Präfektur Miyagi

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Miyagi-ken
宮城県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Sendai
Region: Tōhoku
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 7.285,76 km²
Wasseranteil: 0,3 %
Einwohner: 2.311.251
(1. April 2018)
Bevölkerungsdichte: 317 Einw. pro km²
Landkreise: 10
Gemeinden: 35
ISO 3166-2: JP-04
Gouverneur: Yoshihiro Murai
Website: www.pref.miyagi.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Miyagi
Präfekturbaum: Japanische Zelkove
Präfekturblume: Lespedeza thunbergii
Präfekturvogel: Gans
Präfektursäugetier: Sikahirsch
Präfekturlied: Kagayaku kyōdo
(„Strahlende Heimat“)

Die Präfektur Miyagi (jap. 宮城県, Miyagi-ken) ist eine japanische Präfektur. Sie liegt in der Region Tōhoku im Nordosten der Hauptinsel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist Sendai.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur Miyagi bildet den zentralen Teil der Region Tōhoku und grenzt an den Pazifischen Ozean. Im Norden grenzt Miyagi an die Präfektur Iwate, im Westen an die Präfekturen Yamagata und Akita und im Süden an die Präfektur Fukushima.

Die Küste Miyagis lässt sich in zwei Regionen einteilen: vom Norden mit der Karakuwa-Halbinsel bis zur Oshika-Halbinsel, die Sanriku-Küste mit ihren Ria und daran anschließend die Sendai-Bucht mit der gleichnamigen Hauptstadt Sendai im Zentrum. Die Oshika-Halbinsel ist von den Oshika-Inseln umgeben, wobei nur Aji, Enoshima, Izu, Kinkasan und Tashiro bewohnt sind. Kinkasan ist zugleich die größte Insel der Präfektur, gefolgt von Ōshima bei der Karakuwa-Halbinsel und Miyato zwischen der Ishinomaki-Bucht und der Matsushima-Bucht, die ebenfalls Teil der Sendai-Bucht sind. Die Bucht von Matsushima mit ihren zahlreichen Kiefern-Inseln wird zu den drei schönsten Landschaften Japans gerechnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur Miyagi entspricht in ihrer Ausdehnung in etwa der vormodernen Provinz Rikuzen. Ihre Gründung mitsamt den heutigen Grenzen fand 1872 statt.

Katastrophe durch Tōhoku-Erdbeben und Tsunami 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur wurde am 11. März 2011 von den Folgen des Tōhoku-Erdbebens und des davon ausgelösten Tsunamis schwer getroffen. Nach der Schadenserfassung mit Stand von März 2016 wurden für die gesamte Präfektur über 10.500 Tote, mehr als 1.200 weiterhin Vermisste gezählt. 83.000 Wohngebäude wurden völlständig und 155.000 teilweise zerstört sowie 224.000 weitere Schäden an Wohngebäuden erfasst.[1]

Anteil der verwüsteten Gebäude im Überflutungsgebiet des Tōhoku-Tsunamis 2011 in Küstengemeinden der Präfektur Miyagi[2]
Gemeinde Exponierte Gebäude Fortgespült Quote [%]
Kesennuma 13.951 8.047 57,7
Minamisanriku 6.665 5.418 81,3
Onagawa 4.607 3.459 75,1
Ishinomaki 62.440 12.521 20,1
Higashimatsushima 16.860 3.171 18,8
Shiogama 8.995 373 4,1
Matsushima 695 14 2,0
Rifu 187 8 4,3
Shichigahama 3.253 1.120 34,4
Tagajō 6.310 226 3,6
Sendai 13.721 4.329 31,6
Natori 5.530 2.810 50,8
Iwanuma 5.285 1.298 24,6
Watari 8.143 2.059 25,0
Yamamoto 5.373 2.802 52,0
Gesamt 162.015 47.655 29,4
Präfektur Miyagi (Präfektur Miyagi)
Rikuzentakata (1602/205/3806)
Rikuzentakata (1602/205/3806)
Kesennuma (1214/220/8483)
Kesennuma (1214/220/8483)
Minamisanriku (620/212/3143)
Minamisanriku (620/212/3143)
Ishinomaki (3547/428/20039)
Ishinomaki (3547/428/20039)
Onagawa (613/259/2924)
Onagawa (613/259/2924)
Higashimatsushima (1129/23/5518)
Higashimatsushima (1129/23/5518)
Shiogama (42/0/672)
Shiogama (42/0/672)
Shichigahama (79/2/674)
Shichigahama (79/2/674)
Tagajō (219/0/1746)
Tagajō (219/0/1746)
Sendai (923/27/30034)
Sendai (923/27/30034)
Natori (954/39/2801)
Natori (954/39/2801)
Watari (283/4/2389)
Watari (283/4/2389)
Yamamoto (699/18/2217)
Yamamoto (699/18/2217)
Iwanuma (186/1/736)
Iwanuma (186/1/736)
Ōsaki (7/0/596)
Ōsaki (7/0/596)
Shinchi (98/10/439)
Shinchi (98/10/439)
Sōma (465/19/1004)
Sōma (465/19/1004)
Auswahl von Verwaltungseinheiten in Miyagi (rot) und angrenzenden Präfekturen (gelb), die vom Tōhoku-Erdbeben und nachfolgenden Tsunami am 11. März 2011 betroffen waren (in Klammern die Anzahl der Toten und Vermissten sowie der völlig zerstörten Wohnhäuser mit Stand vom März 2016)[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionsstärken im Präfekturparlament
(Stand: 25. November 2015)[3]
       
