Calciumperoxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Calciumperoxid
__ Ca2+      __ O
Allgemeines
Name Calciumperoxid
Andere Namen
  • Calciumsuperoxid
  • Calciumdioxid
  • E 930
Verhältnisformel CaO2
CAS-Nummer
  • 1305-79-9
  • 78403-22-2
PubChem 14779
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff oder als Octahydrat perlmuttartige Schuppen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 72,08 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,92 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

275 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (< 0,01 % bei 20 °C) [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​272
P: 301+330+331​‐​280​‐​305+351+338​‐​310​‐​210 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Brandfördernd Ätzend
Brand-
fördernd
Ätzend
(O) (C)
R- und S-Sätze R: 8​‐​34
S: 17​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Calciumperoxid ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Peroxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumperoxid kann durch Reaktion eines löslichen Calciumsalzes (z. B. Calciumchlorid, Calciumnitrat) mit Wasserstoffperoxid und einer alkalischen Lösung (z. B. Natriumhydroxid oder Ammoniak) gewonnen werden.[4] Technisches Calciumperoxid enthält zu großen Teilen auch Calciumcarbonat und Calciumhydroxid und wird durch Reaktion von Calciumoxid bzw. Calciumhydroxid und Wasserstoffperoxid gewonnen.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumperoxid ist ein starkes Oxidationsmittel und von mittlerer brandfördernder Wirkung, da sich bei Erhitzung Sauerstoff abspaltet. Es liegt häufig als Octahydrat vor, welches bei etwa 130 °C das Kristallwasser abspaltet. Dieses hat eine tetragonale Kristallstruktur mit a = 619,7 pm, c = 1096,7 pm und der Raumgruppe P4/mcc.[6] Die Löslichkeit in Wasser bei 20 °C und neutralem pH-Wert ist kleiner 0,01 %. Die Reaktion mit Wasser ist eine Hydrolyse, die zwischen 6-8 Wochen dauert und molekularen Sauerstoff[2] freisetzt:

In Säure löst sich das Calciumperoxid jedoch unter Freisetzung von Wasserstoffperoxid.

Calciumperoxid bildet mit ortho-Phosphat in Wasser Apatit und kann den Phosphatgehalt in Wasser daher drastisch senken[7].

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumperoxid wird als Trocknungsbeschleuniger für Polysulfidelastomere, Antiseptikum in Zahnpasten und Kaugummi, als Stabilisator in der Gummiindustrie, in der Zahnheilkunde (zur Desinfektion des Wurzelkanals und Heilung der periapikalen Entzündungen[8]), als Teigverbesserer in der Backindustrie und als Saatgutdesinfektionsmittel verwendet. Aufgrund der phosphorbinden Eigenschaften wird Calciumperoxid in Gewässern als Phosphatbindemittel verwendet. Wegen der langsamen Freisetzung von Sauerstoff können organische Bestandteile von Sedimenten in Gewässers in Situ abgebaut werden (Seenrestauration).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Calciumperoxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Yong Ma et al.: Study on the generation mechanism of reactive oxygen species on calcium peroxide by chemoluminescence and UV-visible spectra. In: Lumenescence. 2007, doi:10.1002/bio.1003 (englisch, researchgate.net).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Eintrag zu Calciumperoxid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 2. Januar 2015.
  5. Produktmerkblatt Calciumperoxid (solvay) (PDF; 159 kB)
  6. G. V. Shilov, A. I. Karelin, D. G. Lemesheva, L. S. Leonova, L. O. Atovmyan: Crystal Structure and Properties of CaO2 · 8H2O, Russian Journal of Inorganic Chemistry, Vol. 50, No. 6, June 2005, S. 842–847.
  7. Patent: EP 1080042
  8. Malyk Yuriy: In-Vitro Untersuchungen zum Einsatz von Calciumperoxid haltigen Sealermaterialien in der endodontischen Therapie. urn:nbn:de:bvb:19-43959

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]