Cadmiumnitrat

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Strukturformel
Struktur von Cadmiumnitrat
Allgemeines
Name Cadmiumnitrat
Andere Namen

Cadmium(II)-nitrat

Summenformel Cd(NO3)2
Kurzbeschreibung

farb- und geruchlose Kristalle [1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken0[Ein-/ausblenden]
CAS-Nummer
  • 10325-94-7 (wasserfrei)
  • 10022-68-1 (Tetrahydrat)
PubChem 25154
Wikidata Q419670
Eigenschaften
Molare Masse 236,41 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,46 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt
  • 350 °C (wasserfrei)[1]
  • 59,5 °C (Tetrahydrat)[1]
Löslichkeit

gut in Wasser (1100 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350​‐​340​‐​360​‐​330​‐​301​‐​372​‐​410
P: 273​‐​391​‐​270​‐​281​‐​308+313​‐​501​‐​405 [1]
Toxikologische Daten

300 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cadmiumnitrat ist ein weißer, hygroskopischer Feststoff mit unangenehmem Geruch. Der Stoff tritt in verschiedenen Hydraten oder wasserfrei auf. Wie andere Cadmiumverbindungen auch, steht Cadmiumnitrat im Verdacht, krebserregend zu sein.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadmiumnitrat kann durch Auflösen von Cadmium, Cadmiumoxid (CdO) oder Cadmiumhydroxid (Cd(OH)2) in Salpetersäure und anschließende Kristallisation hergestellt werden.[3]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadmiumnitrat ist ein weißer Feststoff, welcher im Vergleich zu vielen anderen Cadmiumverbindungen gut in Wasser löslich ist. Es sind vier verschiedene Hydrate mit unterschiedlichen Mengen Kristallwasser bekannt, die in unterschiedlichen Temperaturbereichen stabil sind. Zwischen −16 und 3,5 °C ist das Nonahydrat Cd(NO3)2 · 9 H2O am stabilsten, zwischen 3,5 und 48,7 °C das Tetrahydrat Cd(NO3)2 · 4 H2O. Dieses gibt bei 48,7 °C zwei Äquivalente Wasser ab, bis 56,8 °C ist das Dihydrat Cd(NO3)2 · 2 H2O stabil. Oberhalb dieser Temperatur liegt Cadmiumnitrat wasserfrei vor.[3] Wasserfreies Cadmiumnitrat zersetzt sich in der Hitze zu Cadmiumoxid und nitrosen Gasen.[1] Es hat eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pca21 (Raumgruppen-Nr. 29)Vorlage:Raumgruppe/29 und den Gitterparametern a = 7,507 Å, b = 15,37 Å und c = 7,507 Å.[4] Das Tetrahydrat kristallisiert ebenfalls orthorhombisch, Raumgruppe Fdd2 (Nr. 43)Vorlage:Raumgruppe/43, a = 5,828 Å, b = 25,86 Å, c = 11,00 Å.[5]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadmiumnitrat dient in der Glas- und Porzellanherstellung zur Erzeugung von Perlmuttglanz.[6] Daneben wird für die Gewinnung anderer Cadmiumverbindungen sowie die Herstellung von Nickel-Cadmium-Akkumulatoren genutzt.[3]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Vorschlag der schwedischen Chemikalienbehörde wurde 2015 die chemikalienrechtliche Einstufung von Cadmiumnitrat überarbeitet. Der Ausschuss für Risikobewertung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat am 4. Dezember die Einstufung für Cadmiumnitrat wie folgt geändert: Cadmiumnitrat wird als krebserzeugend Carc 1B, mutagen Muta 1B und STOT RE 1 eingestuft, die zusätzlichen Warnhinweise wurden festgelegt auf H 340, H350 und H372 (Niere, Knochen).[7] Diese Einstufung des RAC muss noch von der EU-Kommission in geltendes Recht umgesetzt werden aber sie stellt mit der Veröffentlichung den Stand des Wissens dar, der von Unternehmen und Behörden berücksichtigt werden muss.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Cadmiumnitrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Cadmiumverbindungen, mit Ausnahme von Cadmiumselenosulfid (xCdS·yCdSe) und Reaction mass von Cadmiumsulfid und Zinksulfid (xCdS·yZnS), Reaction mass von Cadmiumsulfid und Quecksilbersulfid (xCdS·yHgS) sowie der Cadmiumverbindungen, die in diesem Anhang gesondert aufgeführt sind im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 9. Januar 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. a b c Karl-Heinz Schulte-Schrepping, Magnus Piscator: Cadmium and Cadmium compounds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2002, doi:10.1002/14356007.a04_499.
  4. M. Louer, D. Louer, D. Grandjean: Structure cristalline et polymorphisme du nitrate de cadmium anhydre. In: Journal of Solid State Chemistry, 17(3), 176, S. 231–237, doi:10.1016/0022-4596(76)90127-4.
  5. B. Matkovic, B. Ribar, B. Zelenko, S.W. Peterson: Refinement of the Structure of Cd(NO3)2 · 4 H2O. In: Acta Crystallographica, 21, 1966, S. 719–725, doi:10.1107/S0365110X66003773.
  6. Cadmiumnitrat. In: Römpp Chemie-Lexikon: Thieme Verlag, Stand März 2002.
  7. RAC-Entscheidung vom 4. Dezember 2015