Camborne

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Camborne (Cornwall)
Ortschaft Camborne
Koordinaten 50.21°N 5.29°W
Nation United Kingdom (UK)
Region South West
Grafschaft Cornwall
Postleitzahl TR14
Vorwahl +44 1209

Camborne (Cornish: Kammbronn) ist eine Stadt in Cornwall, England. Die Bevölkerung bei der Volkszählung 2011 war 20.845. Der nördliche Rand der Gemeinde umfasst einen Abschnitt des South West Coast Path, Hell's Mouth und Deadman's Cove.

Sprachliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das cornische Wort cam wird mit crooked in das Englische übersetzt, zu deutsch wäre das gebogen, gekümmt. Der cornische Begriff bryn – auch brynnow kann mit Berg übersetzt werden. Somit kann von der Wortbedeutung der Name Camborne mit Gekrümmter Berg oder Krümmung des Berges übersetzt werden.[1][2]

Umlautungen führten zu der heutigen Form, denn für 1182 wird ein Balcherus de Camberon erwähnt, im 13. und 14. Jahrhundert wird eine Ortschaft namens Cambron genannt, seit 1431 dann Camborne. Eine weitere Schreibweise war Camvron mit v, also eine Umlautung von b und v stattgefunden haben kann. Eine Zusammensetzung aus camm und bronn gilt als allgemein akzeptiert.[3]

Kammbronn ist – 1986 computerassoziiert aufgekommen – eine an das Bretonische angelehnte Schreibweise, die nicht unumstritten ist.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Camborne is warmgemäßigt. Das Jahresmittel der Temperaturen beträgt 11,4 °C und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge liegt bei 914 mm. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt 67,96h/Monat bzw. 2069,19 h im Jahr. Der Juni ist am niederschlagsärmsten, der November ist der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Der Juli ist mit durchschnittlich 16,4 °C der wärmste Monat des Jahres und der Februar mit durchschnittlich 6,9 °C der kälteste Monat des Jahres.[5]

Commercial Square, Zentrum von Camborne

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung als Kirchengemeinde datiert auf das Jahr 1181. Allerdings wurde 1931 mit der Ausgrabung einer ruinösen römischen Villa bei Illogan nahe Camborne der Nachweis einer bereits früheren Besiedelung der Gegend erbracht, wobei dies die einzige bekannte römische Villa in Cornwall ist.[6][7] Auch steinzeitliche Monumente in der Umgebung deuten auf eine Jahrtausende alte Besiedlung.[8] Christliche Altarsteine datieren auf des 10. und 11. Jahrhundert. Sie befinden sich heute in der Pfarrkirche.[9] Seit 1400 wurde erster Bergbau vorgenommen, Abbau in Stollen begann im 16. Jahrhundert. Eine Beschreibung von John Norden aus dem Jahre 1584 beschreibt Camborne wie folgend: A churche standinge among the barrayne hills. Ab 1708 besaß Camborne Marktrecht, das wohl auf dem Zinnabbau fußte. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung von ca 2000 Einwohnern auf über 4000 an, ein Gaswerk wurde errichtet und zwei Eisenbahnlinien gebaut.[6] Für den Bergbau maßgeblich war in dieser Gegend die Familie Basset.[10]

Bergbau und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Camborne und Redruth hat als Untergrund metamorphes Gestein und Granit, das von einer großen Erzader durchzogen wird. Entlang dieser entwickelten sich großen Bergwerksanlagen. Dort war früher eines der reichsten Zinnabbaugebiete der Welt, zudem wurde auch Kupfer abgebaut. Auch Arsenate, Wismuth, Antimon, Cobalt und Uran kommen vor. Man geht davon aus, dass dort schon in prähistorischen Zeiten Erz abgebaut wurde. Zu dieser Zeit wurde erst ein Eiserner Hut (engl. "gossan") angegraben.[11] Im 16. Jahrhundert ist ein Stollenbergbau bezeugt.[6] Seine Blütezeit erlebte der Bergbau im 18. und 19. Jahrhundert. Bereits 1720 war ein Bergwerk bereits 91 m in die Tiefe getrieben worden:[12]