Insgesamt 59 Sitze
  • Liberaldemokratische Partei/Bürgerkonferenz“: 32
  • „Stimme der Bürger von Miyagi“ (DPJ, Ishin, Parteilose): 10
  • KPJ: 8
  • Kōmeitō: 4
  • SDP: 2
  • Mushozoku no kai („Versammlung der Unabhängigen“): 2
  • Nijūisseiki kurabu („Klub 21. Jahrhundert“): 1

Gouverneur von Miyagi ist seit 2005 der ehemalige Präfekturparlamentsabgeordnete Yoshihiro Murai. Er wurde 2017 als Unabhängiger mit LDP-Kōmeitō-Unterstützung gegen den KPJ-gestützten Kandidaten Satoshi Tatara mit über 80 % der Stimmen für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.[4] Im Parlament blieb die LDP auch bei der Wahl im Oktober 2015 mit Abstand stärkste Partei, die KPJ konnte ihre Mandatszahl verdoppeln.[5]

Im nationalen Parlament ist Miyagi durch sechs direkt gewählte Abgeordnete im Abgeordnetenhaus vertreten – nach den Wahlen 2017 unverändert fünf Liberaldemokraten und ein Fortschrittsdemokrat ohne Parteinominierung (nach der Wahl zur Fraktion Mushozoku no Kai) – und ins Rätehaus wählt Miyagi seit 2016 nur noch einen statt vorher zwei Vertreter, wird also vorübergehend durch drei, ab 2019 durch zwei Abgeordnete vertreten, nach den Wahlen 2013 und 2016 und Parteiwechseln seither derzeit (Februar 2018) zwei Liberaldemokraten, beide in der 2019 zur Wahl stehenden, dann auf einen Sitz verkleinerten Hälfte, und ein Mitglied der Demokratischen Fortschrittspartei.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kulturelle Mittelpunkt der Präfektur Miyagi und der anderen nördlichen Präfekturen Japans ist die Präfekturhauptstadt Sendai, die nach Saitama auch die größte Stadt nördlich von Tokio auf Honshū ist. Die Stadt ist bekannt für ihre Veranstaltungen zum jährlich am 7. Juli stattfindenden „Sternenfest“ Tanabata.

Nahe dem Sendai vorgelagerten Küstenort Matsushima existiert in der Matsushima-Bucht eine Ansammlung von rund 260 Inseln, die als eine der Drei schönsten Landschaften Japans gilt.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2016 gibt es noch 35 Gemeinden in Miyagi: 14 [kreisfreie] Städte (-shi) – davon nur die Hauptstadt in einer Sonderform für Großstädte –, 20 [kreisangehörige] Städte (-machi/-chō) und ein Dorf (-mura). Nach der Einführung der heutigen Gemeindeformen und der großen Meiji-Gebietsreform 1889 waren es zunächst rund 200 Gemeinden, im Jahr 2000 vor Beginn der großen Heisei-Gebietsreform noch 71.

