CSU-Landesgruppe

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Alexander DobrindtGerda HasselfeldtHans-Peter FriedrichPeter RamsauerMichael GlosWolfgang BötschTheodor WaigelFriedrich ZimmermannWerner DollingerHermann HöcherlRichard StücklenFranz Josef StraußFritz Schäffer

Die CSU-Landesgruppe versammelt die Abgeordneten der bayerischen Partei CSU im Deutschen Bundestag. Zusammen mit den Abgeordneten der Schwesterpartei CDU bildet die Landesgruppe die gemeinsame CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Mitglieder der CSU-Landesgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CSU tritt bei bundesweiten Wahlen – also bei Wahlen zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament – nur in Bayern an. Im Gegenzug hat die CDU keinen bayerischen Landesverband und tritt somit in den übrigen 15 deutschen Ländern zur Bundestagswahl an.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der CSU bei Bundestagswahlen, die Mitgliederzahlen der CSU-Landesgruppe und den Anteil der CSU-Abgeordneten an der Gesamtmitgliederzahl des Deutschen Bundestages:

Bei Bundestagswahlen gewählte CSU-Abgeordnete
Bundestagswahl Stimmenanteil1 in Bayern Stimmenanteil1 in Deutschland Gewählte MdB Anteil an Gesamt-MdB2
1949 29,2 % 5,8 % 24 6,0 %
1953 47,8 % 8,8 % 52 10,7 %
1957 57,2 % 10,5 % 53 10,7 %
1961 54,9 % 9,6 % 50 10,0 %
1965 55,6 % 9,6 % 49 9,9 %
1969 54,4 % 9,5 % 49 9,9 %
1972 55,1 % 9,7 % 48 9,7 %
1976 60,0 % 10,6 % 53 10,7 %
1980 57,6 % 10,3 % 52 10,5 %
1983 59,5 % 10,6 % 53 10,6 %
1987 55,1 % 9,8 % 49 9,9 %
1990 51,9 % 7,1 % 51 7,7 %
1994 51,2 % 7,3 % 50 7,4 %
1998 47,7 % 6,7 % 47 7,0 %
2002 58,6 % 9,0 % 58 9,6 %
2005 49,2 % 7,4 % 46 7,5 %
2009 42,5 % 6,5 % 45 7,2 %
2013 49,3 % 7,4 % 56 8,9 %
2017 38,8 %[1] 6,2 %[2] 46[3] 6,5 %
1) Ab 1953: Zweitstimmen.
2) Von 1949 bis 1987: Anteil an den voll stimmberechtigten Mitgliedern des Deutschen Bundestages, d. h. ohne Berücksichtigung der Berliner Bundestagsabgeordneten.

Vorsitzende der CSU-Landesgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe ist gleichzeitig Erster Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und hat damit eine herausgehobene Stellung inne, da er etwa bei Regierungserklärungen des Bundeskanzlers in einer Reihe mit den Fraktionsvorsitzenden das Wort erhält. Dieses Amt hatten seit der 1. Wahlperiode des Deutschen Bundestages folgende Personen inne:

Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag
Amtszeit Vorsitz der CSU-Landesgruppe Wahlperiode Anschließendes Amt
1949 Fritz Schäffer 1. Bundesminister der Finanzen
1949–1953 Franz Josef Strauß 1.–2. Bundesminister für besondere Aufgaben
1953–1957 Richard Stücklen 2. Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen
1957–1961 Hermann Höcherl 3. Bundesminister des Innern
1961–1962 Werner Dollinger 4. Bundesschatzminister
1963–1966 Franz Josef Strauß (2. Mal) 4.–5. Bundesminister der Finanzen
1966–1976 Richard Stücklen (2. Mal) 5.–7. Stellvertreter des Präsidenten des Deutschen Bundestages
1976–1982 Friedrich Zimmermann 8.–9. Bundesminister des Innern
1982–1989 Theodor Waigel 9.–11. Bundesminister der Finanzen
1989–1993 Wolfgang Bötsch 11.–12. Bundesminister für Post und Telekommunikation
1993–2005 Michael Glos 12.–15. Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
2005–2009 Peter Ramsauer 16. Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
2009–2011 Hans-Peter Friedrich 17. Bundesminister des Innern
2011–2017 Gerda Hasselfeldt 17.–18.
seit 2017 Alexander Dobrindt 19.- (im Amt)[4]

Wie die Darstellung zeigt, wechselten die Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe in fast allen Fällen direkt aus ihrer Position in die Bundesregierung. Der Hintergrund für diese Wechsel war einerseits, dass die CSU-Landesgruppenvorsitzenden als herausgehobene Sprecher ihrer Partei deren Politik in einem Regierungsamt noch wirkungsvoller umsetzen sollten; andererseits, dass sie zwecks einer besseren Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung (besonders im Verhältnis zwischen CDU und CSU) in die „Kabinettsdisziplin“ eingebunden werden sollten. Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) äußerte sich in diesem Sinne anlässlich der Berufung des CSU-Vorsitzenden und Landesgruppenvorsitzenden Theodor Waigel in die Bundesregierung am 15. April 1989 vor der Bundespressekonferenz in Bonn:

„Für die weitere Arbeit der Koalition und der Bundesregierung ist es sehr wichtig, daß der CSU-Vorsitzende Theo Waigel in das Bundeskabinett eintritt – und zwar in ein Ressort von herausragender Bedeutung. Ich habe ihm deshalb angeboten, das Amt des Bundesministers der Finanzen zu übernehmen. Theo Waigel hat das Angebot angenommen. Ich bin überzeugt, daß er dieses Amt in einer ausgezeichneten Weise wahrnehmen wird.“[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabelle Erststimmen und Zweitstimmen. Abgerufen am 26. September 2017.
  2. Tabelle Erststimmen und Zweitstimmen. Abgerufen am 26. September 2017.
  3. Sitzverteilung. Abgerufen am 26. September 2017.
  4. Dobrindt zum neuen Chef der CSU-Landesgruppe gewählt. Vom Bundesverkehrsminister zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Bundestag: Die CSU-Bundestagsabgeordneten übertragen Alexander Dobrindt eine neue Aufgabe. Augsburger Allgemeine, 26. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.
  5. Umbildung der Bundesregierung – Erklärung des Bundeskanzlers vor der Bundespressekonferenz in Bonn. In: Bulletin 34-89. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 15. April 1989, abgerufen am 24. Dezember 2016.