Camaieu

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Beispiel für Camaïeu-Malerei: Gefäß der Manufaktur Du Paquier, Wien, um 1725/30 in Eisenrot-Camaïeu ausgeführt.
Fayence-Potpourri aus dem 18. Jahrhundert von Gaspard Robert mit Purpur-Camaïeu in der Kartusche.

Camaieu [kamaˈjøː] ist ein Fachbegriff aus der Malerei und leitet sich vom französischen camaïeu gelegentlich auch peinture en camaïeu [pɛ̃ˈtyʁ ɑ̃ kamaˈjøː] (für Camaieu-Malerei oder gemalt im Stil einer Kamee bzw. gemalt wie eine Kamee) ab, einer speziellen monochromen Maltechnik.

Bei Camaïeu bzw. Camaïeu-Malerei wird immer nur ein und dieselbe Farbe verwendet, diese aber in unterschiedlichen Farbtönen. Diese spezielle Form der Einfarbigkeit schließt aber die Farben Grau und Gelb aus. Einfarbig in Grautönen angefertigte Arbeiten werden nach dem französischen Wort für Grau gris [ɡʁi] als Grisaille [ɡʁiˈzaj] bezeichnet, die in Gelbtönen als Cirage [siˈʁaʒ] nach den französischen Substantiven cirage für Schuhcreme wiederum abgeleitet von cire [siʁ] für Wachs.[1]

Camaïeu-Malereien waren bereits im Altertum[2] bekannt, erlebten aber Ihre Blütezeit im 16. und 18. Jahrhundert in Italien. So sind zum Beispiel Arbeiten von Caravaggio und Maturino da Firenze an Hauswänden bekannt. Gegenstände aus Porzellan oder Fayence wurden im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts bevorzugt mit Purpur und Eisenrot, später mit Kupfergrün, in Grau und Sepia dekoriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Camaieu – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kamaïeu. In: Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 9, S. 416.
  2. Friedrich Faber: Conversations-Lexicon für bildende Kunst. Band 2, S. 347.