-maru (二の丸) und San-no-maru (三の丸), davor der Bereich der niederen Samurai. Über den Fluss führt eine Brücke, von der es hinauf geht zum im Norden gelegenen Eingangstor, dem Ōte-mon. Die Burg besaß keinen Burgturm (天守閣, tenshukaku), dafür wurde das Hommaru durch vier dreistöckige Wachtürme (, yagura) geschützt. Sowohl im Hommaru als auch im Ni-no-maru gab es eine Residenz.

Bereits 1648 zerstörte ein Erdbeben Teile der Burg, nicht alle Wachtürme wurden wieder aufgebaut. In dieser Form existierte die Burg dann bis zur Aufgabe in Folge der Meiji-Restauration 1868 als Sitz der Date. Nach 1868 blieben kaum Gebäude erhalten, bei einem Luftangriff ging 1945 dann auch das mächtige Eingangstor verloren. Der Wachturm seitlich davon wurde 1967 wieder hergestellt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Doi Bansui dichtete die Verse "Burgruine im Mondlicht" (Kōjō no Tsuki), die sich auf die Burg beziehen. Das Gedicht wurde von Taki Rentarō vertont.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mizoguchi, Masafumi: Sendai-jo. In: Masayuki Miura (Hrsg.): Shiro to jinya. Saikoku-hen. Gakken, 2006, ISBN 4-05-604379-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Sendai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien