Calciummagnesiumacetat

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Strukturformel
Allgemeines
Name Calciummagnesiumacetat
Summenformel CaxMgy(CH3COO)2(x+y)
CAS-Nummer 110518-63-3
PubChem 13981837
Eigenschaften
Molare Masse 123,44 g·mol−1 (für 1 Ca und 1 Mg)
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Calciummagnesiumacetat (CaxMgy(CH3COO)2(x+y)[2]) ist ein alternatives Streusalz.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das als Streumittel verwendete Calciummagnesiumacetat zeigt ein schwankendes Verhältnis Ca:Mg, wie in dem als Rohmaterial verwendeten Dolomit, zwischen etwa 1:1 und 3:7.[3] Der Dolomit wird hoch erhitzt („gebrannt“), um die Carbonate als Kohlenstoffdioxid auszutreiben. Danach wird das entstandene Oxid mit Essigsäure umgesetzt. Der Umweg über das Brennen ist notwendig, weil nativer Dolomit selbst von viel stärkeren Säuren (z. B. Salzsäure) nur sehr langsam angegriffen wird.

Reaktion beim Brennen
Umsetzung mit Essigsäure

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu Natriumchlorid schädigt Calciummagnesiumacetat weder Brücken noch Bäume. Dafür sind vor allem die negativ geladenen Acetationen zuständig, die das aggressivere Chlorid ersetzen. Weiterhin dienen Calcium und Magnesium als Nährstoffe für Pflanzen. In einem Versuch in der Stadt Halle (Saale) konnte eine geringe feinstaubbindende Wirkung von Calciummagnesiumacetat nachgewiesen werden.[4]

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciummagnesiumacetat ist in etwa zehn- bis zwanzigmal so teuer wie normales Streusalz aus Natriumchlorid und damit nicht wettbewerbsfähig. Ferner wirkt es nicht schmelzend, sondern erleichtert lediglich durch die Behinderung des Zusammenbackens die mechanische Beseitigung des Schnees. Aus Sicherheitsgründen darf Calciummagnesiumacetat nicht an den Stellen ausgebracht werden, an denen Straßenbahngleise im Straßenbett verlaufen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Emsley: Sonne, Sex und Schokolade. Mehr Chemie im Alltag. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 3-527-30790-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c MSDS (Memento vom 3. Mai 2013 im Internet Archive) (PDF; 23 kB).
  2. Patent US5430185: Process for manufacturing crystalline calcium magnesium acetate.
  3. Heißes Thema Eis und Schnee: Wie Sie Straßen und Gehsteige im Winter benutzbar und sicher halten, ohne die Umwelt unnötig zu belasten. (PDF; 229 kB).
  4. a b Torsten Bayer, Katrin Eifert, Christian Ehrlich, Ulrich Zimmermann, Wigbert Albrecht, Silke Jacobi: Versuchsweiser Einsatz von Calcium-Magnesium-Acetat (CMA) zur Reduzierung verkehrsbedingter Feinstaubemissionen in Halle (Saale). Gefahrstoffe – Reinhalt. Luft, 71 (2011) Nr. 5, S. 221–226.