Ostansicht der Dolcoath Mine, 1893

Die Dolcoath-Mine gilt hierbei als eine der größten mit einer Tiefe von zuletzt 1000 Metern und einer gesamten Länge von nutzbaren Stollen von ca. 19 km, sowie weitere ca. 40 km aufgegebener und nicht mehr nutzbarer Stollen.[12][13] Bereits 1778 war sie auf eine Tiefe von 180 m in die Tiefe getrieben worden.[14] Die Mine schloss in den 1920er Jahren nachdem der Zinnpreis fiel und die Mine nicht mehr wirtschaftlich war.[12][15] Anfangs wurde dort Kupfer abgebaut, später war Zinn die Haupteinnahmequelle. Nebenbei wurde auch noch etwas Silber und Wismuth gewonnen.[11]

In der Nähe in Carn Brea ist die einzige heute noch aktive Mine die South Crofty Mine in Teilen zu besichtigen.[11]

1873 ereignete sich in Camborne ein Aufstand der Bergarbeiter, der seine Ursache in Polizeigewalt hatte. Eine namentliche Überlieferung der Aufständischen existiert nicht, kein Aufständischer konnte überführt werden, die Armee wurde hinzugezogen und der Aufstand verursachte sogar internationale Schlagzeilen bis nach Australien.[16][17][18]

Das Zinn für die Bronze-Medaillen bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde in den Minen von Camborne gewonnen.[19]

Heutzutage führt durch das Gebiet der großen Erzader ein Wanderweg, der "The Great Flat Lode Trail", auf dem die bergmännische Vergangenheit besichtigt werden kann.[20]

Camborne School of Mines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Camborne School of Mines, die heute zur Universität von Exeter gehört und eine internationale Studentenschaft hat, fußt auf der Bergbautradition. Sie geht auf eine Initiative von 1829 zurück und wurde 1888 gegründet. 1993 erfolgte die Vereinigung mit der Universität Exeter und im Jahr 2004 zog sie um auf den Penryn Campus bei Falmouth.[21]

Camborne Public Library, davor die Staute von Richard Trevithick

Richard Trevithick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richard Trevithick wurde 1771 in Illogan in Cornwall geboren, ging in Camford zu Schule. Er gilt als einer der Konstrukteure einer Dampflokomotive, die tatsächlich auf Schienen lief. Unter anderem ein Vorläufer – eine "road locomotive" oder der sogenannte "Puffing Devil", der auch als Vorläufer der Automobile gilt – wurde in Camborne erprobt und soll eine Geschwindigkeit von 9 mph (~6km/h) erreicht haben. Spätere Modelle schafften eine Geschwindigkeit von 5 mph (8 km/h). Trevithick hatte Kontakt zu berühmten Personen wie James Watt, Humphrey Davy und Matthew Boulton. Als junger Mann galt er als ein guter Sportler.[22][23] 1833 starb er verarmt in Dartford, da ihm das Parlament eine Alterspension verweigert hatte. Er bekam ein Armenbegräbnis an seinem Sterbeort.

Weitere Personen mit Bezug zu Camborne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zoie Palmer, (* in Camborne, Cornwall, England) ist eine britisch-kanadische Schauspielerin
  • Barbara Joyce West Dainton (* 24. Mai 1911 in Bournemouth; † 16. Oktober 2007 in Camborne) war eines der Babys, die sich als Passagiere an Bord der Titanic befanden

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camborne hat über die Schnellstraße A30road in westlicher Richtung Anbindung an St Ives und Penzance. In östlicher Richtung führt die A30 nach Bodmin. Über die A3047road ist Camborne mit der Nachbargemeinde Redruth verbunden. Von dort existieren über die A393road, die A39road und die A390road Verbindungen nach Falmouth und Truro.[24]

Mehrere kleinere Flughäfen befinden sich in der Nähe – Newquay Cornwall Airport (NQY 32.79 km), Flughafen Land’s End (LEQ 35.92 km), St Mary’s Airport (ISC 78.34 km) –, die auch von den englischen Großflughäfen angeflogen werden.[5]