Anmerkungen:

  • Im Sinne der Lesbarkeit wurden mehrteilige Orts- und Kreisnamen (Doppelorte, zur Unterscheidung vorangestellte Provinz-/Präfektur-/Kreisnamen, Himmelsrichtungen u.ä.) und Gebietskörperschaftssuffixe hier durch Bindestrich getrennt, die sonstige Romanisierungspraxis ist uneinheitlich.
  • Es gibt Gebiete mit ungeklärtem Verlauf der Gemeindegrenzen, betroffen ist auch die Präfekturgrenze zwischen Miyagi und Yamagata.
Liste der Gemeinden in Miyagi
Gemeinde Typ Kreis (-gun) Fläche
(1. Oktober 2016)[6]
Einwohner­zahl
(1. April 2018)
Großregion
(Einteilung der Präfekturverwaltung)[7]
Sendai
(Sitz der Präfekturverwaltung)
-shi (designierte Großstadt) 786,30 km² 1.083.148 Sendai Metro
Ishinomaki -shi 554,58 km² 143.632 Ishinomaki
Shiogama -shi 17,37 km² 53.174 Sendai Metro
Kesennuma -shi 332,44 km² 62.411 Kesennuma/Motoyoshi
Shiroishi -shi 286,48 km² 34.114 Sennan
Natori -shi 98,17 km² 78.027 Sendai Metro
Kakuda -shi 147,56 km² 29.345 Sennan
Tagajō -shi 19,69 km² 61.826 Sendai Metro
Iwanuma -shi 60,45 km² 44.618 Sendai Metro
Tome -shi 536,12 km² 79.428 Tome
Kurihara -shi 804,97 km² 66.918 Kurihara
Higashi-Matsushima -shi 101,36 km² 39.460 Ishinomaki
Ōsaki -shi 796,79 km² 130.914 Ōsaki
Tomiya -shi 49,18 km² 51.945 Sendai Metro
Zaō -machi Katta 152,83 km² 11.918 Sennan
Shichikashuku -machi Katta 263,09 km² 1335 Sennan
Ōgawara -machi Shibata 24,99 km² 23.620 Sennan
Murata -machi Shibata 78,38 km² 11.134 Sennan
Shibata -machi Shibata 54,03 km² 39.017 Sennan
Kawasaki -machi Shibata 270,77 km² 8726 Sennan
Marumori -machi Igu 273,30 km² 13.244 Sennan
Watari -chō Watari 73,60 km² 33.110 Sendai Metro
Yamamoto -chō Watari 64,58 km² 12.035 Sendai Metro
Matsushima -machi Miyagi 53,56 km² 13.894 Sendai Metro
Shichigahama -machi Miyagi 13,19 km² 18.304 Sendai Metro
Rifu -chō Miyagi 44,89 km² 35.654 Sendai Metro
Taiwa -chō Kurokawa 225,46 km² 28.706 Sendai Metro
Ōsato -chō Kurokawa 82,01 km² 8063 Sendai Metro
Ōhira -mura Kurokawa 60,32 km² 5725 Sendai Metro
Shikama -chō Kami 109,28 km² 6922 Ōsaki
Kami -machi Kami 460,67 km² 22.837 Ōsaki
Wakuya -chō Tōda 82,16 km² 16.151 Ōsaki
Misato -machi Tōda 74,95 km² 24.296 Ōsaki
Onagawa -chō Oshika 65,35 km² 5979 Ishinomaki
Minami-Sanriku -chō Motoyoshi 163,40 km² 11.621 Kesennuma/Motoyoshi
Summe Miyagi 35 Gemeinden 10 Kreise 7.282,22 km² 2.311.251

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Präfektur Miyagi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第153報) (Memento vom 10. März 2016 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 8. März 2016.
  2. Shunichi Koshimura, Satomi Hayashi, Hideomi Gokon: The impact of the 2011 Tohoku earthquake tsunami disaster and implications to the reconstruction. In: Soils and Foundations. Band 54, Nr. 4, August 2014, S. 560–572, doi:10.1016/j.sandf.2014.06.002. (Online veröffentlicht am 22. Juli 2014).
  3. Präfekturparlament Miyagi: Abgeordnete nach Fraktion
  4. 宮城県知事選、現職の村井嘉浩氏が新人破り4選. In: Yomiuri Shimbun. 22. Oktober 2017, abgerufen am 4. März 2018 (japanisch).
  5. <宮城県議選>県政与党が過半数 共産は倍増. In: Kahoku Shimpō. 26. Oktober 2015, abgerufen am 18. März 2016 (japanisch).
  6. Kokudo Chiriin: 平成28年全国都道府県市区町村別面積調, 04 宮城県
  7. Präfekturverwaltung Miyagi: Karte der Regionen, Karte mit Gemeindebeschriftung (japanisch)

Koordinaten: 38° 21′ N, 140° 58′ O