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • South Crofty Mine
  • Carn Brea Castle
  • Royal Cornwall Museum, Truro[11], dort Cobalt-Mineralien in daraus gefertigte Produkte ausgestellt
  • Tehidy Country Park, ein Naturpark[25]
  • King Edward Mine Museum[26]
  • Carwynnen Quoit, ein steinernes Monument[27]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerlyver Ber, A Short Cornish Dichtinary, Discover Cornwall, Christine Truran, Penryn, Cornwall, 1986/2016
  2. Julyan Holmes, 1000 Cornish Place Names Explained, Truran, Penryn, Cornwall 1998
  3. O.J. Padel, A Popular Dictionary of Cornish Place Names, Alison Hodge 1988
  4. Craig Weatherhill, Cornish Place Names & Language, Sigma Leisure/Sigma Press, Wilmslow, Cheshire, 1995/1998
  5. a b https://de.climate-data.org/europa/vereinigtes-koenigreich/england/camborne-9082/, Klima Camborne (Vereinigtes Königreich) Daten und Graphen zum Klima und Wetter für Camborne, Imprint AM Online Projects - Alexander Merkel, Climate-Data.org
  6. a b c Cahill, Nick J, Cornwall Industrial Settlements Initiative. Camborne (Camborne-Redruth Area), Cornwall County Council, Truro 2002
  7. B.H. St. J. O'Neil, "Roman villa in Cornwall", Antiquity 5 (1931), pp. 494–5
  8. http://www.giantsquoit.org/, The Giant's Quoit
  9. Elisabeth Okasha 1993 pp.82-84" Discussion und Bibliographie in Elisabeth Okasha, ''Corpus of early Christian inscribed stones of South-west Britain'' (Leicester: University Press, 1993), pp.82–84.
  10. Barton, D. B., A History of Copper Mining in Cornwall and Devon, D. Bradford Barton Ltd, Truro 1978, 3. Auflage, p. 16
  11. a b c d Simon Camm: Cornish Rocks and Minerals. Hrsg.: Alison Hodge. Alison Hodge, Newlyn, Penzance, Cornwall 2017, S. 40–44.
  12. a b c Trounson, J. H., Bullen, L. J., Mining in Cornwall. Volume One: The Central District, Tempus Publishing Ltd, Stroud 1999, pp. 35–54, Kapitel Dolcoath, ISBN 0-7524-1707-X
  13. Morrison, T. A., Cornwall's Central Mines: The Southern District 1810-1895, Alison Hodge, 1983, Penzance, pp. 11–60, ISBN 0-906720-11-7
  14. The Great Dolcoath - Albert Bluett, 1898, (Extracted from The Cornish Magazine, Vol. 1, 1898, pp168-181. page revision: 14, last edited: 29 Oct 2011, 15:14), über: http://camborne.wikidot.com/bluett (Camborne Old Cornwall Society)
  15. Dines, H. G., The Metalliferous Mining Region of South-West England. Volume I, HMSO 1956, London, p. 311
  16. https://camborneriot1873.com/, The Camborne Riots of 1873, A WordPress.com Website
  17. The Morning Post, October 8, 1873 (p6), 9th (p2), & 13th (p4). - über: https://camborneriot1873.com/
  18. South Australian Observer, December 26, 1873. - über: https://camborneriot1873.com/
  19. http://www.thisiscornwall.co.uk/Cornish-tin-form-Olympic-medal/story-15523762-detail/story.html über: https://web.archive.org/web/20120324201141/http://www.thisiscornwall.co.uk/Cornish-tin-form-Olympic-medal/story-15523762-detail/story.html, Cornish tin to form part of Olympic medal, Western Morning News, 2012-03-15
  20. The Great Flat Lode Trail, über: https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g528829-d3547726-Reviews-The_Great_Flat_Lode_Trail-Camborne_Cornwall_England.html, 2021 TripAdvisor LLC
  21. http://emps.exeter.ac.uk/csm/about/history/, Camborne School of Mines, Geology and Mining, History
  22. https://spartacus-educational.com/RAtrevithick.htm, British History  > Engineers, Scientists and Inventors  > Richard Trevithick, By John Simkin, September 1997 (updated January 2020).
  23. http://www.dartfordarchive.org.uk/technology/engin_trevithick.shtml, RICHARD TREVITHICK: INVENTOR OF THE LOCOMOTIVE..., Dartford Town Archive
  24. Philips's Street Atlas Cornwall and Plymouth, Octopus Pulishin Group Ltd, London, Philip's 2015, pp. IV-VI
  25. https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g528829-d4866511-Reviews-Tehidy_Country_Park-Camborne_Cornwall_England.html, Tehidy Country Park, 2021 TripAdvisor LLC.
  26. https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g528829-d2180196-Reviews-King_Edward_Mine_Museum-Camborne_Cornwall_England.html, King Edward Mine Museum, 2021 TripAdvisor LLC
  27. https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g528829-d8803470-Reviews-Carwynnen_Quoit-Camborne_Cornwall_England.html, Carwynnen Quoit, 2021 TripAdvisor LLC